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Konzert, französische Freiheit und ein tyrannischer Diktator. Der Abend in Leipzig.
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Mehrheit für schwarz-gelbe Koalition
Deutschland steht vor einem Koalitionswechsel. Bei der 17. Bundestagswahl zeichnet sich eine bürgerliche Mehrheit ab. Nach Hochrechnungen am späten Abend kommt die CDU auf 33,8%, Wunschkoalitionspartner FDP auf 14,6%. Die SPD stürzt auf 22,9% ab. Linke und Grüne konnten zulegen. In Leipzig eroberte die CDU nach elf Jahren wieder beide Direktmandate.

Schwarz-gelbe Koalition
Im Laufe des Wahlabends zeichnete sich sehr schnell eine klare Mehrheit für eine schwarz-gelbe Koalition ab. Die CDU käme demnach mit leichten Verlusten auf 33,8%, die FDP erreicht ein Rekordergebnis von 14,6%. Die SPD muss zweistellige Verluste in Kauf nehmen und bricht auf 22,9% ein. Die Linke erreicht 12%, die Grünen 10,6%. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,1% im Vergleich zu 77,7% vor vier Jahren.
CDU gewinnt beide Leipziger Direktmandate
In Leipzig verliert die SPD beide Direktmandate an die CDU. Neben Daniela Kolbe wurde damit auch der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister und Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee nicht direkt von den Leipzigern in den Bundestag gewählt. Da Tiefensee allerdings auf Platz eins der SPD-Landesliste steht, wird er dennoch in den Bundestag zurückkehren können.
Tiefensees Wahlkreis 154 im Leipziger Süden konnte sich Thomas Feist sichern. "Ich empfinde keinen Triumph über Tiefensee", sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit mephisto 97.6, fügte jedoch hinzu: "Die Leipziger haben ein gutes Gedächtnis." Er fühle sich nun den Wählerinnen und Wählern gegenüber verpflichtet, die ihm ein Mandat erteilt haben. Leipzigs Finanzbürgermeisterin Bettina Kudla konnte den Wahlkreis 153 im Leipziger Norden für die CDU erobern und sagte: "Es gibt nur noch eine Volkspartei und das ist die CDU."
SPD: Neustrukturierung in der Opposition
Von einem schweren Tag für die Sozialdemokratie sprach Daniela Kolbe. Die SPD werde jedoch die Chance nutzen, um sich neu zu strukturieren. "Es ist in Ordnung, dass wir in die Opposition gehen", so Kolbe. "Wir werden bei dieser Gelegenheit neue Kräfte sammeln." Von der schwarz-gelben Regierung erwarte die SPD-Politikerin vor allem Sozialkürzungen. Zudem kritisierte sie die Leipziger Direktkandidaten der CDU. "Ich frage mich, ob Bettina Kudla und Thomas Feist geeignet sind, um Leipzig im Bundestag gut zu vertreten", sagte Kolbe.
FDP-Politiker Markus Viefeld hingen konnte sich über ein „tolle Ergebnis, dass uns die Wenigsten zugetraut hätten“ freuen. Er selber wird allerdings nicht in den Bundestag einziehen. "Im Gegensatz zu den anderen Parteien haben wir unsere Themen deutlich gemacht", so Viefeld. Das honorierten die Bürger. "Wir wollen jetzt im Bereich der Bürgerrechte einige Dinge gerade rücken, die in den letzten Jahren schief gelaufen sind", sagte der Liberale nach der Wahl.
Mike Nagler knapp gescheitert
Zufrieden mit seinem Walkampf zeigte sich auch der parteilose Mike Nagler, der den erfolgreichen Bürgerentscheid gegen die Privatisierung der Stadtwerke mitinitiiert hatte. Als Direktkandidat der Partei Die Linke konnte er 153 Stimmen mehr als Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee in seinemWahlkreis holen und landete knapp hinter dem CDU-Kandidaten Thomas Feist. "Die Erststimmen für Monika Lazar waren verschenkt, weil sie über die Landesliste abgesichert war", so Nagler. "2% von den Grünen hätten wir gute gebrauchen können." Dann hätte es einen weiteren linken Politiker im Bundestag gegeben. Er lasse sich jedoch nicht entmutigen, sagte Nagler. "Ich werde auch weiterhin außerparlamentarisch Politik machen." Etwas Gutes konnte er dem Wahlergebnis jedoch abgewinnen: „Die SPD kann sich in der Opposition resozialdemokratisieren und auf ihre Wurzeln besinnen.“
Auch die Grünen konnten in Leipzig und deutschlandweit wie die anderen kleineren Parteien Rekordergebnisse einfahren. Dennoch gab es für Direkt-Kandidatin Monika Lazar nur bedingt Grund zum Feiern. "Natürlich freuen wir uns darüber, dass wir zum allerersten Mal ein zweistelliges Ergebnis erreicht haben", so die Grünenpolitikerin. „Allerdings glaube ich nicht, dass die FDP mit ihren Konzepten von gestern Deutschland aus der Krise führen kann.“ Für Deutschland sehe sie nicht nur schwarz, sondern sogar schwarz-gelb. Und das sei keine gute Farbkonstellation. (ji)




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