Spätnachrichten vom Donnerstag, 2. Februar 2012
- Stadt fürchtet Verluste durch Finanzausgleichsgesetz
- Neonazi-Mordserie: SPD und Linke fordern Untersuchungsausschuss
- Neues Bieterverfahren für HL komm
- Tödlicher Unfall in Markranstädt
- HCL-Spielerin Visser verletzt
Die Stadt fürchtet Verluste durch ein geändertes sächsisches Finanzausgleichsgesetz.
Wie Finanzbürgermeister Torsten Bonew mitteilte, soll der ländliche Raum mit mehr Geld unterstützt werden. Grund sei, die Umgebung attraktiver zu gestalten. Deshalb gäbe es weniger Geld für die kreisfreien Städte Chemnitz, Dresden und Leipzig. Bonew zufolge wäre das ein falscher Schritt. Die kreisfreien Städte würden sehr viele Aufgaben für den ländlichen Raum übernehmen. Zum Beispiel führen 45.000 Menschen mehr in die Stadt rein als raus und arbeiteten dort. Das sei ein unheimlich wichtiger Faktor für das Umland. Deshalb sei es für Bonew nicht erkennbar, dass man den ländlichen Raum schwäche, wenn die kreisfreien Städte gestärkt würden. Eher das Gegenteil sei der Fall. Im schlimmsten Fall gebe es für die Stadt ab 2013 rund 20 Millionen Euro weniger im Jahr, so Bonew. Die Änderungen am Finanzausgleichsgesetz sollen noch in diesem Jahr beschlossen werden.
Die Fraktionen der SPD und der Partei „Die Linke“ fordern im Landtag einen Untersuchungsausschuss.
Nach Angaben der SPD ist das eine Reaktion auf die sogenannte Neonazi-Mordserie. Ziel sei es einen Ausschuss einzusetzen, der von allen Parteien im Landtag, außer der NPD, getragen werde. So habe es bereits im Bundestag und im Thüringer Landtag funktioniert. SPD und "Die Linke" hoffen, dass ein solcher Untersuchungsausschuss zeitnah im Landtag beantragt werden kann. So sollen klare Ergebnisse zu den Aktivitäten der Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ und deren Umfeld erzielt werden.
Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft bietet das Telekommunikationsunternehmen HL komm erneut zum Verkauf an.
Der LVV zufolge können Interessenten wieder Angebote zum Kauf des Unternehmens abgeben. Bedingungen für den Kauf sind unter anderem, den Standort Leipzig und die Arbeitsplätze zu erhalten. Im letzten Bieterverfahren hatte nur das Unternehmen „Versatel“ ein Angebot eingereicht. Laut LVV hätte es aber nicht den Vorgaben entsprochen. Wie ein Unternehmenssprecher soeben mitteilte, wird „Versatel“ auch kein neues Angebot unterbreiten. Eine erneute Bewerbung verursache zu viele Kosten. Der Sprecher kritisierte zudem den Umgang von Stadt und LVV mit dem Angebot. Es wären Details davon in der Öffentlichkeit kommuniziert worden. Das sei kein fairer Wettbewerb. Bis Mitte März wollen Stadt und LVV einen neuen Käufer für HL komm finden.
Bei einem Verkehrsunfall in Markranstädt ist am Morgen eine 90-jährige Frau ums Leben gekommen.
Nach Angaben der Polizei wurde sie an einer Kreuzung von einem LKW angefahren. Sie erlag ihren Verletzungen noch am Unfallort. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar. Die Polizei sucht nach Zeugen.
Maura Visser vom Handballclub Leipzig wird für mehrere Wochen ausfallen.
Wie der Verein mitteilte, zog sie sich einen doppelten Bruch des Nasenbeins und weitere Gesichtsverletzungen zu. Visser hatte beim DHB-Pokal-Achtelfinale gegen den Frankfurter HC einen Schlag ins Gesicht bekommen. Sie wurde am Nachmittag operiert.
Frühnachrichten
- Biokraftwerk Delitzsch hat neuen Eigentümer
- Gazprom aus Russland erhöht Anteile bei VNG
- Brand in Kindergarten
- Polizei fasst Drogendealer
- HCL steht im Viertelfinale des DHB-Pokals
- Bisher kälteste Nacht des Winters
Das Biokraftwerk in Delitzsch hat einen neuen Besitzer.
Wie der Insolvenzverwalter mitteilte, hat das Berliner Energieunternehmen Godd Energy das Kraftwerk gekauft. Für die Mitarbeiter ist der Verkauf des Biokraftwerks eine gute Nachricht. Nach Angaben des Insolvenzverwalters übernimmt der neue Eigentümer alle Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten 34 Menschen in dem Betrieb. Sie sollen ein Begrüßungsgeld vom neuen Besitzer erhalten. Der übernimmt das Kraftwerk zum März. Das Delitzscher Unternehmen hatte im Juni vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. In der Zwischenzeit war der Betrieb weitergelaufen. Seither hat es einige Zwischenfälle in dem Kraftwerk gegeben. Neben einem Brand und technischen Störfällen wurden mehrfach Kupferkabel entwendet. Das Biokraftwerk Delitzsch produziert Strom aus Abfallholz für rund 20.000 Haushalte.
Das Bundeskartellamt erlaubt die Beteiligung des russischen Staatskonzerns Gazprom an der Verbundnetz Gas AG aus Leipzig.
Wie die Behörde mitteilte, darf Gazprom seine Anteile an der VNG somit auf mehr als 10,5 Prozent erhöhen. Das Bundeskartellamt ist der Ansicht, dass Wettbewerbern durch die gestärkte Marktposition Gazproms kein Nachteil entsteht. Aktuell liegt der Marktanteil von Gazprom beim Gasimport Deutschlands bei rund einem Drittel.
In einem leerstehenden Kindergarten in Kitzen hat es in den frühen Morgenstunden gebrannt.
Nach Polizeiangaben bemerkten Anwohner des Nachbarorts gegen 4.45 Uhr den Brand. Die Feuerwehr brauchte zwei Anläufe, um das Feuer zu löschen. Zwischenzeitlich war der Brand wieder aufgeflammt. Verletzt wurde dabei niemand. Allerdings musste über Stunden die anliegende Straße gesperrt werden. Der Grund dafür war gefrierendes Löschwasser. Über die Brandursache und die Schadenshöhe war zunächst nichts bekannt.
Die Polizei hat in Delitzsch einen mutmaßlichen Drogendealer gefasst.
Nach eigenen Angaben hatten die Beamten zuvor monatelang gegen den 31-Jährigen ermittelt. Er soll laut dem Zollfahndungsamt Dresden unter anderem mit Marihuana und Crystal gehandelt haben. Zudem habe die Polizei in der Wohnung und in Garagen des Mannes mehrere scharfe Waffen sowie Diebesgut gefunden. Das Landgericht Leipzig erließ daraufhin Haftbefehl.
Die Handballerinnen des HC Leipzig stehen im Viertelfinale des DHB-Pokals.
Am Abend besiegten die Bundesliga-Damen den FHC Frankfurt/Oder vor heimischem Publikum mit 36:21 Toren. Beste Leipziger Werferin war Mette Ommundsen. Sie erzielte acht Tore. Ihre Team-Kollegin Maura Visser zog sich eine Nasenverletzung zu und schied aus. Die nächste Runde im DHB-Pokal läuft im April.
Die vergangene Nacht war in der Region bisher die kälteste in diesem Winter.
Nach eigenen Angaben verzeichnete der Deutsche Wetterdienst an den Messstationen Holzhausen und Flughafen Lufttemperaturen von bis zu minus 13 Grad. Das seien seit dem Winteranfang am 1. Dezember die niedrigsten Werte. In der kommenden Nacht sollen die Temperaturen weiter sinken. Wärmer werde es erst, wenn der Wind wieder aus Westen komme. Auch für die kommende Woche rechnen die Meteorologen aber mit Luft aus Osten und frostigen Temperaturen.



