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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Mittwoch, 3. März 2010

Das Zentralstadion könnte demnächst umbenannt werden.

Der Stadtrat wird in drei Wochen darüber abstimmen, ob es Red Bull Arena heißen werde. Dem Geschäftsführer des Stadions, Wilfried Lonzen, zufolge hat der Getränkehersteller bereits eine mündliche Zusage für den Namen. Das Unternehmen sponsort seit dieser Saison auch den Fußball-Oberligsiten Rasenballsport Leipzig. Der war als neuer Verein aus Teilen des SSV Makranstädt entstanden. Wie viel das Unternehmen für den neuen Stadionnamen bezahlt, wollte Lonzen nicht sagen. Auch die Spekulationen um einen möglichen Kauf des Zentralstadions wollte er nicht kommentieren.

Die Stadt will Kleinstunternehmen mit Mikrokrediten unterstützen.

Sie sollen in Höhe von drei- bis fünftausend Euro an lokale Selbstständige und kleine Firmen vermittelt werden. Um das zu verwirklichen wird ein Fonds für Mikrokredite eingerichtet. Insgesamt sollen für alle Leipziger Kleinstunternehmen 200.000 Euro bereit stehen. 15 Prozent davon will die Stadt übernehmen. Der Rest kommt von der Sparkasse Leipzig, dem „Mikrokreditfonds Deutschland“ und dem Europäischen Sozialfonds. Die ersten Kredite sollen im April ausgezahlt werden. Der Stadt zufolge passt die Kreditform auf rund 90 Prozent der Leipziger Unternehmen. Sie haben weniger als zehn Mitarbeiter und gelten deswegen als Kleinstunternehmen. Bewerben können sich alle Betriebe – besonders berücksichtigt würden aber Unternehmen aus dem Leipziger Osten, Plagwitz und Grünau. Der Mikrokreditfonds soll vorerst als Pilotprojekt starten. Dem Vorschlag muss noch der Stadtrat Ende des Monats zustimmen.

Die Leipziger Zweierbobfahrerin Romy Logsch ist froh, dass sie ihren Sturz bei den Olympischen Spielen leicht verletzt überstanden hat.

Logsch sagte im Interview mit mephisto 97.6, sie sei aber dennoch enttäuscht, keine Medaille gewonnen zu haben. Die Freude wieder zu Hause zu sein überwiege jedoch. Sie sei glücklich, dass ihr bei dem Sturz nichts Schlimmeres passiert sei. Zwar habe sie sich verletzt, es sei aber nichts gravierendes, so Logsch. Sie war im Finallauf der Olympischen Spiele mit ihrer Teampartnerin Cathleen Martini gestürzt. Der Bob war zu hoch aus einer Kurve gekommen und umgekippt. Dabei flog Logsch aus dem Bob heraus auf die Eisbahn und erlitt eine Fraktur des linken Sprunggelenks. Gestern war Logsch mit der deutschen Mannschaft aus dem kanadischen Vancouver zurückgekehrt.

Ein Leipziger Wissenschaftler erhält den Max-Planck-Forschungspreis.

Wie die Max-Planck-Gesellschaft mitteilte, wird der Direktor des Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, Michael Tomasello, ausgezeichnet. Der Amerikaner erforscht die Entstehung von Sprache und Kultur beim Menschen. Nach Angaben der Gesellschaft hat Tomasello wesentlich dazu beigetragen, die Evolution des Menschen zu verstehen. Der Forschungspreis ist mit 750.000 Euro dotiert. Verliehen wird er Mitte Juni in Hannover.

Körperlich Behinderten soll künftig das Baden im Cospudener See ermöglicht werden.

Nach Angaben der Stadt wird ein rollstuhlgerechter Badesteg am Nordstrand gebaut. Über ihn können Rollstuhlfahrer durch eine 50m-lange Stahlrampe ins Wasser gelangen. Dafür können vor Ort Baderollstühle ausgeliehen werden. In Ostdeutschland ist es der erste barrierefreie Badesteg an einem naturnahen See. Das 150.000 Euro teure Projekt soll bis zum Beginn der Badesaison, Ende Mai, fertig gestellt werden.

Der Prozess um die zwei Steinewerfer von der A9 bei Leipzig muss neu verhandelt werden.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gab der Revision seitens der Staatsanwaltschaft statt und verwies den Fall an das Leipziger Landgericht. Dabei soll geprüft werden, ob eine der Taten härter bestraft werden muss. Vor einem Jahr hatten zwei Männer im Dunkeln Granitblöcke von einer Brücke geworfen. Dabei rasten mehrere Autos in die Hindernisse, verletzt wurde aber niemand. Die Männer waren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchten gemeinschaftlichen Mordes zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Auch sie hatten Revision eingelegt, ihr wurde aber nicht stattgegeben.

Die sächsischen Bürger treiben mehr Sport in Vereinen.

Nach Angaben des Landessportbundes Sachsen registrierten die Vereine zu Jahresbeginn rund 175.000 Mitglieder. Das sind knapp 11.0000 Sachsen mehr als im Vorjahr. Grund für den Zuwachs sei das Engagement der Mitarbeiter in den Vereinen. Aber auch durch die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen werden neue Mitglieder gewonnen. Der größte Verein in Sachsen ist der Sportclub DHfK Leipzig mit mehr als 5.000 Sportlern.

Im Museum der Bildenden Künste wird das Gemälde „Der pinkelnde Tod“ von Max Klinger gezeigt.

Auf dem Werk wird der Tod als Knochenmann dargestellt, der in einen See uriniert. Dem Museum zufolge kostete das Bild 700.000 Euro. Das Geld kam unter anderem von der Kulturstiftung der Länder und der Stadt. Vor dem Kauf hatte der Preis des Bildes für heftige Diskussionen gesorgt. Kritiker empfanden den Betrag als zu hoch. Der symbolistische Maler und Bildhauer Max Klinger wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Leipzig geboren. Das Bildermuseum besitzt nach eigenen Angaben die größte Sammlung seiner Werke.

 

Frühnachrichten

Ein großer deutscher Spieleentwickler hat seine Teilnahme an der Games Convention Online abgesagt.

Wie die Leipziger Messe mitteilte, wird Gameforge im Publikumsbereich der Messe nicht austellen. Allerdings habe das Unternehmen nur für einen Teil der Messe abgesagt. Ob es auch im Buisnessbereich nicht vertreten sein wird, entscheide sich erst in den kommenden Wochen. Trotz der Absage rechnet die Messe mit einem Erfolg der Games Convention Online im Sommer. Mit den meisten Ausstellern werden derzeit noch Gespräche geführt. Führende Spieleentwickler aus Asien hätten ihr Kommen bereits zugesagt. Im vergangenen Jahr fand die Games Convention Online zum ersten Mal statt. Zuvor gab es in Leipzig mit der Games Convention eine Messe für Computerspiele im Allgemeinen. Nachdem diese unter dem Namen Gamescom nach Köln gezogen ist, bietet Leipzig eine Messe zu Onlinespielen an.

Die Beseitigung des Asbests in den Lüftungsanlagen der Oper Leipzig dauert länger.

Nach Angaben der Oper reichen die Mittel der Stadt nicht aus, um alle Räume zeitgleich zu sanieren. Deswegen werden momentan nur die Klimazentrale und die Probebühne vom Asbest befreit. Der Umbau des Ballettsaals verzögere sich bis spätestens 2016. Der Oper zufolge ist das aber nicht gefährlich für die Besucher. Die Wände enthielten zwar Asbest, bisher seien jedoch keine freien Fasern festgestellt worden. Eine weitere Messung sei für den Sommer geplant. Aufgrund seiner isolierenden Fähigkeit und langen Haltbarkeit wurde Asbest häufig zum Bauen verwendet. Das natürlich vorkommende Silikat-Mineral birgt Gefahren für die Gesundheit. Das Einatmen von freien Asbestfasern kann krebserregend sein.

Die sächsischen Grundschüler bekommen ihre Bildungsempfehlungen.

Dem Kultusministerium zufolge entscheidet sich auch für die 6.400 Viertklässler in Leipzig, ob sie auf der Mittelschule oder am Gymnasium weiterlernen dürfen. Entscheidend hierfür ist die Durchschnittsnote der Fächer Deutsch und Mathematik. Liegt sie bei 2,5 wird der Weg aufs Gymnasium empfohlen. Die Bildungsagentur rechnet damit, dass das für die Hälfte der Schüler zutrifft. Mittlerweile plant die Koalition den Durchschnittswert aber wieder auf 2,0 anzuheben.

Der ehemalige Leipziger Sportbürgermeister Holger Tschense ist am Dienstagabend freigesprochen worden.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm Untreue vor. Nach Angaben des Amtsgerichts konnte ihm das aber nicht nachgewiesen werden. Im Prozess ging es um den Handball-Supercup vor sieben Jahren. Tschense hatte als Sportbürgermeister dessen Organisation übernommen. Dabei hatte er Verträge mit einer Eventfirma abgeschlossen. Sie sollte das Kostenrisiko für das Turnier tragen. Der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee kündigte die Verträge, wodurch der Stadt Kosten von 100.000 Euro entstanden. Tschense sollte mit dem Vertragsabschluss gegen die Gemeindeordnung verstoßen haben. Laut Gericht ist das aber nicht der Fall gewesen.