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Spätnachrichten vom Freitag, 30. Juli 2010
- Warnung vor verunreinigtem Trinkwasser im Südosten
- Kritik an privaten Motorbooten auf geplantem Wasserweg bleibt
- 3. Lange Nacht des Sports fällt aus
- Rammbär in Grimma gefunden
- Straßenbahnen werden umgeleitet
Bei Bauarbeiten ist im Leipziger Südosten das Trinkwasser verunreinigt worden.
Den Kommunalen Wasserwerken (KWL) zufolge betrifft das die Prager Straße zwischen der Chemnitzer Straße und der Franzosenallee. Anwohner seien aufgefordert, das Wasser vor der Nutzung mindestens drei Minuten abzukochen. Wie die Verunreinigung des Wassers genau entstand, ist noch unklar. Nach Angaben der KWL werden die Versorgungsleitungen bereits gespült.
Die Gegner von privaten Motorbooten auf der geplanten Wasserverbindung zwischen Connewitz und Cospudener See halten an ihrer Kritik fest.
Die für August geplante Eröffnung des sogenannten „Kurs 1“ wurde auf kommendes Jahr verschoben. Michael Luda, Sprecher für die Landeskanuverbände, sagte, so hätten die verschiedenen Parteien Gelegenheit, noch einmal ins Gespräch zu kommen. Die Landeskanuverbände würden sich natürlich auch noch einmal an den Gesprächen beteiligen, in der Hoffnung, dass man für das Problem eine einvernehmliche Lösung finde. Es gebe die einzige Möglichkeit, dass man gemeinsam noch mal eine Lösung suche, wo Ausnahmeregelungen stattfinden könnten, damit die private Motorbootschifffahrt in der Form, in der sie zurzeit geplant ist, nicht stattfinde. Die Einwände hätten ihre Berechtigung. Kritikpunkte seien einerseits der Naturschutz und andererseits die Sicherheit der Wassersportler. Beides sei durch die private Motorbootnutzung gefährdet.
Die für Mitte September geplante „Lange Nacht des Sports“ fällt aus.
Der Organisator der Sportnacht, Frank Wallburger, sagte, wegen der andauernden Bauarbeiten könne der Marktplatz nicht genutzt werden. Ohne den Marktplatz, wo die Bühne stehe, habe die Sportnacht kein Herz und keinen Puls. Außerdem sei die Fläche für die mehr als 90 angemeldeten Sportvereine zu klein - das sei das Hauptproblem. Eine Alternative für den Marktplatz gebe es nicht. Dass die Bauarbeiten nun länger dauern als geplant, mache er aber niemandem zum Vorwurf. Die „Lange Nacht des Sports“ fand in Leipzig das erste Mal vor zwei Jahren statt. Unter anderem beteiligen sich auch Halle und Dresden an der deutschlandweiten Aktion. Ziel der Veranstaltung sei es, die Vereine in die Innenstädte zu holen und die Menschen auf den Sport aufmerksam zumachen.
Beim Wiederaufbau der Pöppelmannbrücke in Grimma ist ein Rammbär aus der Frührenaissance entdeckt worden.
Der Stadt Grimma zufolge wurde der schmuckverzierte Metallhammer unter dem Flussbett gefunden. Der rund 450 Jahre alte Hammer wiegt 200 Kilogramm und ist vermutlich europaweit der Einzige seiner Art. Er wurde im 16. Jahrhundert für den Brückenbau eingesetzt. Auf dem Hammer befindet sich unter anderem das Stadtwappen von Grimma. Der sogenannte Rammbär wird nun gesäubert. Künftig soll er im Rathausfoyer ausgestellt werden.
Morgen und Sonntagvormittag verkehren im Westen der Stadt die Straßenbahnlinien 8 und 15 eingeschränkt.
Nach Angaben der Leipziger Verkehrbetriebe werden zwischen der Endstelle Miltitz bis zur Haltestelle Angerbrücke und ab der Haltestelle Sportforum nach Miltitz Busse fahren. Der Grund ist der Abbau der Eisenbahnbrücke an der Engertstraße. Die Straßenbahnumleitung am Goerdelerring endet in der Nacht. Ab morgen verkehren die Linien 1, 9 und 14 wieder normal. Der Straßenverkehr um den Goerdelerring ist noch bis kommenden Freitag beschränkt.
Frühnachrichten
- Streit um Freisitze an der Weißen Elster
- Prozess um Affenforscherin beginnt
- Aus für Bundesliga-Handball in Delitzsch
- Wirtschaftsminister Sven Morlok besucht Neuseenland
- Kühe verursachen tödlichen Unfall auf der A14
Gastronomen und die Stadt streiten sich um die Freisitze an der Weißen Elster.
Die Gastronomen in der Nonnenstraße beschweren sich darüber, dass sie ihre Freisitze bereits um 22 Uhr schließen müssen. Das bedeute weniger Umsatz und weniger Gäste. Die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes, Doris Kretzschmar, hingegen sagte, dass die Ruhezeiten vom Bau- und Umweltrecht abhängig seien. Die Gaststättenbehörde könne nicht unabhängig Gaststättenzeiten festlegen. An der Weißen Elster sei es so, dass sowohl im Baurecht als auch im Umweltrecht Genehmigungen vorlägen, wie lange zum Beispiel die Ponton-Freisitze genutzt werden dürften. Dort stehe eindeutig 22 Uhr als Endzeit drin. Das Gebiet um die Weiße Elster sei eine Wohngegend. Deshalb müssten auch die Ruhezeiten eingehalten werden. Ausnahmeregelungen für Gastronomen mit Freisitzen seien jedoch nicht ausgeschlossen.
Im Streit um die Rettung einer Leipziger Affenforscherin aus dem Dschungel beginnt der Prozess.
Nach Angaben des Landgerichts Konstanz wird ab heute darüber entschieden, ob die Biologin Esther Carlitz ihre Rettung aus dem kongolesischen Urwald selbst bezahlen muss. Auf einer Expedition der Max-Planck-Gesellschaft hatte sich die Leipziger Nachwuchsbiologin nach dem Besuch einer Affenkolonie verirrt. Daraufhin ist eine große Suchaktion gestartet worden – unter anderem mit Suchhunden, die eigens aus Deutschland eingeflogen wurden. Gerettet wurde die Leipzigerin schließlich von einheimischen Wilderern, auf die sie zufällig im Dschungel stieß. Die Max-Planck-Gesellschaft ist nun der Meinung, sie habe die Suchaktion selbst verschuldet. Dafür soll Carlitz jetzt 66.000 Euro zahlen. Die Biologin wiederum gibt der Gesellschaft die Schuld und verlangt 100.000 Euro Schmerzensgeld. Sie sei nicht ausreichend über das Verhalten im Urwald informiert worden.
Die Bundesligamannschaft des Handballvereins Concordia Delitzsch stellt den Spielbetrieb ein.
Nach Angaben des Vereins müssen sich die Spieler heute arbeitslos melden. Alle Versuche den Profihandball in Delitzsch zu erhalten seien fehlgeschlagen. Bei einem Treffen von Vereinsvertretern und dem Insolvenzverwalter der ersten Herrenmannschaft stellte sich heraus, dass das Finanzloch zu groß sei. Die Schulden liegen bereits bei einer Summe von 800.000 Euro. Auch die Spieler warten noch immer auf drei Monatsgehälter. Am Dienstag war die Präsidentin des Vereins, Christine Bormann, zurückgetreten. Grund waren interne Querelen. Auch die Lizenz für die zweite Bundesliga konnte Concordia nur mit Hilfe der Stadt bekommen.
Der sächsische Wirtschaftsminister, Sven Morlok, besucht das Leipziger Neuseenland.
Wie das Ministerium mitteilte, will sich Morlok am Hainer See über das neue Tourismusprojekt informieren. An der so genannten „Lagune Kahnsdorf“ sind bereits Ferienhäuser und Bootsstege gebaut worden. Als nächstes ist der Bau einer Seestraße geplant. Den unterstützt das Land mit dreieinhalb Millionen Euro. Insgesamt stellte der Freistaat für den Ausbau des Leipziger Neuseenlandes bisher rund 30 Millionen Euro bereit.
Zwei Kühe auf der Autobahn 14 haben einen schweren Verkehrsunfall verursacht.
Der Polizei zufolge hatten sich die Kühe in der vergangenen Nacht auf die Autobahn in Höhe der Abfahrten Leipzig-Nord und Leipzig-Mitte verirrt. Insgesamt fünf Autos rammten die Tiere. Dabei kam ein Mensch ums Leben, fünf Personen wurden leicht verletzt. Die Autobahn wurde in Richtung Magdeburg an der Unfallstelle voll gesperrt. Am Vormittag ist sie wieder für den Verkehr freigegeben worden.



