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Spätnachrichten vom Montag, 22. März 2010
- Lufthansa-Piloten streiken nach Ostern
- Präsident Leipziger Ruderclubs sagt im Fall Elsterflutbecken aus
- BBVL beantragt Lizenz für erste Liga
- Neue Selbstanzeigen der Steuersünder in Sachsen
- Neuer Aufsichtsrat für VNG
- Kaufhaus am Brühl wird abgerissen
- Heuersdorf ist Geschichte
Die Piloten des Lufthansa-Konzerns wollen nach Ostern erneut streiken.
Wie die Pilotenvereinigung Cockpit mitteilte, wird der Ausstand Dienstag in drei Wochen beginnen. Dann werde deutschlandweit vier Tage lang gestreikt. Betroffen seien davon Flüge der Lufthansa, von Lufthansa Cargo und Germanwings. Am Flughafen Leipzig/Halle gibt es in dieser Zeit allein 125 Hin- und Rückflüge der drei Unternehmen innerhalb Deutschlands. Die Verhandlungen zwischen der Pilotenvereinigung und den Arbeitgebern waren erneut gescheitert. Bis zum Streik nach Ostern habe Lufthansa nun Zeit ein verbessertes Angebot vorzulegen. Bereits im Februar hatten die Beschäftigten einen Tag gestreikt. Ein Gericht hatte die Tarifparteien daraufhin zu neuen Verhandlungen aufgefordert.
Der Chef eines Leipziger Ruderclubs hat vor dem tödlichen Unfall das Wehr nicht als Gefahr angesehen.
Im Prozess vor dem Leipziger Amtgericht sagte er aus, dass er den Wettbewerb wie in den Jahren zuvor organisiert habe. Aus seiner Sicht habe er eher für Verbesserungen gesorgt. So setzte er eine Rettungsstaffel ein. Der Mann ist zusammen mit zwei Betreuerinnen eines Ruderclubs aus Dessau-Roßlau angeklagt. Ihnen wird fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Tötung vorgeworfen. Vor knapp zwei Jahren waren bei einer Regatta fünf Kinder das Palmengartenwehr am Elsterflutbecken hinabgestürzt. Ein zwölf Jahre alter Junge ertrank, die anderen Kinder wurden zum Teil schwer verletzt.
Trotz des Abstiegs will der BBV Leipzig Eagles für die erste Liga eine Lizenz beantragen.
Das letzte Saisonspiel gegen den TSV Wasserburg verloren die Damenmannschaft mit 56:67 und landete auf einem der beiden Abstiegsplätze. Die Präsidentin des BBVL, Monika Seidel, sagte, es soll dennoch ein Lizenzantrag für die erste Liga gestellt werden. Ob der BBVL trotz des sportlichen Abstiegs in der ersten Liga spielen könne, werde sich voraussichtlich im Mai entscheiden. Im Moment sei die Liga mit zwölf Mannschaften besetzt. Es werde aber ständig darüber diskutiert, die Liga auf 14 auszubauen. Da es im Interesse der Mannschaften sein müsste, mindestens eine 14ner -Staffel zu haben, damit nicht das passiere, was dem BBVL passiert sei, dass die Saison Mitte März beendet sei, obwohl diese erst im Oktober begonnen hatte. Es bekomme dem Frauen-Basketball nicht gut für knapp sechs Monate von der Bildfläche zu verschwinden. Auch im vergangenen Jahr konnte der BBVL trotz des Abstiegs in der ersten Liga spielen. Der Lizenzantrag konnte bewilligt werden, weil zwei Aufstiegs-Kandidaten ihre Lizenz nicht bezahlen konnten.
In der vergangenen Woche haben sich vier weitere Steuersünder aus Sachsen selbst angezeigt.
Wie das Finanzministerium mitteilte, gibt es mittlerweile 50 Selbstanzeigen in Sachsen. Bei allen lasse sich ein Bezug zu Schweizer Bankkonten herstellen. Die Summe der nacherklärten Einkünfte sei auf rund 3,8 Millionen Euro gestiegen. Somit betrage die Summe der hinterzogenen Steuern mittlerweile mehr als eine Millionen Euro. Ein weiterer Anstieg der Summe sei aber möglich, da nicht in allen Selbstanzeigen Auskunft über die genauen Beträge gegeben seien. In Leipzig sind Medienberichten zufolge vier Selbstanzeigen bekannt. Genauere Angaben über die Zahlen in den Städten dürfe das Finanzministerium nicht machen.
Der Leipziger Gasimporteur VNG hat einen neuen Aufsichtsrat.
Nach Angaben des Unternehmens wurde Hans-Jörg Scheliga in einer außerordentlichen Hauptversammlung gewählt. Er war zuvor Chef der Stadtwerke Rostock. Das Unternehmen ist einer der kommunalen Anteilseigner der VNG. Der vorherige Aufsichtsrat Rainer Otto hatte das Unternehmen Mitte Februar verlassen.
Nachdem die alten Aluminiumplatten abmontiert worden sind, wird das Kaufhaus am Brühl nun abgerissen.
Nach Angaben des Investors MfI werden die Platten nun restauriert. In den kommenden zwei bis drei Monaten werde nun die Fassade abgerissen. Dabei soll aber ein 15 Meter langes Stück des alten Kaufhauses erhalten bleiben. Für das neue Gebäude sind circa 26 verschiedene Fassadentypen geplant, so entstehe der Eindruck vieler verschiedener Gebäude. In der Konstruktion werden auch die alten Aluminiumplatten wieder eingefügt. Die „Höfe am Brühl“ sollen im Herbst kommenden Jahres mit 130 Geschäften und 70 Wohnungen eröffnet werde.
Das Dorf Heuersdorf im Landkreis Leipzig ist fast komplett abgerissen.
Nach Angaben der Mitteldeutschen Braunkohlen AG sind nun auch die letzten Wohnhäuser des Dorfes beseitigt. Trotz heftiger Proteste der Bewohner musste das Dorf dem Braunkohle-Tagebau weichen. Der Erweiterung des Tagebaus Schleenhain auf dem Boden von Heuersdorf steht nun nur noch die Taborkirche im Weg. Sie soll in den kommenden Monaten abtransportiert werden und bildet den Schlusspunkt in der Geschichte von Heuersdorf. Vor drei Jahren war bereits die Emmauskirche mithilfe eines Schwertransports in die benachbarte Kreisstadt Borna gebracht worden. 200 Bäume mussten entlang der Strecke gefällt werden, die Kosten des Transports lagen bei drei Millionen Euro.
Frühnachrichten
- Mehr Besucher auf der Buchmesse
- Bach-Museum wieder offen
- Erneuerung des Spielplatzes am Hildebrandtplatz
- Bahnverkehr zwischen Leipzig und Hoyerswerda eingeschränkt
- HCL verliert erneut
- Lok Leipzig gewinnt, FC Sachsen verliert
Die Buchmesse ist gestern mit einem Besucherplus zu Ende gegangen.
Nach Angaben der Messe kamen rund 156.000 Menschen. Das waren rund 9.000 mehr als im vergangen Jahr. In den vergangenen vier Tagen hatten sich auf der Messe ca. 2000 Aussteller aus 39 Ländern präsentiert. Parallel dazu fand das Lesefestival „Leipzig liest“ statt. Dabei stellten gut 1.500 Autoren ihre Bücher vor. Ein Schwerpunkt war Literatur aus Südosteuropa. Mit über 60 Beteiligten aus 13 Ländern stellte er das größte Programm. Zum ersten Mal nahm ein Verbund aus Lateinamerika teil. Im kommenden Jahr findet die Messe wieder Ende März statt. Im Mittelpunkt wird dann Literatur aus Serbien stehen.
Gestern wurde das Bach-Museum wiedereröffnet.
Dazu waren rund 3.000 Besucher gekommen. Museumsleiterin, Kerstin Wiese, sagte, das Museum habe einen Erweiterungsbau bekommen. Dadurch hätte sich die Ausstellungsfläche mehr als verdoppelt. Besucher könnten im Museum sehr viel tun. Es sei der Museumsleitung wichtig gewesen, dass die Menschen auch selbst Sachen erleben und ausprobieren könnten. So spiele die Musik eine ganz große Rolle in der neuen Ausstellung. Es gebe dort Hörstationen und einen Klangraum. Im Museum sei das gesamte Werk von Johann Sebastian Bach hörbar. Das Bachmuseum war in den vergangenen zwei Jahren für rund sieben Millionen Euro umgebaut und saniert worden. Mit der Wiedereröffnung wurde auch Bachs 325. Geburtstag gefeiert.
In Connewitz wird der Spielplatz auf dem Hildebrandtplatz saniert.
Nach Angaben der Stadt muss der Spielplatz wegen der starken Nutzung erneuert werden. Die Mittel dafür stammen aus dem Konjunkturpaket II. Die Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich drei Wochen dauern. Ausweichen können Eltern und Kinder auf den Spielplatz am Wiedebachplatz.
Durch Brückenarbeiten ist der Bahnverkehr zwischen Leipzig und Hoyerswerda eingeschränkt.
Bis Freitag enden dadurch der Deutschen Bahn zufolge die Regionalzüge Leipzig-Hoyerswerda an der Haltestelle Leipzig-Thekla. Bis zum Hauptbahnhof werden Busse eingesetzt. Diese halten aber nicht an der Leipziger Messe.
Die Handballdamen des HC Leipzig haben erneut in der Championsleague verloren.
Sie unterlagen gegen den ungarischen Club ETO Györ mit 19 : 30. Damit hat der HCL alle sechs Hauptrundenspiele in der Championsleague verloren. Bereits vor der Partie stand fest, dass sie das Halbfinale nicht erreichen können. Am Mittwoch spielt der HCL gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen im Viertelfinale um den deutschen Handball-Pokal.
Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat gegen den SC Borea Dresden gewonnen.
In Dresden siegte die Mannschaft mit 4:3. Damit liegt Lok Leipzig in der Tabelle jetzt auf Platz neun. Der FC Sachsen Leipzig hat dagegen gestern verloren. Er unterlag zuhause gegen den VfB Auerbach 0:1 und belegt damit den zwölften Tabellenplatz. Der Rasenballsport Leipzig siegte am Samstag erneut gegen Dynamo Dresden II mit 2:1. Damit führt der RB Leipzig weiter die Oberliga an. Am Mittwoch holen alle drei Vereine Pflichtspiele nach. Die waren aufgrund von Eis und Schnee in den vergangenen Wochen abgesagt worden.



