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Bauer kämpft um Bier und Fassbrause

Montag, 07. Januar 2008

Wir essen und trinken jeden Tag. Und gehen davon aus, dass die Lebensmittel in Ordnung sind. Wenn die Prüfer von der Lebensmittelüberwachung Mißstände in Betrieben finden, können sie die Produktion stoppen. Dies taten sie vor vier Monaten hier in Leipzig in der Brauerei Bauer.

Die Brauerei Bauer ist ein Unternehmen mit Tradition: Seit 1852 hat der Betrieb seinen Sitz am Täubchenweg nahe der Leipziger Innenstadt. Über 150 Jahre lang wurde dort Bier gebraut. Doch seit dem dritten August vergangenen Jahres steht die Produktion still. Die Lebensmittelüberwachung hat die Produktion gestoppt – wegen Verstoß gegen Hygiene-Vorschriften, sagt die zuständige Abteilungsleiterin bei der Stadt, Steffi Bellmann.

 
"Im Detail möchte ich darauf nicht eingehen, ich kann nur soviel sagen, dass dort lebensmittelrechtliche Bestimmungen nicht eingehalten worden sind, dass dort hygienische Missstände aufgetreten sind, die eine Produktion, also ein Herstellen und Behandeln von Lebensmitteln, aufgrund der gesetzlichen Grundlagen nicht mehr zuließen, und deshalb musste die Verfügung ergehen."

Der Inhaber der Brauerei, Hans Bauer, kann das Produktionsverbot nicht nachvollziehen und fürchtet um seinen Ruf.

"Das ist ja praktisch auch ne Diffamierung der Tätigkeit jedes Mitarbeiters der Brauerei Bauer. Wir sind ein angesehener Betrieb in Leipzig, jeder hat seine Arbeit ordentlich und gewissenhaft gemacht. Wir haben alle Gesetze, allen Gesetzen sind wir gerecht geworden. Wir sind uns nicht bewusst, gegen irgendetwas verstoßen zu haben. Das wird uns eben angedichtet. Ja, und er behauptet eben, es könnte ja irgendwo etwas sein."

Hans Bauer betont, dass seine Getränke immer in Ordnung gewesen seinen. Ob das auch nach Ansicht der Lebensmittelüberwachung so war, will Steffi Bellmann zurzeit noch nicht sagen. Darauf komme es aber auch gar nicht an, sagt sie.

"Der Verbraucher darf erwarten, dass nicht nur die Lebensmittel in Ordnung sind, sondern auch die Umgebungsbedingungen in Ordnung sind, unter diesen Bedingungen die Lebensmittel hergestellt sind. Und wenn die Lebensmittel unter hygienewidrigen Bedingungen hergestellt sind, sind die nach lebensmittelrechtlichen Bestimmungen nicht verkehrsfähig."

Hans Bauer hat gegen das Produktionsverbot geklagt. Doch einen Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz lehnte das Verwaltungsgericht am Freitag ab. Bauer will diese Entscheidung vor dem Oberverwaltungsgericht anfechten. Bis dahin steht die Produktion weiter still. Trotzdem gibt es im Brauereiverkauf am Täubchenweg Bauer-Bier und Bauer-Fassbrause zu kaufen. Die lässt Hans Bauer allerdings bei einem befreundeten Unternehmen herstellen.

"Wir haben eine Lohnbrauvereinbarung abgeschlossen mit der Brauerei in Hartmannsdorf. Das ist ne sehr moderne Brauerei, und die brauen nach unseren Rezepturen, nach unseren Vorschriften und Absprache unser Pilsener Bier, das Bock-Bier und das schwarze Bier, damit wir erstmal die Bevölkerung versorgen können. Und sie stellen uns auch ne Fassbrause her."

Auf Bauer-Bier und Bauer-Fassbrause brauchen die Kunden also zurzeit nicht zu verzichten. Bis es die Getränke wieder aus Leipziger Produktion gibt, wird es wohl noch ein bisschen dauern. Hans Bauer ist aber davon überzeugt, dass es mit dem Betrieb weitergehen wird.

Wolfgang Lenders

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