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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 18. Juni 2010

Der FDP-Generalsekretär Torsten Herbst verteidigt die Entscheidung, Joachim Gauck zum Bundespräsidenten wählen zu wollen.

Herbst sagte, mit dem Kandidaten von CDU und FDP, Christian Wulff, stünde ein ebenso respektabler Kandidat zur Wahl, wie Joachim Gauck. Die Bundespräsidentenwahl sei aber eine Gewissensentscheidung. Auf Grund seiner ostdeutschen Herkunft und seiner eigenen politischen Karriere, die im Herbst 1989 begann, als er wie viele andere in Dresden demonstrieren war - für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte. Das verbinde ihn mit Joachim Gauck und deshalb sei er seine erste Wahl und nicht Christian Wulff. Herbst ist einer der Wahlmänner der sächsischen FDP. Er hatte zusammen mit Holger Zastrow und Tino Günther am Morgen erklärt, bei der Bundespräsidentenwahl am 30. Juni für den Kandidaten von SPD und Grünen, Joachim Gauck, zu stimmen.

Der Leipziger Standort der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bleibt erhalten.

Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist ein entsprechender Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung ausgehandelt worden. Betriebsbedingte Kündigungen sind auf Grund des Tarifvertrages nun bis September kommenden Jahres ausgeschlossen. Das gelte für insgesamt rund 10.000 Arbeitnehmer – darunter auch Leipziger. Denn zur LBBW gehört auch die in Leipzig ansässige frühere Landesbank Sachsen, die heute unter dem Namen Sachsen Bank tätig ist. Sie wurde vor drei Jahren mit einer Übernahme durch die LBBW vor der Pleite gerettet. Die LBBW hatte in den vergangenen beiden Jahren Verluste in Milliardenhöhe eingefahren und beschlossen deutschlandweit 2.500 Stellen zu streichen. Die Arbeitsplätze sollen nun durch Altersrente, Vorruhestand und Altersteilzeit abgebaut werden.

Der Fußball-Lehrer Tomas Oral ist neuer Cheftrainer beim Regionalligisten Rasenballsport Leipzig.

Wie der Verein mitteilte, hat Oral einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Zuletzt war der 37-Jährige Trainer beim Bundes-Zweitligisten FSV Frankfurt. Oral freue sich über das Vertrauen, dass RB ihm entgegenbringe. Das Ziel sei natürlich der Aufstieg, alles andere sei unrealistisch. Das wichtigste sei aber eine Mannschaft zu formen, die die Tugenden des Fußballs verinnerliche. Da wolle er erstmal den Ansatz packen, damit die Mannschaft wisse, um was es geht. Jeder Spieler im Verein wisse um die Aufgabe. Da gelte es nicht großartig voraus zu schauen, sondern die tägliche Arbeit so zu meistern, dass eine Basis geschaffen werde.Er lege zudem Wert auf die Fitness der Spieler, um auf dem Platz dominieren zu können. Orals Vorgänger, Tino Vogel, war nach dem letzten Saisonspiel Ende Mai vorzeitig beurlaubt worden.

Zwölf Leipziger Schulen dürfen sich „Schulen der Toleranz 2010“ nennen.

Sie sind für ihre Projekte zur Eindämmung von Gewalt und Extremismus ausgezeichnet worden. Nach Angaben der Stadt erhalten die Schulen unter anderem jeweils ein Preisgeld von 500 Euro und eine Urkunde. Unter den diesjährigen Gewinnern sind die Heinrich-Pestalozzi-Schule, die Mittelschule am Adler und das Gustav Hertz Gymnasium. Der Titel „Schule der Toleranz“ wurde zum fünften Mal verliehen.

Der Kapellmeister des Gewandhauses, Riccardo Chailly, erhält am Abend den Alexander-Zemlinsky-Preis.

Der Dirigent wird damit für seine besonderen Verdienste um die Wiederentdeckung und Interpretation der Werke Zemlinskys geehrt. Der Preis in Form einer Bronzefigur ist mit rund 25.000 Euro dotiert. Er soll Chailly beim Großen Concert im Gewandhaus überreicht werden. Der Alexander-Zemlinsky-Fond wurde 1989 von der Witwe des Komponisten gestiftet und besitzt alle Rechte am Werk des Künstlers.

 

Frühnachrichten

Die drei sächsischen FDP-Abgeordneten wollen bei der Bundespräsidentenwahl für den Kandidat von SPD und Grünen, Joachim Gauck, stimmen.

Das kündigten Holger Zastrow, Torsten Herbst und Tino Günther am Morgen in einer gemeinsamen persönlichen Erklärung an. Zastrow sagte, er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch das Votum seiner Partei und die Signale aus der Bevölkerung hätten ihn in seiner Entscheidung für Joachim Gauck bestärkt. Durch die Ankündigung der sächsischen FDP-Abgeordneten schrumpft die rechnerische Mehrheit des Unions-Kandidaten Christian Wulff auf 17 Stimmen. Auch ein Bremer FDP-Abgeordneter hatte bereits angekündigt, für Gauck stimmen zu wollen. Gauck hatte gestern an einer Gedenkveranstaltung in der Stadt teilgenommen. In seiner Rede sagte er, er wünsche sich mehr Nähe zwischen Bürgern und Politikern.

Der sächsische Landtag soll beim Bau des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmales mitbestimmen.

Das fordert der Leipziger Landstagsabgeordnete Robert Clemen von der CDU. Wenn der Freistaat mitfinanziere, solle er auch mitbestimmen dürfen. Clemen sagte, Stadt und Landtag hätten verschiedene Vorstellungen von dem Denkmal. Der Landtag und insbesondere die Regierungsfraktionen würden einen ganz konkreten Ort und ein ganz konkretes Ding bevorzugen, ob das nun ein Denkmal sei oder etwas ähnliches. Die Stadt Leipzig sei sich dagegen noch nicht ganz einig und könnte sich auch eine Art Happening vorstellen. Und da gingen die Meinungen doch ein klein wenig auseinander. Er wünsche sich deshalb eine gemeinsame Kommission aus Stadt, Bund und Land, die über das Denkmal entscheidet. Der Landtag hatte sich gestern klar für die Unterstützung des Projektes ausgesprochen. Die Förderhöhe soll zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro liegen. Das Einheitsdenkmal soll an die friedliche Revolution erinnern und spätestens zu deren 25. Jahrestag in vier Jahren fertig sein.

Die Hälfte der für dieses Jahr geplanten neuen Kindertagesstätten wird nicht rechtzeitig fertig.

Einem Bericht der Bildzeitung zufolge gibt es bei vier von acht geplanten Kitas Bauverzögerungen. Dadurch fehlten für das laufende Jahr etwa 400 Plätze. Darüber hinaus müsse die Stadt innerhalb von drei Jahren zehn bis 15 weitere neue Kindertagesstätten bauen. Das sehe die Bedarfsplanung vor.

Am Morgen haben die Rektoren der Universität und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) einen Vertrag zur engeren Zusammenarbeit unterzeichnet.

Diese soll alle Bereiche der Lehre, des Studiums und der Forschung einschließen. Die Vereinbarung soll zudem Studenten einen Wechsel zwischen beiden Hochschulen erleichtern. Außerdem sollen gemeinsame Forschungsvorhaben enger verzahnt und eine Promotion von HTWK-Absolventen an der Universität ermöglicht werden.