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Lehrermangel wird Wahlkampfthema

Donnerstag, 20. August 2009

Schule ohne Lehrer: Der Traum eines jeden Schülers bereitet sächsischen Bildungspolitikern Kopfzerbrechen. Zuwenig Lehramtstudenten wollen in Sachsen bleiben. Zu unattraktiv sind die Perspektiven im Freistaat. Dabei braucht Sachsen dringend neue Lehrer.

Wer unterrichtet in Zukunft Sachsens Schüler? (Foto: T. Szerpicki/sxc.hu)
Zu wenig Lehrer in Sachsen

Die Lehramtsanwärterin Nadine Kappl hat gerade ihr Staatsexamen bestanden. Doch in Sachsen eine Referendariatsstelle anzunehmen, kommt für sie, wie für viele ihrer Kommilitonen, nicht in Frage, weil sie hier nicht verbeamtet werden. Ein echtes Problem. Bis 2020 wird die Hälfte der sächsischen Lehrer in Rente gehen. Dann droht ein erheblicher Lehrermangel. Besonders an Grund- und Realschulen wird dieser zu spüren sein.

Die meisten Lehramtsstudenten wollen nämlich später am Gymnasium unterrichten. Doch auch hier könnten die Lehrkräfte knapp werden: zu wenig Referendarstellen werden überhaupt erst ausgeschrieben. Die meisten angehenden Lehrer entscheiden sich ohnehin für andere Bundesländer. Dort finden sie bessere Bedingungen. Für die sächsischen Parteien ist der absehbare Lehrermangel ein gefundenes Wahlkampfthema.

Die Parteien streiten über Lösungsansätze

Dirk Panter von der SPD will mehr Referendarplätze anbieten. Damit diese dann aber auch besetzt werden, hält er es für notwendig die Bezahlung der Lehrkräfte zu verbessern.

Rolf Seidel von der CDU sieht das Problem entspannter. Immerhin hat seine Partei auch die Kultusminister der letzten Jahre gestellt. Sachsen sei auf einem guten Weg. Er sagt, dass im nächsten Jahr doppelt so viele Referendarstellen zur Verfügung stehen würden, als im Jahr zuvor. Verbessern wolle er vor allem die Kommunikation mit den Studenten. Ihnen müsste klar gesagt werden, für welche Fächer Lehrer gebraucht werden: „Das hat Zukunft! Das hat vielleicht weniger Zukunft.“

Die Vorstellungen der Linken gehen in eine ähnliche Richtung. Skadi Jennicke fordert, dass sich Land und Universitäten „an einen Tisch setzen müssten“, um genau zu kalkulieren wie viele Leher in welchem Fach gebraucht werden.

Michael Weichert von den Grünen meint, dass wir den Lehrermangel jetzt schon haben. „Wir müssen unbedingt die Betreuungsschlüssel runtersetzen.“ Die Lehrer sollen kleinere Klassen unterrichten, um sich besser auf ihre Schüler konzentrieren zu können.

Sven Morlok von der FDP warnt dagegen, vor überzogenen Eifer.
Wenn man jetzt junge Leute aufrufen würde, Lehrer zu werden, hätte man in ein paar Jahren zu viele davon.

Junge Lehrer wandern ab

Die Lehramtsanwärterin Nadine Kappl hat sich unter anderem in Schleswig Holstein und Sachsen-Anhalt beworben. Denn trotz aller Widrigkeiten in Sachsen will sie weiterhin Lehrerin werden. (tk)

Hören Sie hier die Beiträge von Julia Wick und Sarah Frühauf:

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