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Michael Faber: 100 Tage als Kulturbürgermeister
Vor 100 Tagen hat der Leipziger Kulturbürgermeister Michael Faber sein Amt angetreten. Aber hat er schon darin Fuß gefasst oder sind die Fußstapfen seines Vorgängers Georg Girardet zu groß? Nach gut drei Monaten ziehen Politikkollegen und Kulturschaffende eine Zwischenbilanz.
von mephisto97.6
(Foto: mephisto 97.6/T. Lieberwirth)
Hintergrund
Seit dem 1. Juni 2009 hat Leipzig einen neuen Kulturdezernenten: Michael Faber. Der Stadtrat hat den damals noch als Verleger Tätigen mit 37 von 70 Stimmen für sieben Jahre ins Amt gewählt. Faber ist damit Nachfolger von Georg Girardet, der seit 1991 das Amt innehatte. Der 65-Jährige trat aus Altersgründen zurück. Obwohl die Wahl geheim durchgeführt werden sollte, hatte die SPD bereits im Vornherein offen angekündigt, den Kandidaten der Linkspartei zu unterstützen.
Doch der Amtsantritt Fabers war auch aus anderen Gründen überschattet:
Vor der Wahl haben sich namhafte Leipziger Kulturschaffende in einem Protestbrief gegenüber Faber und seinen Konkurrenten Michael Koelsch (Grüne) kritisch geäußert.
Unterschrieben wurde der Brief unter anderem von Gewandhauschef Andreas Schulz, Gewandhaus-Kapellmeister Riccardo Chailly, Centraltheater-Intendant Sebastian Hartmann, Thomaskantor Georg Christoph Biller und dem Chef des Bildermuseums Hans-Werner Schmidt.
Eine Zwischenbilanz
Michael Faber wurde 1961 in Leipzig geboren. Er studierte Germanistik und Kunstgeschichte und arbeitete unter anderem als Lektor für Buch- und Buchhandelsgeschichte beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels zu Leipzig. 1990 gründete er gemeinsam mit seinem Vater Elmar Faber den Verlag "Faber & Faber" in Leipzig.
In Politik- und Künstlerkreisen sind die Meinungen über den Kulturbürgermeister geteilt, aber nicht grundsätzlich negativ. Wolfram Leuze, der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat hält die „stürmische Ouvertüre“ für „wahrscheinlich das Beste, was uns passieren konnte.“ Michael Burgkhardt, Vorsitzende der FDP-Fraktion im Stadtrat, kann noch nichts über die Leistungen Fabers sagen. Lobend hingegen äußert sich Ilse Lauter, die Vorsitzende der Links-Fraktion im Stadtrat: „Das Schwierigste für Michael Faber waren wohl in seiner Anfangszeit die Vorbehalte und Kritiken an seiner Person. Damit musste er sich auseinandersetzen. Und das hat er meiner Meinung nach mit Bravour gelöst.“ Falk Elstermann, der Geschäftsführer der NATO und der Initiative „Leipzig+Kultur“, nennt das Sommerloch als Ursache dafür, dass „das gestalterische Handeln des Dezernenten gar nicht zu bemerken war.“ (ff)




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