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Spätnachrichten vom Donnerstag, 3. Juni 2010
- Pädagoge kritisiert Kürzung der Ausbildung für Grundschullehrer
- Uniklinikum kritisiert mögliche Zivildienstabschaffung
- Universität eröffnet Forschungszentrum
- Kabelnetz der Primacom ohne Einschränkungen
- Erdbeersaison beginnt
- Gedenktafel an Johann Gottfried Seume enthüllt
Der Leipziger Grundschulpädagoge Michael Toepell sieht eine Verkürzung des Lehramtsstudiums für Grundschulen kritisch.
Das Studium war im Zuge der Einführung des Bachelor-Master-Systems an den Universitäten auf fünf Jahre verlängert worden. Sachsens Kultusminister, Roland Wöller, hatte angeregt die Ausbildung nun wieder auf vier Jahre zu beschränken. Toepell sagte, stattdessen sollte das Lehramtsstudium paxisbezogener werden. Er wünsche sich, dass es bei den fünf Jahren bleibt, aber die Inhalte geändert würden. Die fachwissenschaftlichen Inhalte könnten zu Gunsten der Didaktik und von bildungswissenschaftlichen Anteilen gekürzt werden. Das sei bei fünf Jahren umfangreicher und intensiver möglich. Auf Grund des Mangels an Grundschullehrern sei eine Verkürzung aber nachvollziehbar. So würden in Sachsen jährlich knapp 300 neue Lehrer benötigt, aber nur etwas mehr als 40 beenden das Studium.
Das fünfjährige Studium für das Grundschullehramt ist deutschlandweit einmalig. In den anderen Bundesländern ist es bereits ein Jahr kürzer.
Das Leipziger Universitätsklinikum kritisiert die Pläne zur Abschaffung des Zivildienstes.
Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg hatte vorgeschlagen den Wehr- und Zivildienst auszusetzen, um zu sparen. Die Zivildienstbeauftragte der Klinik, Ursula Assmann, sagte, schon die kürzere Dienstzeit von sechs Monaten sei für die Klinik eine Herausforderung. Würden die Zivildienstleistenden ihren Dienst nicht mehr antreten, sei das ein erhebliches Problem. Sollten diese Regelungen in den kommenden Jahren verändert werden, müsse sich die Klinik entsprechend anpassen. Die Arbeit müsse auf andere Mitarbeiter oder Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahrs übertragen werden. Assmann sagte weiter, der Dienst fördere die Jugendlichen. So würden sie zum Beispiel lernen, im Team zu arbeiten. Am Universitätsklinikum gibt es rund 150 Zivildienststellen – unter anderem in den Bereichen Krankentransport, Pflege und Technik.
Die Universität Leipzig startet ein Programm zur Erforschung von Weltregionen im Zeitalter der Globalisierung.
Nach eigenen Angaben verbindet das so genannte Forschungszentrum verschiedene geistes- und sozialwissenschaftliche Disziplinen. Ziel sei unter anderem die Verflechtungen zwischen Staaten, Kulturen und Gesellschaften in der Welt zu untersuchen. Leipzig sei eine von wenigen deutschen Universitäten, die Institute für ein solch vergleichendes Forschungszentrum hätten. Das Programm wird in den kommenden vier Jahren mit drei Millionen Euro vom Bund gefördert.
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten des Kabelnetzbetreibers Primacom werden die Kunden weiter versorgt.
Wie die Unternehmensgruppe mitteilte, kommt es weder zu Einschränkungen der Dienste noch zum Ausfall des Kabelnetzes. Die Primacom-Gruppe besteht aus zwei getrennten Firmen. Lediglich eine davon ist zahlungsunfähig. Die sei jedoch nicht für das Kabelnetz zuständig. Primacom wolle stattdessen sogar weiter in neue Technik investieren. Im Raum Leipzig versorgt der Kabelnetzbetreiber rund 75.000 Wohnungen. Beim Leipziger Standort arbeiten knapp 300 Menschen.
In Thümmlitzwalde im Landkreis Leipzig ist die Erdebeersaison offiziell eröffnet worden.
Deshalb holte der sächsische Landwirtschaftsminister Frank Kupfer gemeinsam mit Blütenkönigin Stephanie I. die ersten Früche vom Feld. Die Erdbeer-Ernte beginnt dieses Jahr eine Woche später. Grund ist das nasskalte Wetter im Mai. Derzeit gibt es immer noch wenige Erdbeeren. Allerdings sind die Felder bis Mitte Juli geöffnet. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bauen in Sachsen 32 Betriebe auf einer Fläche von mehr als 500 Hektar Erdbeeren an – davon knapp zehn in der Region Leipzig.
In der Innenstadt ist eine Gedenktafel an Johann Gottfried Seume enthüllt worden.
Der Stadt zu folge, wird der Schriftsteller anlässlich seines 200sten Todestages geehrt. Die Bronzetafel hängt an seinem ehemaligen Wohnhaus am Markt. Außerdem gibt es am Abend eine Feierstunde im Alten Rathaus. Insgesamt hat der Schriftsteller in vierzehn verschiedenen Leipziger Wohnungen gelebt. Berühmt geworden ist Seume mit seinen Reiseberichten. Er war Schriftsteller und Sozialkritiker.
Frühnachrichten
- Widerspruch gegen Baustopp des Outlet-Centers Wiedemar
- Direktor des Naturkundemuseums fordert Sanierung
- Freie Lehrstellen im Handwerk
- Anklage gegen Archäologen erhoben
- Pflanzmob im Innenhof am Campus Augustusplatz
- Jugendsportfest Lipsiade eröffnet
- Neuer Mittelfeldspieler für RB
Der Investor des geplanten Outlet-Centers in Wiedemar will Widerspruch gegen den Baustopp einlegen.
Das Verwaltungsgericht Leipzig hatte den Bau des Einkaufszentrums durch das holländische Unternehmen „Stable International“ Anfang Mai vorerst gestoppt. Der Investor und das Landratsamt Nordsachsen wollen nun beim Oberverwaltungsgericht Bautzen durchsetzen, dass der Bau trotzdem beginnen kann. Der eigentliche Widerspruch liegt aber noch der Landesdirektion Leipzig zur Prüfung vor. Mehrere Gemeinden hatten gegen das 50-Millionen-Euro-Projekt protestiert, darunter Delitzsch, Schkeuditz und Leipzig. Die Händler der Kommunen befürchten Umsatzeinbußen. In der schriftlichen Begründung des Verwaltungsgerichts heißt es, das Bauvorhaben könne die Attraktivität der Innenstädte gefährden. In dem Outlet-Center an der A9 sollen über 70 Marken auf rund 16.000 Quadratmetern angeboten werden.
Der Direktor des Leipziger Naturkundemuseums, Rudolf Schlatter, fordert die dringende Sanierung des Hauses.
Nach allen anderen Museen sei nun endlich das Naturkundemuseum an der Reihe. Schlatter sagte, es sei viel zu tun. So müsse beispielsweise die bauliche Substanz verbessert werden. Die Infrastruktur sei entsprechend zu verändern, ein zukünftiges Museum brauche unbedingt einen Aufzug. Weiterhin müsste Gastronomie und ein Museumsshop integriert werden. Auch die Ausstellung selbst sei neu zu gestalten. Er halte es für problematisch, das Naturkundemuseum auf die Agra zu verlegen. Das sei zu weit weg. Geprüft werden müsse stattdessen, ob das ehemalige Landratsamt am Tröndlinring vom Naturkundemuseum genutzt werden könne. Das Gebäude des Naturkundemuseums am Goerdelerring stammt aus dem Jahr 1838.
Zwei Monate vor dem Beginn des neuen Lehrjahres gibt es im Leipziger Handwerk noch freie Lehrstellen.
Wie die Handwerkskammer mitteilte, sind noch mehr als 80 Ausbildungsplätze unbesetzt. Das sind neun Prozent mehr als im Vorjahr. Grund dafür seien die geburtenschwachen Jahrgänge. Bei der Handwerkskammer Leipzig können Jugendliche einen von mehr als 50 Handwerksberufen erlernen, unter anderem Anlagenmechaniker und Bürokauffrau.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Chef-Archäologen der Ausgrabungen am Bildermuseum erhoben.
Nach Angaben der Behörde wird ihm fahrlässige Tötung vorgeworfen. Wann der Prozess beginnt, sei aber noch unklar. Bei den Ausgrabungen am Bildermuseum war im vergangenen Jahr eine 56-Jährige tödlich verletzt worden, als eine zwei Meter hohe Mauer auf sie stürzte. Der Grabungsleiter hatte versäumt, notwendige Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.
Auf dem Innenhof des Campus Augustusplatz soll am Vormittag ein sogenannter Pflanzmob stattfinden.
Nach Angaben der Initiatoren sollen dabei mit Erde gefüllte Badewannen bepflanzt werden. Die Pflanzen und Samen bringen die Studenten selbst mit.
Mit der Aktion wollen die Studenten die Universitätsleitung auffordern, den Begrünungsplan des Architekten umzusetzen. Außerdem wollen sie für eine ökologisch nachhaltige Universität werben.
Am Sportforum hat am Morgen das Kinder- und Jugendsportfest „Lipsiade“ begonnen.
Wie der Stadtsportbund mitteilte, wurden die Wettkämpfe mit dem Staffellauf der Grundschulen offiziell eröffnet. Aufgrund von Platzproblemen waren einige Wettkämpfe bereits in den vergangenen Tagen ausgetragen worden, darunter Schwimmen, Segeln und Turniertanz. Bis zum Sonntag sollen Wettkämpfe in 22 weiteren Sportarten stattfinden. Die Veranstalter erwarten dazu rund 6.000 Kinder und Jugendliche. Die Lipsiade findet zum 17. Mal statt.
Der Fußballclub Rasenballsport Leipzig stellt heute einen neuen Mittelfeldspieler vor.
Nach Angaben des Vereins wechselt Alexander Laas vom VfL Wolfsburg nach Leipzig. Er sei für zwei Jahre verpflichtet worden. Wer die Regionalliga-Mannschaft in der kommenden Saison trainieren wird, sei unterdessen weiterhin offen. Ob der bisherige Trainer Tino Vogel bei dem Verein bleibt und künftig die zweite Mannschaft trainiert, sei ebenfalls noch unklar.



