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Auf, du junger Wandersmann!

von Christin Jurgeit
Sonntag, 12. September 2010

Zum illustren Völkchen der Musiker gehören nicht nur jene, die sich daheim in ihr stilles Kämmerlein zurückziehen und sich an Gitarre, Klavier und Trommeln melodischen Virtuositäten und Frickeleien hingeben. Schon seit jeher tragen die Musiker ihre Kunst auch gern in die Welt und sind deshalb vor allem eines: unterwegs. Auch der Tonleiter reihte sich diese Woche in die mephistophelische Wandergemeinschaft ein und brachte Musik und Wandern auf einen Nenner.

Unentbehrlich beim Wandern: passendes Schuhwerk und die gute alte Klampfe. (Foto: C.J.)

Die Herkunft & Historie deutscher Wandergesänge.

Lang ist’s her, da zogen Wanderer zuhauf durch die Lande und sangen dabei lauthals ihre Lieder. Dabei störten sie nicht nur die Ruhe der Natur: auch dem ein oder anderen Mitmenschen ging das ziemlich auf die Nerven. Vor allem, wenn die Sänger das Wort Wahahahandern ins Unendliche  zogen. Deshalb wurden sie auch abschätzig die „Wahahas“ genannt. Unsere Redakteurin Johanna Bender ist der Frage nachgegangen, wie die „Wahahas“ überhaupt zu ihren Liedern kamen. Sie hat sich mit der Geschichte und den Ursprüngen deutscher Wanderlieder beschäftigt.

Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein: die Wandervögel.

Viele Jugendbewegungen haben ihren Namen eigentlich gar nicht verdient. Denn von Bewegung kann bei den meisten von ihnen nicht die Rede sein: die Hippies lagen bekifft auf der Wiese, die Punks lungerten faul auf der Straße herum. Aber bei der Wandervogelbewegung war das anders.
Für die erste deutsche Jugendbewegung war der Name noch Programm: denn Sie haben sich tatsächlich bewegt, draußen in der Natur. Auf der Suche nach einem eigenen jugendspezifischen Lebensziel stand das gemeinsame Wandern und Singen im Vordergrund. Musikredakteur Julius Heeke hat sich auf Spurensuche nach den Wandervögeln begeben und sie uns vorgestellt. Außerdem trommelte er einige Leute aus der Redaktion zusammen und stimmte mit ihnen eines der bekanntesten Wanderlieder an.

Und sie singen noch immer!

Wie ist es heutzutage eigentlich um das deutsche Wanderlied bestellt? Wird es noch geträllert? Und wenn ja: wo, zu welchen Anlässen und von wem? Unsere Redakteurinnen Eyleen Röbert und Luzia Thaut haben sich bei ein paar Leipziger Wandervereinen umgehört. Dabei ist eine Collage der schönsten Antworten von Menschen entstanden, die die ‚Wanderkultur‘ wirklich noch mit Leidenschaft pflegen und diesem Hobby auch gern mal einen musikalischen Touch verleihen…

Unterwegs mit Mülltonne.

Freiheit, Rastlosigkeit, frische Luft, aber auch Heimatlosigkeit – das sind Dinge, die das Wandern begleiten. Und die kennen auch die beiden Straßenmusiker Elias und Luis von der Band Guaia Guaia. Musik haben die beiden schon länger zusammen gemacht. Mittlerweile ziehen sie mit zwei umgebauten, bunten Mülltonnen und ein paar wenigen persönlichen Sachen durch Deutschland. Konzerte und Auftritte ergeben sich meist durch Gespräche mit den Menschen, die sie unterwegs treffen. Das ist auch einer der Gründe, warum sie sich für das Leben als Straßenmusiker entschieden haben: Sie wollen eine Vielzahl an Menschen mit ihrer Musik, einer Mischung aus Elektro, Pop und Hip Hop, erreichen.

Mit Mother Tongue auf Wanderschaft – äääääh, Tour.

Die amerikanische Bluesrockband Mother Tongue ist in ihrer Heimat in der Mitte der 90er in der Versenkung verschwunden. In Europa, und vor allem in Deutschland, besitzt das Quartett aber noch immer eine eingeschworene Fangemeinde. Deshalb reisen Mother Tongue alle zwei oder drei Jahre zu uns, um ihre Anhänger mit ihren legendären Auftritten zu erfreuen. Vor kurzem war die Band auch wieder in Leipzig zu Gast. Der Bogen vom Wandern über das Unterwegssein bis zum Touren ist schnell geschlagen. Deshalb hat sich Musikredakteur Conrad Pohlmann vor dem Konzert mit dem Mother-Tongue-Frontmann Devo getroffen und mit ihm über das Familienleben auf Tour und sein lustigstes Tourerlebnis gesprochen.

Auch ohne Wanderstock on the road: Das Dreckige Dutzend.

Die sogenannten „Stagehands“ ziehen als Tourbegleiter gemeinsam mit Bands oder Solokünstlern durchs Land. Als Zuschauer bekommt man von ihrer Tätigkeit nur recht wenig mit, aber ihre Arbeit ist von großer Bedeutung: „Stagehands“ bauen die Bühnen auf, stapeln die Lautsprechertürme, verlegen die Kabel, errichten die Sicherheitsabsperrungen und leisten noch vieles mehr. Eines dieser „Stagehands“- Teams ist Das Dreckige Dutzend. Die zwölfköpfige Mannschaft begleitete unter anderem schon Bands wie die Beatsteaks und Die Toten Hosen. Unser Redakteur David Trautmann hat sich mit Mitglied Porst über diese Arbeit und das Leben on tour unterhalten.

Beitrag empfehlen: meinVZ

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