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Flashmob in Leipzig, Protest für Griechenland
In Leipzig versammeln sich ungefähr fünfzehn junge Menschen, halten Zettel in die Höhe und fallen um. So zeigen engagierte Globalisierungsgegener Solidarität zu Griechenland - und fordern das Ende des Abbaus des griechischen Sozialstaates.

Deutschen Bank.
(Foto: J. Böhm)
Der Flashmob
Wenn sich viele Leute spontan versammeln und plötzlich 10.355 Burger im Fastfoodrestaurant bestellen (hier das Beweisfoto), sich eine riesige Kissenschlacht liefern oder wild zu Michael Jacksons "Beat it" tanzen (falls Sie lieber Ihren Augen trauen), wissen Sie: Es ist ein Flashmob. Eigentlich als sinnfreie, spielerische Aktion gedacht, wurde er in den letzten Jahren politisiert. So auch in Leipzig.
Die Gegner liegen der Bank zu Füßen
Heute tauchten plötzlich fünfzehn junge Menschen vor dem Deutsche-Bank-Gebäude am Martin-Luther-Ring auf und präsentierten eine kleine Performance: Sie stellten sich in einer Reihe auf, hielten Zettel mit symbolträchtigen roten Zahlen hoch - und fielen mit einem Mal um. Doch damit nicht genug. Schon standen fleißige Helfer bereit, als Ratingagenturen verkleidet, und fegten alle am Boden Liegende sprichwörtlich weg. Nach wenigen Minuten war alles vorbei.
Griechenland nach Leipzig holen
Kurze Geschichte des Flashmobs
Seit 2003 sind die ersten Flashmobs bekannt. Erst in New York als kurze, sinnlos-spielerische Aktionen zelebriert, schwappte die Bewegung bald auf europäische Städte, wie Zürich, Rom und Wien über. 2008 setzte die Dienstleistungs-gewerkschaft ver.di Flashmobs für Aktionen im Einzelhandel ein. Das Bundesarbeitsgerichts entschied, Flashmobs seien legitime Arbeitskampfmittel.
Dieser Smart Mob (die politische Variante des Flashmobs) wurde von der Attac-Campus-Gruppe ins Leben gerufen. Anlässlich des Generalstreiks in Griechenland wollten sie ihre Solidarität zu den Hellenen ausdrücken, "um zu sagen, dass es [die Krise] nicht nur an den 'faulen' Griechen liegt, sondern auch an den Banken, die dahinter stecken", fasst Vera Winkmann von Attac-Campus zusammen. Außerdem kritisieren sie die hohen Auflagen des Sparplans, den Griechenland für seine Finanzierung unterzeichnen musste. Griechenland plant Gehaltskürzungen für Staatsbedienstete von acht Prozent, eine Lockerung des Kündigungsschutzes, eine Mehrwertsteuererhöhung auf 23 Prozent und, und, und... Doch es wären nicht Globalisierungsgegener, würden sie nicht auch die "Frage nach dem Finanzsystem" stellen, also die Forderung nach einem "öffentlichen Finanzsystem, das reguliert ist und was nicht gegen die Menschen arbeitet", wie Mike Nagler, ebenfalls von Attac in Leipzig, es formuliert.
Finanzierung unentschieden
Noch ist es nicht durch, das Gesetz über die Finanzhilfen für Griechenland. Am Freitag wird sich zeigen, wieweit sich SPD und Grüne wirklich dagegen sperren werden, die Linke ihr "Nein" beibehält und wie viele CDU-Politiker ihrer Partei die Stimme verweigern. Die Finanzhilfe, eine Beteiligung der Banken oder die Einführung einer Transaktionssteuer auf internationale Geldtransfers wird seit heute im Bundestag diskutiert. Auch die Initiatoren des Mobs aus Leipzig erhoffen sich eine anlaufende Diskussion über die Krise. Doch bis die Leute, wie in Griechenland, auf die Straße gehen, bedarf es wohl noch ein paar mehr dieser kleinen Aktionen, stellte Mike Nagler fest.
Hören Sie hier die Moderation zum Thema von Sarah Frühauf:




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