CD der Woche
Pistenfahrplan
Ein Thomaner, ein Schatz!
± Zwischen PlusMinus ± Der Kultstatus auf der Suche nach menschlichen Grauzonen...
± Am 29. März 1925 mokierte die "Berliner Illustrierte" die, für die Zwanziger Jahre typische, knabenhafte Frauenmode: Glatt gegeltes Haar oder ein kurzer Bob, Hosenanzüge oder gerade geschnittene Kleider, die die weiblichen Rundungen eher kaschierten als betonten. DesignerInnen wie Coco Chanel erschufen eine nüchterne Mode, die von einer scheinbar typisch weiblichen Verspieltheit absah. Ein Skandal!
± Knapp 35 Jahre später feierte am selben Tag ein Filmklassiker Premiere, der neben Marylin Monroe besonders mit dem Spiel der Geschlechter Aufsehen erregte: In Billy Wilders Komödie "Manche mögen's heiß" verkleiden sich zwei Männer als Frauen und verdrehen so sogar Männern den Kopf...
± Beide Ereignisse zeigen, dass Geschlechterrollen ein stark emotionalisiertes Thema in unserer Gesellschaft waren - und noch bis heute sind! Auch viele andere Aspekte unserer Gesellschaft scheinen nach bipolaren Stereotypen aufgebaut zu sein: Ob Mann oder Frau, hetero- oder homosexuell, ledig oder verheiratet - alles scheint auf komplementären Gegenstücken zu basieren. Besonders im menschlichen, sprich emotionalen und sexuellen, Bereich finden sich oft nur zwei große Schubladen. Und wer nicht hineinpasst, steht meist unter hohem sozialen und vor allem auch persönlichen Druck. Der Kultstatus macht sich auf die Suche nach Grauzonen in menschlichen Bereichen - nach den vielgestaltigen Übergängen zwischen Plus und Minus...
± Im Bereich Geschlechterforschung stellen wir das Buch "Making Sex Revisited - Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive" von dem Biologen Heiz-Jürgen Voß vor. Der Naturwissenschaftler zweifelt in seiner Dissertation die Dichotomie 'Mann und Frau' an und zeigt aus biologischer Sicht, dass diese Zweiteilung alles andere als fundiert ist, sondern gesellschaftlich hergestellt und permanent reproduziert. Wir haben untersucht, womit Voß dies belegt.
± Zudem haben wir in der Leipziger Innenstadt bekannte Stereotypen zu Männern und Frauen aufgespürt und für unsere Rubrik "Der Nächste, bitte!" zusammengestellt. Was die LeipzigerInnen als typisch Frau und was als typisch Mann empfinden und dass sogar schon Kinder feste Klischee-Vorstellungen haben, hören Sie bei uns im Kultstatus. Und was Sie bei uns noch zu den Themen Polyamorie und Homo- bzw. Heterosexualität hören werden, erfahren Sie:



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