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"Ich konnte es nicht fassen": Gisela Kallenbach über ihren Einzug in den sächsischen Landtag
Sie erfuhr erst spät am Abend von ihrem Einzug in den Sächsischen Landtag: Die Grünen-Politikerin und Leipziger Stadträtin Gisela Kallenbach zog über ein Ausgleichsmandat in das Landesparlament, sehr zur Überraschung ihrerseits.

23.30 Uhr von ihrem Einzug ins Landesparlament
Überhang- und Ausgleichsmandat:
Auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl finden sich zwei Spalten. Die linke listet die Direktkandidaten des eigenen Wahlkreises auf. In den Landtag darf, wer in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält. Auf diese Art werden 60 Sitze im Parlament vergeben – einen für jeden sächsischen Wahlkreis. Die CDU erhielt 58 der 60 Direktmandate.
Die Zweitstimme (rechte Spalte) ist ausschlaggebend für die Verteilung der Sitze. Mit ihr gibt der Wähler seine Stimme einer Partei. Bei den Listenstimmen geht es um das Verhältnis der abgegebenen Stimmen zueinander. Dieses entscheidet über die Verteilung der Sitze auf die einzelnen Parteien im Landtag - also die Zahl der Kandidaten, die über die Landesliste einer Partei in den Landtag einziehen dürfen. Berücksichtigt wird dabei jede Partei, die die 5%-Hürde schafft. Über das Listenwahlergebnis haben der CDU 48 Mandate zugestanden.
Für jedes gewonnene Direktmandat durch die Erststimme einer Partei wird ein Listenmandat gestrichen. Hat nun eine Partei mehr Kandidaten über die Erststimme gewonnen, als ihr über die Zweitstimme zustehen, kommt es zu Überhangmandaten. 10 also insgesamt bei dieser Wahl. Damit die Sitzverteilung im Parlament dem Gesamtergebnis entspricht, werden diese überzähligen Sitze durch zusätzliche Sitze, sogenannte Ausgleichsmandate, für die anderen Parteien ausgeglichen.
Die Sitze im Landtag haben sich so von 120 auf 132 bei dieser Wahl erhöht.
Quelle: www.bpb.de
Ein Ausgleichsmandat machte es möglich
Die Nachricht erreichte Gisela Kallenbach überraschend: Die Stadträtin war schon auf dem Weg ins Bett, als sie erfuhr, dass sie doch in den sächsischen Landtag einzieht. Auf Listenplatz neun stand sie, ein Ausgleichsmandat machte den Einzug möglich. "Ich konnte es nicht fassen", freut sich die Grünen-Politikerin.
Damit gerechnet hatte Kallenbach allerdings auch nicht. Die ehemalige Europa-Abgeordnete hatte sich absichtlich weit hinten auf der Landesliste der Grünen setzen lassen, wollte eigenlich Aufbauarbeit für die Grünen in Osteuropa leisten und sich auf ihre Aufgaben im Leipziger Stadtrat konzentrieren. Nun müsse sie sich erstmal sortieren und mit vetrauten Personen über ihre Zukunft austauschen.
Doppelbelastung als Stadt- und Landrätin
Denn eigentlich hält die studierte Diplom-Ingenieurin für Technologie der Chemie und ehemalige Internationale Bürgermeisterin der UN-Mission im Kosovo nichts von der Doppelbelastung durch zwei Mandate. Sie wolle sich lieber auf eine Sache konzentrieren. Und das ist die Leipziger, denn, so Kallenbach: "Ich liebe mein Leipzig."




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