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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Dienstag, 1. März 2011

Der Politikwissenschaftler Wolfgang Fach zeigt sich vom Rücktritt des Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nicht überrascht.

Fach sagte, der Rücktritt sei vorhersehbar gewesen. Die Dynamik dieser Krise habe sich anders entwickelt als beispielsweise bei den Fällen Kunduz oder Gorch Fock. Daher sei verhorsehbar gewesen, dass zu Guttenberg die Affäre diesmal nicht überlebe. Die Plagiatsaffäre habe Auswirkungen auf die anstehenden Landtagswahlen. Die Union werde den Fall daher weiter herunterspielen. Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg war vor zwei Wochen in die Kritik geraten, weil er rund 100 Seiten seiner Doktorarbeit nicht selbst geschrieben haben soll. Daraufhin hatte er vergangene Woche zunächst seinen Doktortitel zurückgegeben. Über den Nachfolger zu Guttenbergs soll am Freitag beraten werden.

In der Region Leipzig hat es im vergangenen Jahr 75 rechte und rassistische Übergriffe gegeben.

Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Wie die sächsische Opferberatungsstelle RAA mitteilte, stellt die Region damit einen Schwerpunkt rassistischer Gewalttaten dar. Die meisten Straftaten seien Körperverletzungen, Nötigungen und Bedrohungen gewesen. Die Opferberatungsstelle RAA unterstützt Betroffene und Zeugen rechter und rassistischer Gewalt und deren Angehörige. Außerdem informiert sie über rechtsmotivierte Übergriffe und Veranstaltungen.

Die Stadt will die Zuschüsse für die Parkeisenbahn am Auensee kürzen.

Den Betreibern der Bahn zufolge müsste die Bahn dann stillgelegt werden, da die Wartung nicht mehr bezahlt werden könnte. Bisher hatte die Stadt die Eisenbahn mit knapp 32.000 Euro bezuschusst. Die Förderung soll nun halbiert werden. Der Leiter der Parkbahn, Thomas Borzutzki, sagte, er sei von den Kürzungsplänen überrascht. Die Nachricht aus dem Rathaus sei erschreckend gewesen, zumal die Parkeisenbahn ein Kulturdenkmal der Stadt Leipzig sei. Dass außerdem zum 60-jährigen Jubiläum der Eisenbahn gekürzt werde, sei verwunderlich. Viele Familien würden die Parkeisenbahn als Ausflugsziel nutzen. Allein von den Fahrtgeldern könne die Bahn aber nicht finanziert werden. Die Stadt will am Donnerstag im Stadtrat entscheiden, ob die Parkeisenbahn weiter gefördert wird.

Das Programm „Bürgerarbeit“ ist in die zweite Phase gestartet.

Nach Angaben der Stadt sollen Langzeitarbeitslose damit wieder in den regulären Arbeitsmarkt vermittelt werden. Die Zukunft von Leipziger Arbeitssuchenden liegt seit vergangenem Jahr in den Händen der Stadt. Im August 2010 startete das Bundesprogramm Bürgerarbeit in Leipzig mit der sogenannten Aktivierungsphase. In diesem ersten Schritt wurden Langzeitarbeitslose sechs Monate lang geschult, um sie in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren. Rund 650 Leipziger haben das geschafft. In der zweiten Phase, der Beschäftigungsphase, schaffen die Stadt und verschiedene Vereine 500 neue Stellen. Die sind jedoch ausschließlich für Arbeitslose, die nach der Aktivierungsphase nicht vermittelt werden konnten.

Beate Schücking hat ihr Amt als neue Rektorin der Universität Leipzig angetreten.

Sie ist die erste Frau an der Spitze der 600 Jahre alten Universität. Schücking sagte, sie wolle sich daher künftig besonders für die Gleichstellung von Frauen an der Universität einsetzen. Eine wesentliche Frage für die Universität sei der Generationswechsel unter den Professoren. Schücking werde sich sehr schnell um die Berufungsvorgänge kümmern. Diese Aufgabe werde vor allem unter dem Gender-Aspekt nachgefragt. Die Frauenquote unter den Professoren sei mit 17 Prozent bereits gut, müsse aber noch gesteigert werden. Der Hochschulsenat hatte Beate Schücking im November vergangenen Jahres zur Rektorin gewählt. Sie setzte sich damit gegen ihre Mitbewerberin Sabine Kunst aus Potsdam durch. Schücking war zuletzt Studiendekanin der Gesundheitswissenschaften an der Universität Osnabrück.

Im Leipziger BMW-Werk hat die Produktion eines neuen Sportwagens begonnen.

Nach Angaben des BMW-Konzerns ist der BMW 1er M das fünfte Modell, dass in Leipzig produziert wird. Mit dem neuen Modell baut das BMW-Werk seine Serienfertigung aus. Ab 2013 soll das Werk noch weiter vergrößert werden. Dann beginnt die Fertigung der Elektroautos i3 und i8. Der Automobilhersteller investiert etwa 400 Millionen Euro in das Leipziger Werk und schafft rund 800 Arbeitsplätze.

In Nischwitz bei Wurzen ist ein Seniorenhotel eröffnet worden.

Dem Betreiber zufolge können im Hotel „Zur Mühle“ Senioren kurz- oder langfristig betreut werden. Das Angebot gelte rund um die Uhr. Wenn die Angehörigen zum Beispiel im Urlaub seien, kann ein Appartement wochenweise gemietet werden. Insgesamt stehen 52 Appartements zur Verfügung. Außerdem können auch langfristige Mietverträge abgeschlossen werden.

An der B 2 in Connewitz sollen neue Lärmschutzwände aufgestellt werden.

Nach Angaben der Stadt beginnen die Bauarbeiten auf Höhe der Teichstraße im September und sollen bis November andauern. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf rund eine Millionen Euro. Der Neubau ist notwendig, da die alte Lärmschutzanlage marode ist. Ob die Lärmschutzwände tatsächlich aufgestellt werden, muss im Stadtrat noch entschieden werden.

Die Nationalspielerin Karolina Kudlacz hat sich nicht mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert.

Nach Angaben des Handball Clubs Leipzig dem leidet die Polin an einer normalen Grippe mit hohem Fieber. Wie gestern bekannt gegeben wurde, ist ihre Team-Kollegin Ania Rösler hingegen am Schweinegrippe-Erreger erkrankt. Sie kann am morgigen Bundesligaspiel gegen Trier nicht teilnehmen. Laut Trainer Heine Jensen sei der Ausgang des Spiels aber noch vollkommen offen, da mehrere Spielerinnen gesundheitlich angeschlagen seien.

 

Frühnachrichten

Ab heute gilt in Leipzig die Umweltzone.

Nun dürfen nur noch Fahrzeuge mit einer grünen Plakette in die Stadt fahren. Sie müssen mit einem Katalysator bzw. einem Russpartikelfilter ausgerüstet sein. Dadurch soll die Feinstaub- und Stickstoffbelastung für die Bürger gesenkt werden. Außerdem soll so der von der EU vorgegebene Grenzwert für die Schadstoffe eingehalten werden. Die grüne Plakette ist beim Ordnungsamt und in Autowerkstätten zu erhalten und kostet zwischen fünf und zehn Euro. Vielfahrer wie beispielsweise Berufspendler können eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Leipzig ist die erste Stadt in Mitteldeutschland, die eine Umweltzone einführt. Ab Anfang September wollen Magdeburg und Halle nachziehen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Leipzig ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.

Das teilte die Agentur für Arbeit Leipzig mit. Im Februar waren im Agenturbezirk insgesamt etwa 54.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind knapp 3.600 weniger als im Jahr 2010. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank gegenüber dem Vorjahr. Mit etwa 19.000 waren es 1.700 weniger als vergangenes Jahr. Die Arbeitlosenquote in Leipzig und Umgebung beträgt 13,6 Prozent.

Beate Schücking tritt ihr Amt als neue Rektorin der Universität Leipzig an.

Wie die Universität mitteilte, unterzeichnete sie am Abend ihre Ernennungsurkunde. Damit ist sie die erste Frau an der Spitze der Uni. In ihrer Amtszeit will sich Schücking verstärkt um Themen wie Gleichstellung und Forschungsförderung kümmern. Der Hochschulsenat hatte sie im November vergangenen Jahres gewählt. Sie setzte sich gegen ihre Mitbewerberin Sabine Kunst, ehemalige Rektorin der Uni Potsdam, durch. Vor ihrer Wahl zur neuen Rektorin hatte die 55-Jährige den Lehrstuhl für Gesundheits- und Krankheitslehre an der Universität Osnabrück inne.

Auf der Computermesse CeBIT ist auch in diesem Jahr eine Leipziger Hochschule vertreten.

Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) präsentiert diesmal ihre Softwaretechnologien für menschenähnliche Fußballroboter. Nach Angaben der HTWK kann der Fußballroboter „Nao“ seine Umgebung genau analysieren und Spielzüge wie Laufen, Dribbeln und Torschüsse umsetzen. Mit diesem Roboter nahmen Studierende der HTWK bereits an mehreren Wettkämpfen teil. Die CeBIT ist die weltgrößte Ausstellung der Informations- und Telekommunikationsbranche und findet bis zum Samstag in Hannover statt. Nach Angaben der Messe sind dort mehr als 4.200 Unternehmen aus rund 70 Nationen vertreten.

 

Ab heute dürfen keine Bäume, Hecken und Gebüsche mehr beschnitten werden.

Wie das Amt für Umweltschutz mitteilte, soll damit ein ausreichendes Blütenangebot für Insekten gewährleistet werden. Auch Brutplätze für Vögel würden durch das Verbot sichergestellt. Bei einem Verstoß drohe eine Geldbuße. Ausgenommen von dem Verbot ist unter anderem die Beschneidung von Bäumen zur Verkehrssicherheit. Auch die private Pflege von Pflanzen ist erlaubt.