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Entspannung vor den Toren der Stadt: die Seen im Leipziger Süden
Wer Leipzig vor ein paar Jahren noch durch den Süden verlassen hat, durchquerte eine öde Mondlandschaft. Braunkohletagebauten fraßen sich bis an den Stadtrand. Heute hat sich das Blatt gewendet. Der Cospudener und der Markkleeberger See sind die ersten Magneten des entstehenden Leipziger Neuseenlands. Heute zieht es die Leipziger zuhauf in den Süden.

Vom Tagebaurestloch zum Naherholungsgebiet
Die Geschichte der Seen im Leipziger Süden begann bereits vor über 80 Jahren. Damals entstand auf dem Gebiet des heutigen Markkleeberger Sees der Braunkohletagebau Espenhain. Im Jahr 1944 wurde eine Förderbrücke in Betrieb genommen, die bis in die 1970er Jahre mit einer Länge von 590 Metern die größte ihrer Art in Europa bleiben sollte. Mehrere Orte mussten dem Tagebau damals weichen.
Auch auf der Fläche des Cospudener Sees befand sich in der DDR ein Braunkohleabbaugebiet, das jedoch erst viel später entstanden war. Im Zuge der starken Ölpreisanstiege in den 1970er Jahren, war auch die DDR gezwungen, alternative Energiequellen zu erschließen. Und in Leipzig lag die Energie quasi vor der Tür: das Braunkohlerevier südlich der Stadt. Das Naherholungsgebiet Elsterauenlandschaft und das Dorf Cospuden, westlich von Markkleeberg, mussten damals dem Tagebau Cospuden weichen.
In der Bevölkerung stieß das Abbaugebiet Cospuden jedoch auf wenig Begeisterung. Eine Bürgerinitiative schaffte es schließlich, dass der Tagebau im Jahr 1992 stillgelegt wurde. Hinzu kam, dass Braunkohle als Energielieferant nur wenig effizient ist und der Abbau kaum mehr im Verhältnis zum Nutzen stand. So wurde auch der Tagebau Espenhain im Jahr 1996 geschlossen.Bereits in der DDR gab es Pläne darüber, dass die stillgelegten Braunkohlegruben später renaturiert werden sollten. Nach der Wende wurde an diesem Projekt festgehalten und die Flutung der Restlöcher begann. Heute ist von den einstigen Tagebauten kaum mehr etwas zu sehen, heute tummeln sich zahlreiche gestresste Städter auf der Suche nach Entspannung um die neu entstandenen Seen.
Leipziger Neuseenland:
www.leipzigseen.de
www.leipziger-neuseenland.de
Cospudener See:
existiert seit: 2000
Größe: 4,4 km²
Tiefe: 55 m
Rundweg: 11 km
Markkleeberger See:
existiert seit: 2006
Größe: 2,52 km²
Tiefe: 57 m
Rundweg: 9 km
www.markkleeberger-see.info
Der entspannte Große
Der Cospudener See ist der Tourismusmagnet. Er war bereits im Jahr 2000 vollständig geflutet. Er ist heute der größte See im Leipziger Süden und nicht nur bei Einheimischen sehr beliebt. Rund um den See wechselt sich der längste Sandstrand Sachsens mit grünen Flächen ab.
Nördlich des Sees befindet sich der Landschaftspark Nordufer mit auffgeforstetem Wald, Sandstrand, Veranstaltungsbühne und Minigolfanlage. Das Ostufer ist weiträumig erschlossen. Hier liegen Segelboote im Hafen und bewirten Restaurants Gäste, die nicht nur aus Leipzig hier her strömen. All diejenigen, die Ruhe und Natur suchen, bevorzugen den ruhigen Weststrand des „Cossi“. In jedem Fall sind die Strände bei schönem Wetter gut besucht.
Der wilde Kleine
Der See im Osten von Markkleeberg, der Markkleeberger See, ist der Sportliche, aber auch der Kleinere. Die direkte Umgebung des Gewässers ist noch nicht vollständig erschlossen, hier wird noch viel gebaut. Die Flutung des Kleinen wurde im Jahr 2006 abgeschlossen.
Die Strände des Markkleeberger Sees sind weniger bevölkert, als an der so genannten Costa Cospuden. Außerdem befindet sich hier ein Kanupark auf Olympianiveau. Er ist der modernste Europas und bietet nicht nur den Kanuten der Nationalmannschaft optimale Bedingungen fürs Paddeln. Der Segelhafen des Sees ist bereits im Bau. Auch der Markkleeberger See ist dabei, sich zu einem grünen Naherholungsgebiet zu entwickeln.
Die flüssige Bindung
Die Seen im Leipziger Süden entwickeln sich immer noch rasant. Und auch in Zukunft hat die Wasserstadt Leipzig noch mehr mit ihnen vor. Die einzelnen Seen sollen in einem Gewässerverbund mit Leipzigs Fließgewässern und Kanälen vernetzt werden. Konkret bedeutet das, sie werden miteinander verbunden. So soll es einmal möglich sein in der Stadt in ein Boot zu steigen und bis zum gerade entstehenden Zwenkauer See zu paddeln. Insgesamt sind acht Fahrtkurse auf einer 200 Kilometer langen, befahrbaren Wasserstrecke geplant. (k /as)




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