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Spätnachrichten vom Mittwoch, 2. Juni 2010
- "Stadtforum Leipzig" warnt vor Änderungen im Denkmalschutz
- Mehr junge Menschen in Leipzig
- Umzug des Kabarettarchivs unklar
- 20-jähriges Stadtrats-Jubiläum
- Wohnungsgenossenschaften messen "Sozialrendite"
- Amphibienfahrzeug darf nicht auf Störmthaler See
- Oberbürgermeister Jung am Luftfrachtdrehkreuz
Die Denkmalschutzinitiative „Stadtforum Leipzig“ will die geplanten Änderungen im Denkmalschutzgesetz verhindern.
Der Gesetzesentwurf der Staatsregierung sehe vor, die Denkmäler in zwei Klassen einzuteilen. Dabei wären Denkmäler zweiter Klasse weniger geschützt. Die Kommunen könnten dann allein beispielsweise über einen Abriss entscheiden. Das Innenministerium wollte sich dazu nicht äußern. Wolfram Günther vom Stadtforum sagte, die Pläne des Innenministeriums seien eine Katastrophe für die Region. Deshalb wolle die Initiative das Gesetz verhindern. Es müsse das Gespräch mit dem Landtag und den Fraktionen gesucht werden, um die Gesetzesvorlage aus dem Ministerium zu stoppen. Außerdem müsse mit einer Menge anderer Leute gesprochen werden, die sich in Sachsen und deutschlandweit engagierten, um Druck aufzubauen, sodass die Vorlage gar nicht erst in den Landtag käme. Denkmäler seien vor allem ein wirtschaftlicher Standortvorteil für die Region. Alte Häuser machten unter anderem das Wohnen in Leipzig attraktiv.
In der Stadt haben im vergangenen Jahr wieder mehr junge Menschen gelebt.
Das geht aus dem aktuellen Jugendhilfereport hervor. Demnach stieg die Zahl der Menschen im Alter von null bis 26 Jahren um mehr als 2.000 im Vergleich zum Vorjahr und liegt bei knapp 200.000. Vor allem die Zahl der Kinder bis 14 Jahren wuchs im Vergleich zu 2008: um mehr als vier Prozent. In der Gruppe der Heranwachsenden ist dagegen ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Gesunken ist auch die Zahl der Neugeborenen: um rund fünf Prozent. Im Jugendhilfereport der Stadt sind außerdem die Ausgaben für die Kinder- und Jugendarbeit verzeichnet. Die stiegen seit dem Jahr 2000 um knapp 84 Millionen Euro. Der Jugendhilfereport enthält einen Überblick über die Leistungen des Jugendamtes im Zeitvergleich. Darin stehen unter anderem Informationen zu Demographie, Kindertagesstätten und der Jugendförderung.
Der Umzug des ostdeutschen Ablegers des Deutschen Kabarettarchivs nach Leipzig ist noch unklar.
Wie die Trägerstiftung des Archivs mitteilte, ist der Plan von einer Zusage der Stadt abhängig. Sie müsste einen Teil der Kosten für den neuen Standort übernehmen. Am vergangenen Freitag hatte die Stiftung Deutsches Kabarettarchiv das Projekt im städtischen Kulturausschuss vorgestellt. Der hat die Förderung jedoch noch nicht zugesagt. Dazu habe die Stadt aber auch bis Ende Juni Zeit. Die laufenden Kosten des Archivs würde der Bund zu 70 Prozent übernehmen. Die Stadt müsste jährlich rund 35.000 Euro übernehmen. Bisher ist der ostdeutsche Standort des Kabarettarchivs im Schloss Bernburg in Sachsen-Anhalt. Er soll in den „Kretschmanns-Hof“ in der Katharinenstraße beim Bildermuseum ziehen. Dort soll das Archiv dann auch vergrößert werden.
Am Abend erinnert der Stadtrat mit einer Festsitzung an sein 20-jähriges Bestehen.
Nach Angaben der Stadt sind unter anderem die Mitglieder des damaligen Stadtrats eingeladen. Außerdem sprechen der ehemalige Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube und der damalige Stadtpräsident Friedrich Magirius. Vor 20 Jahren fand die erste öffentliche Sitzung der neu gebildeten Ratsversammlung statt.
Die Leipziger Wohnungsgenossenschaften wollen ihre „Sozialrendite“ ermitteln lassen.
Damit soll ermittelt werden, mit wie viel Geld sie die Stadt entlasten, indem sie sich an der Zahlung von sozialen Leistungen beteiligen. Nach Angaben des Genossenschaftsverbandes helfen sie so beispielsweise Hartz IV-Empfängern, ihre Wohnungen zu behalten. Dadurch könnte die Stadt unter anderem Umzugskosten sparen. Erste Ergebnisse werden für September erwartet. Die Studie ist bundesweit einmalig.
Das Verwaltungsgericht Leipzig hat vorerst das Amphibienfahrzeug auf dem Störmthaler See verboten.
Wie das Gericht mitteilte, fehlt dem Fahrzeug die technische Zulassung. Es handele sich um ein so genanntes „kleines Fahrgastschiff“, für das eine Zulassung nach der Sächsischen Schifffahrtsverordnung gebraucht werde. Erst wenn die vorliege, dürfe das Amphibienfahrzeug auf den See. Mit dem amerikanischen Mannschaftstransporter aus den 40er Jahren sollten gelegentlich Gäste über den See gefahren werden. Es gehört dem Krystallpalast Varieté Leipzig.
In der Nacht besucht Oberbürgermeister Burkhard Jung das Frachtdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle.
Nach Angaben der Post-Tocher DHL wird er gemeinsam mit interessierten Bürgern die Verladung der Luftfracht besichtigen. DHL nutzt den Flughafen Leipzig/Halle als europäisches Frachtdrehkreuz. Rund 200.000 Sendungen werden dabei überwiegend nachts umgeschlagen. Wegen des Lärms werden die nächtlichen Flüge von Anwohnern kritisiert.
Frühnachrichten
- Games Convention Online wird Fachmesse
- Karstadt möglicherweise gerettet
- Kabelnetzbetreiber Primacom zahlungsunfähig
- "Interschutz" schon vor Beginn mit Teilnehmer-Rekord
- Neue Namen für Leipziger Straßen
- Neuer Spieler für Lok Leipzig
Die Online-Computerspielemesse „Games Convention Online“ (GCO) wird künftig als Fachmesse veranstaltet.
Wie die Leipziger Messe mitteilte, wird sich die GCO künftig auf ein Business Forum mit dem Schwerpunkt Online und Mobil-Spiele konzentrieren. Derzeit sollen mehr als 30 Firmen an der Fachmesse teilnehmen. Die ursprünglich parallel dazu geplante Publikumsmesse werde nicht stattfinden, da sich dafür zu wenige Aussteller angemeldet hätten. Die Games Convention Online wird Anfang Juli veranstaltet. Sie ist die Nachfolgemesse der „Games Convention“, die seit dem vergangenen Jahr in Köln stattfindet.
Die Warenhauskette Karstadt kann voraussichtlich gerettet werden.
Nach Angaben des Sprechers des Insolvenzverwalters, Thomas Schulz, haben genügend Kommunen einem Verzicht auf die Gewerbesteuereinnahmen zugestimmt. Es sehe so aus, als ob die Zustimmungsquote der Kommunen ausreiche, um Karstadt zu retten. Es müssten aber noch einzelne rechtliche Prüfungen vorgenommen werden. Schulz zufolge haben drei von 94 Kommunen ihre Zustimmung verweigert. Darauf entfielen aber weniger als zwei Prozent der Steuerforderungen, sodass die geforderten 98 Prozent noch erreicht würden. Die Kommunen waren aufgefordert worden, ihren Karstadt-Filialen die Gewerbesteuer zu erlassen, die bei einer Sanierung Karstadts fällig werden würde. Dresden und Leipzig hatten bereits vor knapp zwei Wochen einem Erlass der Gewerbesteuer für ihre Karstadt-Filialen zugestimmt.
Der Kabelnetzbetreiber Primacom steht kurz vor der Insolvenz.
Nach Angaben des Unternehmens fordern Kreditgeber die Rückzahlung von knapp 30 Millionen Euro. Die Firma sei damit zahlungsunfähig. Die Geschäfte würden jedoch zunächst unverändert weiter betrieben. Der Kabelnetzbetreiber hat unter anderem einen Standort in Leipzig und versorgt nach Angaben der Leipziger Volkszeitung in Sachsen rund 350.000 Haushalte.
Die diesjährige Weltleitmesse „Interschutz“ verzeichnet schon vor Beginn Rekordzahlen.
Nach Angaben des Veranstalters Deutsche Messe werden sich rund 1.400 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentieren. Vor fünf Jahren waren es noch 1.200. Auch die Ausstellungsfläche sei von etwa 88.000 auf 89.000 Quadratmeter vergrößert worden. Schwerpunkt seien in diesem Jahr Fahrzeuge, Ausstattung und Löschgeräte. Zur Messe werden mehr als 100.000 Besucher erwartet. Die „Interschutz“ findet alle fünf Jahre statt. Sie beginnt am kommenden Montag zeitgleich mit dem Deutschen Feuerwehrtag.
In Leipzig sollen 13 Straßen neu oder umbenannt werden.
Nach Angaben der Stadt soll unter anderem die neue Parallelstraße zur Anna-Kuhnow-Straße in Reudnitz-Thonberg „Brommeweg“ heißen. Des Weiteren wird ein Teil der Leipziger Straße in Böhlitz-Ehrenberg in „Zur Lehmbahn“ umbenannt. Im August will der Stadtrat über die Vorschläge entscheiden.
Der Fußball-Oberligist 1. FC Lok Leipzig bekommt einen neuen Mittelfeldspieler.
Der aus Altenburg stammende Raik Hildebrandt ist der erste Neuzugang der kommenden Saison. Er wechselt vom 1. FC Gera zum Leipziger Oberligisten. Auf der anderen Seite verabschieden sich drei Spieler vom Verein. So verkündete Lok-Kapitän Torsten Jülich nach knapp 20 Jahren sein Karriereende. Außerdem wollen Flügelspieler Ralf Schreiber und Defensivspieler Steffen Fritzsch den Verein verlassen. Vor zwei Wochen hatten bereits drei andere Spieler ihren Abschied vom 1. FC Lok bekannt gegeben.



