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Etwas ernstere Ausgehtips zu einem etwas wärmeren Wintertag...
Die beste deutsche Rap-Platte aller Zeiten
Im Tonleiter dreht sich alles um drückende Beats und filigrane Wortsalven made in Germany – denn im Plattenstreit debattieren vier Experten aus der Musikredaktion über die beste deutsche Rap-Platte aller Zeiten.

Peter Voigt präsentiert „Gefährliches Halbwissen“ von DJ Rabauke und Dendemann, alias Eins Zwo. Das Hamburger Duo hat im Jahre 1999 einen Klassiker erschaffen: Hier wird nicht mit dem erhoben Zeigefinger gewedelt oder monotoner Battle-Rap vorgetragen – der MC Dendemann glänzt durch Witz, Intelligenz und unerreichte Wortakrobatik. Seine Reime sind bis ins kleinste Detail durchdacht und sorgen beim Hörer für schmunzelnde Gesichter und zustimmendes Kopfnicken.
Thomas Jähn setzt sich für das zweite Album des Mindener Rappers Curse ein: Die Platte „von innen nach außen“ aus dem Jahr 2001 brilliert mit nachdenklichen Texten über Religion, Gesellschaft, die deutsche Hip-Hop-Szene und die unerfüllte Liebe. Allein an dieser inhaltlichen Vielfalt kann man ablesen: Curse ist die rappende Allzweckwaffe des deutschen Sprechgesangs.
Conrad Pohlmann macht sich für das 1998 erschienene Zweitwerk der Hamburger Mentalanarchisten von Fischmob stark: Ihre Platte „Power“ ist mit Battletracks, Partykrachern und humorvollen Rhymes zu 100% Hip-Hop– aber der Zusatz von abgespaceten Raveorgien, bizarren Hörspielen und wütenden Crossoversongs lässt diese Platte zu einem dadaistisch anmutenden Stinkefinger in Richtung Genre-Standards mutieren. Die gelungene Symbiose von Punkrockattitüde und Street-Credibility.
Denny Niesar zieht mit „Equilibrium“ vom Münchener Trio Main Concept in den Plattenstreit: Das 2005 erschienene Spätwerk von MC David Pe und seinen DJs Glammerlicious und Explizit ist ein Pamphlet gegen niveauarmen Battle-Rap und scheinheilige Politiker. Komplettiert durch ausgefeilte Beats fernab des Durchschnitts ist „Equilibrium“ eine unterschätzte Perle der süddeutschen Untergrundszene, die es zu entdecken gilt.
Zudem haben unsere vier Experten die Geschichte der deutschen Sprechgesangskultur für sie aufgerollt: In der „Hip-Hop-History“ werden die wichtigsten Rap-Metropolen und die einflussreichsten Künstler seit den späten 80er Jahren vorgestellt.
Und auch Sie als Hörer können sich aktiv in den Plattenstreit einmischen: In der Online-Umfrage zur besten deutschen Rap-Platte aller Zeiten geht der Plattenstreit in die zweite Runde. Neben den vier von unseren Experten vorgestellten Alben können sie sich noch aus über zehn weiteren Vorschlägen für ihren Favoriten stark machen. Abstimmen können sie hier:
(CP)




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