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Spätnachrichten vom Freitag, 18. März 2011
- Erhöhter Förderbedarf an Schulen
- Neuer Bus für Grünau
- Ki.Ka-Betrugsaffäre
- Kurt-Wolff-Preis verliehen
- Betrug bei Spendenorganisationen
- Messerstecherei in Leipzig
- Anklage gegen Hebamme
- Auszeichnung für Leipziger Mediziner
- Abschlussspiel für Leipzig in der Handball-Champios League
- RB Leipzig gegen FC Oberneuland
In Sachsen ist die Zahl der als lernbehindert eingestuften Kinder gestiegen.
Das ist das Ergebnis einer Studie des Expertenkreises Inklusive Bildung der Deutschen Unesco-Kommission. Demnach stieg der Anteil der Erst- bis Zehntklässler mit besonderem Förderbedarf zwischen 1999 und 2008 um fast die Hälfte an. Rund acht Prozent der sächsischen Schüler werden als lernbehindert eingestuft. Damit liegt Sachsen über dem bundesweiten Durchschnitt von sechs Prozent. Roman Schulz von der Leipziger Bildungsagentur sagte, die Ursachen lägen in den gesellschaftlichen Veränderungen seit den Neunziger Jahren. Es gebe Umbrüche in der Familie, die traditionelle Familie sei ja fast ein Auslaufmodell. Außerdem gebe es ein starke Medialisierung und eine größeres Spannungsfeld in der Gesellschaft. Das führe dazu, dass vor allem lernbehinderte und verhaltensauffällige Kinder stark vertreten seien. Schulz sagte weiter, es spielten außerdem die Unterschiede zwischen Ost und West eine Rolle. So hätten beispielsweise auch die niedrigeren Löhne Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder. Das Konzept der Förderschulen zweifle er hingegen nicht an. Dort würden Kinder optimal unterstützt.
Der Quartierbus „Grünolino“ nimmt morgen seinen Betrieb auf.
Wie die Leipziger Verkehrsbetriebe mitteilten, wird er im Stundentakt insgesamt 30 Haltestellen anfahren. Start- und Endpunkt ist das Allee-Center. Die neuen Haltestellen kosteten rund 35.000 Euro und wurden vom Amt für Stadterneuerung bezahlt. Fahrzeuge und Fahrer werden von der LVB zur Verfügung gestellt. Mit dem neuen Bus sollen abgelegenere Wohngebiete erreicht werden.
Der Verwaltungsdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) Holger Tanhäuser ist zurückgetreten.
Nach Angaben des MDR ist der Grund der Betrugsskandal beim Kinderkanal Ki.Ka. Tanhäuser sehe jedoch kein eigenes Verschulden an den Vorfällen. Er wolle aber einem personellen Neuanfang nicht im Weg stehen. MDR-Intendant Udo Reiter gab auf einer Sondersitzung bekannt, dass weitere Mitarbeiter des Senders Abmahnungen erhalten hätten.
Außerdem legte er den Aufsichtsgremien auf der Sitzung den vorläufigen Abschlussbericht zur Betrugsaffäre vor. Der frühere Herstellungsleiter des Ki.Ka soll sich an Scheingeschäften persönlich bereichert haben. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Nach eigenen Angaben sei dem Ki.Ka ein Schaden von 8,2 Millionen Euro entstanden.
Auf der Leipziger Buchmesse ist der Kurt-Wolff-Preis verliehen worden.
Er ging an den Berliner Transit-Verlag. Nach Angaben der Kurt-Wolff-Stiftung verbinde der Verlag Gegenwartsliteratur mit klassischer Moderne. Außerdem wurde die hohe Qualität der Buchgestaltung hervorgehoben. Der Preis ist mit 26.000 Euro dotiert. Ein Förderpreis ging außerdem an den Lilienfeld-Verlag in Düsseldorf. Er erhält 5.000 Euro für die Verbindung von alter und neuer Literatur. Die Buchmesse findet noch bis Sonntag statt. Auf der alten Messe präsentieren sich mehr als 2.000 Aussteller aus 36 Ländern.
Nach der Erdbeben-Katastrophe in Japan warnt die Verbraucherzentrale vor unseriösen Spendenorganisationen.
Der Verbraucherzentrale zufolge geraten durch Spendenaufrufe von Betrügern benötigte Gelder in falsche Hände. Bettina Dittrich von der Verbraucherzentrale Leipzig sagte, Spender sollten sich daher beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen informieren. Das DZI prüfe regelmäßig die Spendenorganisationen und habe jetzt auf seiner Seite im Internet die Organisationen mit Spendensiegel zusammengestellt, die Japan-Hilfen entgegennähmen und natürlich dann mit Sicherheit gezielt für die Japan-Hilfe einsetzen würden. Dittrich sagte weiter, sie rate von Organisationen ab, die mit Dringlichkeit, Emotionalität oder über Ketten-Mails arbeiteten.
Bei einer Messerstecherei ist ein Mann am Morgen schwer verletzt worden.
Wie die Polizei mitteilte, kam es zwischen dem Opfer und zwei weiteren Männern vor dem Hauptbahnhof zu einer Auseinandersetzung. Dabei sei der 39-Jährige niedergestochen worden. Der Mann wurde daraufhin in einer Klinik notoperiert worden und ist derzeit nicht ansprechbar. Die Kriminalpolizei fahndet nun nach den beiden flüchtigen Verdächtigen.
Nach dem Tod eines Kindes bei der Geburt ist gegen die Hebamme Anklage erhoben worden.
Nach Angaben des Universitätsklinikums hatten die Eltern des Kindes vor zwei Jahren Anzeige gegen unbekannt erstattet. Nach Abschluss der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen die betreuende Hebamme erhoben. Das Klinikum gehe aber davon aus, dass die Hebamme nach gültigen Behandlungsstandards gehandelt habe. So sei die Vorgeschichte der Patientin in Erfahrung gebracht worden und sie sei zu jeder Zeit ärztlich überwacht worden. Eine andere Art der Behandlung sei zu diesem Zeitpunkt nicht nötig erschienen.
Ein Leipziger Herzmediziner ist mit einem Nachwuchspreis geehrt worden.
Nach Angaben des Herzzentrums Leipzig hat Maximilian Lühr den Preis für seine Doktorarbeit erhalten. Darin befasste er sich unter anderem mit den Auswirkungen verlängerter Operationszeiten auf das Rückenmark. Die Auszeichnung ist mit 1.000 Euro dotiert.
Die Handballerinnen des HC Leipzig spielen morgen gegen Dinamo Wolgograd.
Mit der Partie endet für die Leipzigerinnen die Hauptrunde der Champions League. Sie wollen sich laut Trainer Heine Jensen für das verlorene Hinspiel gegen Russland revanchieren. Nächste Woche geht es für den HCL dann zum Halbfinalspiel des Deutschen Handball-Pokals. Dabei treffen sie in Göppingen auf den Thüringer HC.
Der Fußball-Regionalligist RB Leipzig spielt am Abend gegen den FC Oberneuland.
Das Hinspiel konnten die Leipziger in Oberneuland mit 4:0 für sich entscheiden und damit das bisher höchste Spielergebnis der Saison erreichen. Das für kommende Woche geplante Testspiel gegen den 1. FC Union Berlin wurde hingegen abgesagt. Zu den Gründen wollte der Berliner Verein zwar nichts sagen. Vermutlich waren Fanprotesten befürchtet worden.
Frühnachrichten
- Schwerpunkte und Preise der Buchmesse
- Quelle-Gelände verkauft
- Veolia will verhandeln
- Früherer Licon-Manager erneut in Haft
- Gewandhausorchester in Fernost
Mit Preisverleihungen und dem Schwerpunkt "Junge Leser" geht heute die Leipziger Buchmesse weiter.
Neben den Trends in der Kinder- und Jugendliteratur geht es auch um die Vorbildrolle, die Erwachsene beim Lesen haben. „Was tun, wenn der Vater nicht liest?“ Dieser Frage widmet sich heute ein Trendbericht auf der Buchmesse. Zudem regnet es weiter Preise: Heute werden die Manga-Comic-Talente des Jahres 2011 ausgezeichnet. Der jüngste Nominierte ist David Lexl, der erst 10 Jahre alt ist. Besondere Leistungen unabhängiger Verlage werden heute Mittag mit dem „Kurt-Wolff-Preis“ ausgezeichnet. Das Netzwerk der Literaturhäuser verleiht am Abend seinen Preis für Autoren, die sich besonders um die Vermittlung von Literatur bemüht machen. Bereits gestern waren der Preis der Leipziger Buchmesse und der Alfred-Kerr-Kritikerpreis verliehen worden.
Das Versandzentrum des insolventen Quelle-Konzerns im Leipziger Norden ist verkauft worden.
Wie die Logistikpark Leipzig GmbH mitteilte, hat das
Unternehmen einen Großteil des knapp 34 Hektar großen Grundstücks erworben. Das Unternehmen sehe große Chancen, Logistik am Standort anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu gebe es bereits Gespräche mit Interessenten aus der Logistikwirtschaft.
Im Tarifkonflikt mit der GDL, will der private Bahnkonkurrent Veolia in Verhandlungen treten.
Grund dafür ist nach Angaben des Unternehmens, dass die GDL Verhandlungsbereitschaft signalisiere. Das sei die Voraussetzung, der GDL ein Angebot vorzulegen. Zuvor hatte die Veolia Sachsen-Anhalt einen Eilantrag zurückgezogen, der GDL-organisierte Streiks für Veolia-Mitarbeiter verbieten sollte. Die GDL will einen branchenweiten Tarif für Lokführer durchsetzen.
Ein früherer Manager des Leipziger Bauträger-Unternehmens Licon ist erneut verhaftet worden.
Wie die sächsische Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, wurde der ehemalige Manager am Mittwoch verhaftet. Bereits im vergangenen Oktober waren der Angeklagte und zwei weitere Licon-Manager vorläufig verhaftet worden, kamen später aber wieder auf frei. Sie sollen mindestens fünf Millionen Euro Firmengelder für persönliche Zwecke missbraucht haben.
Das Gewandhausorchester ist beim Hongkong Arts Festival vertreten.
Nach Angaben der Tourismus und Marketing Gesellschaft Leipzig soll eine Lasershow die Auftritte des Gewandhausorchesters begleiten. Das Gastspiel ist Teil einer Werbereise für den Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland. Leipzigs Oberbürgermeister Jung führt die Delegation an.



