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Spätnachrichten vom Donnerstag, 30. September 2010
- Leiche als vermisstes Mädchen identifiziert
- Vorschlag für Einheitsdenkmal
- Neuer Prozess zum tödlichen Ruderunfall
- Hochwasserstufe 3 für Parthe
Bei der im Connewitzer Wald gefundenen Leiche handelt es sich um das seit Dienstag vermisste 17-jährige Mädchen.
Das bestätigte die Polizei. Die Todesursache konnte trotz Obduktion nicht festgestellt werden. Eine toxikologisch-chemische Untersuchung soll nun weiterhelfen, die Todesursache zu klären. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen wurden bei der Obduktion nicht gefunden. Ein Spaziergänger hatte die Frauenleiche gestern Nachmittag entdeckt.
Der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist hat einen neuen Vorschlag für das Einheitsdenkmal der Stadt gemacht.
Feist sagte, nach seinen Vorstellungen könnten auf dem Augustusplatz rund 300.000 Steine platziert werden. Sie sollen für die Menschen stehen, die 1989 an der Friedlichen Revolution beteiligt waren. Das Denkmal soll aus Betonsteinen bestehen, in denen Fußspuren eingelassen sein sollen. In jedem dieser Steine werde ein Leuchtmittel untergebracht. Auf jedem Stein soll zudem der Name eines Menschen stehen, der an der Friedlichen Revolution beteiligt war. Jeden Montag um eine Zeit, in der es schon etwas dunkler ist, sollen die Leuchten nach einem Zufallsprinzip nach und nach angeschaltet werden, so dass am Ende der ganze Platz leuchte. Das Einheitsdenkmal solle an einem historisch bedeutsamen Platz stehen. Der Wilhelm-Leuschner-Platz, der von Oberbürgermeister Burkhard Jung vorgeschlagen wurde, habe weder mit Freiheit noch Einheit zu tun. Feist wolle seinen Vorschlag aber nicht mit in den Wettbewerb einreichen. Er habe eher die Diskussion noch einmal anregen wollen. Das Einheitsdenkmal wird von Bund und Land mit insgesamt rund sechseinhalb Millionen Euro gefördert. In vier Jahren soll das Denkmal eingeweiht werden – zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution.
Der tödliche Ruderunfall auf dem Elsterflutbecken wird neu verhandelt.
Wie das Landgericht mitteilte, soll der Prozess Mitte November beginnen. Der Organisator der Ruderregatta, bei der ein 12-Jähriger vor zwei Jahren ums Leben kam, hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Für das Berufungsverfahren Mitte November sind vier Verhandlungstage angesetzt. Wie eine Sprecherin des Landgerichts mitteilte, soll es eine komplett neue Beweisaufnahme geben. Bei der Regatta auf dem Elsterflutbecken waren im April 2008 fünf Kinder verunglückt. Ihr Boot wurde von einer starken Strömung abgetrieben und stürzte ein Wehr hinunter. Vier Kinder wurden zum Teil schwer verletzt, ein 12-Jähriger starb. Der Veranstalter der Regatta und zwei Betreuerinnen mussten sich daraufhin vor dem Amtsgericht verantworten. Sie wurden Anfang des Jahres wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Im April fiel dann das Urteil: Verwarnungen und Geldstrafe. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.
Für den Fluss Parthe im Nordosten von Leipzig gilt ab sofort die Hochwasserstufe Drei.
Nach Angaben des Amtes für Umweltschutz ist es durch das Hochwasser zu weiteren Überschwemmungen im Stadtgebiet gekommen. So sind die Rad- und Fußgängerwege in der Tauchaer Straße bis zum Gothischen Bad und im Rosental zwischen Palmenbrücke und Herloßsohnsteg gesperrt. Die Stadt befinde sich wegen des Hochwassers im Wachdienst. Weitere Hilfskräfte seien aber derzeit nicht nötig. Wegen den starken Regenfällen in den vergangenen Tagen ist der Wasserpegel der Parthe angestiegen.
Frühnachrichten
- Frauenleiche im Connewitzer Wald entdeckt
- Leipziger Schriftsteller setzt sich zur Ruhe
- Weniger Arbeitslose in Leipzig
- Stadtarchiv erhält Architekten-Nachlass
- Bahnstrecke zwischen Borna und Geithain wieder in Betrieb
- Förderverein der Stadtbibliothek feiert Jubiläum
Ein Spaziergänger hat im Connewitzer Wald eine Frauenleiche gefunden.
Nach Angaben der Polizei handelt es sich vermutlich um ein 17-jähriges Mädchen aus Connewitz. Seit Dienstag suchte Polizei bereits nach der Vermissten. Die Todesursache sei bislang noch unklar. Ein Gewaltverbrechen oder ein Selbstmord könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Der Frauenkörper wird am Vormittag obduziert. Zurzeit wird der Fundort weiter untersucht.
Der Leipziger Schriftsteller Erich Loest beendet seine literarische Karriere.
Der deutsche Kulturrat hat Erisch Loest gestern Abend den Kulturgroschen verliehen. Medienberichten zufolge hat der 84- Jährige bei der Verleihung angekündigt nicht mehr schreiben zu wollen. Erich Loest wurde 1926 im sächsischen Mittweida geboren. Wegen so sogenannter „konterrevolutionärer Gruppenbildung“ wurde Loest in der DDR zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Freilassung siedelte er in die BRD um. Dort engagierte er sich im Verband Deutscher Schriftsteller und war bis in die 90er Jahre dessen Vorsitzender. In seinen Büchern behandelt der Schriftsteller vor allem das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland. Seit 1996 ist er Ehrenbürger der Stadt Leipzig. Außerdem trägt der 84-Jährige die Ehrendoktorwürde der Universitäten Chemnitz und Gießen.
In der Region Leipzig ist die Arbeitslosenzahl im September deutlich gesunken.
Nach Angaben Agentur für Arbeit sind rund 50.000 Menschen in der Region arbeitslos gewesen. Das sind knapp 1.800 weniger als im Vormonat und rund 4.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 12,7 Prozent.
Das Stadtarchiv bekommt heute den Nachlass des Architekten Kunz Nierade.
Nach Angaben des Stadtarchivs war der Architekt vor allem in der DDR tätig. Er hat unter anderem die Leipziger Oper entworfen. Außerdem zeichnete er die Vorlagen für das Grab Johann Sebastian Bachs in der Thomaskirche. Nachlassverwalterin Annett Müller betont, die Stücke hätten eine große Bedeutung für Leipzigs Kultur, denn zwischen 1945 und 1989 stünde das kollektive Planen und Entwerfen mehr im Vordergrund. Durch den Nachlass von Kunz Nierade sei es nun auch möglich den Beitrag eines Architekten wieder erkennbar werden zu lassen. Der Nachlass umfasst mehr als 1.000 Stücke. Darunter sind unter anderem Pläne zu Bauprojekten, Zeichnungen und Schriftwechsel. Anlass der Nachlassübergabe ist das 50-jährige Bestehen des Opernhauses, das in der kommenden Woche gefeiert wird.
Die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Borna nach Geithain ist abgeschlossen.
Nach Bahnabgaben sollen dort ab morgen wieder Züge fahren. Im Zuge der Bauarbeiten hat die Bahn unter anderem auch den Bahnübergang in Frohburg umgebaut. Der knapp 20 Kilometer lange Abschnitt war für drei Monate gesperrt. Das Bauprojekt kostete acht Millionen Euro und ist Teil des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes.
Der Förderverein der Stadtbibliothek feiert sein 20-jähriges Bestehen.
Wie die Stadt mitteilte, soll es deshalb am Abend eine Festveranstaltung in der Alten Börse geben. Dort soll aus den 20 Lieblingsbüchern der Leipziger gelesen und dazu musiziert werden. Schriftsteller Erich Loest werde unter anderem aus dem Buch „Nikolaikirche“ lesen. Die Bücher hatte die Stadtbibliothek im Rahmen der Aktion „20 Jahre – 20 Bücher“ ermittelt. Die Leser konnten aus insgesamt 100 Titeln wählen.



