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Spätnachrichten vom Freitag, 19. März 2010
- Angeklagter im Mordfall Corinna gesteht Tat
- Bach-Museum steht vor Eröffnung
- Konzepte für Neugestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes besprochen
- KWL- Skandal erreicht neue Dimension
- Besucherrekord zur Halbzeit der Buchmesse
- RB Leipzig spielt gegen Dynamo Dresden II
- BBVL kämpft gegen Wasserburg um den Klassenerhalt
Der mutmaßliche Mörder der neunjährigen Corinna hat vor Gericht die Tat gestanden.
Über seinen Anwalt ließ der 39-Jährige erklären, dass seine Aussagen beim psychiatrischen Gutachter vollständig gültig seien. Das sei das Tatgeschehen. Mehr gebe es nicht zu sagen. Am zweiten Prozesstag schilderte der forensische Psychiater Hans-Ludwig Kröber was ihm der Angeklagte von dem Mord berichtet hatte. Nach der Einschätzung Kröbers ist der 39-Jährige voll schuldfähig. Zwar sei der Mann zum Tatzeitpunkt schwer betrunken gewesen. Das habe ihn in seinem Handeln aber nicht beeinträchtigt, weil er seit 17 Jahren Gewohnheitstrinker sei. Kröber schätzt den Angeklagten zudem als leicht minderbegabt ein. Der 39-Jährige habe außerdem wenig Selbstbewusstsein. Eine Vorliebe für Kinder habe er in den Gesprächen abgestritten. Auch Kröber gehe davon aus, dass der Gedanke zum sexuellen Missbrauch spontan gekommen sei, ebenso wie die gesamte Tat. Für den Prozess sind noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll Ende März fallen.
Nach mehr als zwei Jahren Umbauarbeiten wird morgen das Bach- Museum wieder eröffnet.
Beim Umbau wurde auch die Ausstellungsfläche verdoppelt. Die Kosten des Umbaus lagen bei sieben Millionen Euro. Das Museum zeigt unter anderem einen Orgelspieltisch aus der Leipziger Johanniskirche, an dem Bach mehrfach saß. Außerdem eine bislang verschollene Geldkassette des Musikers, die im Meißner Dom entdeckt wurde. Oberbürgermeister Burkhardt Jung sagte, das Museum sei eine große Chance und ein Geschenk für Leipzig weil jetzt ein Ort greifbar werde mit einer deutlich erhöhten Ausstellungsfläche. Das Leben Johann Sebastian Bachs werde greifbar, sichtbar auch erlebbar. Johann Sebastian Bach habe es verdient, in angemessener Weise erforscht, gesammelt, bewahrt und gepflegt zu werden. Jung sagte weiter, Leipzig habe mit der Thomaskirche, dem Bachdenkmal und dem Museum nun ein einmaliges historisches Ensemble vorzuweisen. Das neue Museum ziehe auch mehr Touristen an. Am Sonntag wird zum 325. Geburtstag Bachs auch Bundespräsident Horst Köhler im Museum erwartet. Johann Sebastian Bach war von 1723 bis 1750 Thomaskantor in Leipzig.
Für die Neugestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes werden verschiedene Konzepte ausgewertet.
Leipzigs Baubürgermeister, Martin zur Nedden, sagte, während der vergangenen Tage seien verschiedene Ideen besprochen und diskutiert worden. Auch die Vorschläge aus dem Bürgerforum seien mit in die Diskussion eingeflossen. Die einzelnen Büros hatten sich mit der Frage des Wilhem-Leuschner-Platzes an sich beschäftigt. Ein weiterer Punkt sei die Gestaltung und Umsetzung der Markthalle gewesen, sowie mit dem Bowlingtreff und dessen Umfeld umgegangen werden könne. Auch die Nutzung der bislang noch vorhandenen Flächen sei besprochen worden.Zur Nedden sagte weiter, einen Investor für die Markthalle gebe es bereits. Nun müsse darüber beraten werden. Im Zuge der Eröffnung des City-Tunnels soll der Wilhelm-Leuschner-Platz umgestaltet werden, um die Innenstadt besser mit der Südvorstadt zu verbinden.
Für den Geschäftsführer der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, Josef Rahmen, hat der Skandal um die Finanzgeschäfte der Kommunalen Wasserwerke neue Dimensionen angenommen.
Die Wasserwerke sind ein Teil der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft. Deren Geschäftführer Rahmen sagte, die aktuellen Ereignisse verstärken den Eindruck, dass hier gar nichts für die Wasserwerke getan werden sollte, sondern für die eigene Tasche. Rahmen spielt mit der Aussage auf die Verhaftung zweier Manager eines Schweizer Finanzdienstleisters an. Sie sollen laut Staatsanwaltschaft den ehemaligen Geschäftsführer der Wasserwerke, Klaus Heininger, mit drei Millionen US-Dollar bestochen haben. Laut Rahmen bekamen die beiden Manager dafür 28 Millionen US-Dollar. Rahmen sagte weiter, es sehe so aus, als ob das ganze Konstrukt eigens geschaffen worden sei, damit Geschäftsführer, Vermittler und Banken daran verdienen konnten, während das volle Risiko bei den Wasserwerken liege. Durch die geheimen Geschäfte bei den Wasserwerken besteht für die Stadt ein finanzielles Risiko von bis zu 290 Millionen Euro.
An den ersten beiden Tagen sind zur Leipziger Buchmesse bereits 61.000 Besucher gekommen.
Im Vergleich zum Vorjahr sind das 2.000 Menschen mehr. Der Geschäftsführer der Messe, Martin Buhl-Wagner, erwarte für die kommenden beiden Tage einen anhaltend starken Besucherstrom. Traditionell sei der Samstag der besucherstärkste Tag. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt rund 150.000 Gäste zur Bücherschau. Die Leipziger Buchmesse hat gestern begonnen und geht bis Sonntag. Insgesamt präsentieren sich knapp 2.100 Aussteller aus rund 40 Ländern.
Der Fußball-Oberligist Rasenballsport Leipzig tritt morgen gegen die zweite Mannschaft von Dynamo Dresden an.
Der RB Leipzig liegt derzeit auf dem ersten Platz in der Tabelle, die Dresdner stehen momentan an vierter Stelle. Das Hinspiel zwischen den beiden Mannschaften hatte der RB Leipzig auswärts mit zwei zu null gewonnen.
Die Basketball-Damen des BBV Leipzig Eagles spielen morgen gegen den TSV Wasserburg.
Die Spielerinnen kämpfen dabei gegen einen Abstiegsplatz in der Basketball-Bundesliga. Dafür müssten die Leipzigerinnen Wasserburg besiegen. Im vergangenen Spiel hatten die BBVL-Damen gegen den BC Pharmaserv Marburg verloren. Die BBV Leipzig Eagles stehen derzeit auf dem zehnten Tabellenplatz der Basketball-Bundesliga. Vor den beiden Abstiegsplätzen haben sie einen Punkt Vorsprung.
Frühnachrichten
- Weitere Festnahmen im Finanzskandal der KWL
- Zweites Urteil im Fall Brandis
- Zweiter Tag der Buchmesse
- Keine weitere Games Convention Asia
- Japanischer Botschafter besucht die Stadt
Im Finanzskandal der Kommunalen Wasserwerke sind zwei Berater eines Finanzdienstleisters festgenommen worden.
Nach Angaben der Generalanwaltschaft Dresden sollen sie den ehemaligen KWL-Geschäftsführer Klaus Heininger bestochen haben. Heininger habe rund drei Millionen Dollar erhalten. Aus diesem Grund ermittelt die Generalanwaltschaft wegen Bestechlichkeit. Er steht des Weiteren wegen Untreue und Steuerhinterziehung unter Verdacht. Er war als Geschäftsführer an spekulativen Finanzgeschäften beteiligt. Der Stadt Leipzig könnte dadurch ein Schaden von bis zu 290 Millionen entstehen.
Im Prozess zum Überfall auf Fußballfans in Brandis ist der zweite Täter verurteilt worden.
Der Staatsanwaltschaft zufolge hat sich der 25-Jährige unter anderem wegen schwerer Körperverletzung schuldig gemacht. Er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht verurteilte den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen. Er habe Anhänger des Roten Stern Leipzig mit einer Eisenstange angegriffen. Außerdem sei er auch beim Derby von Sachsen Leipzig gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig gegen einen Polizisten handgreiflich geworden. Im Oktober vergangenen Jahres hatte eine Gruppe Maskierter während der Begegnung Roter Stern gegen den FSV Brandis das Spielfeld gestürmt. Dabei wurden Fans und Spieler angegriffen und insgesamt vier Menschen verletzt. Die Angreifer sollen der rechten Szene angehören. Die Leipziger Staatsanwaltschaft hat in dem Fall bisher zehn Anklagen erhoben.
Am zweiten Tag der Leipziger Buchmesse stehen Biographien im Mittelpunkt.
Der Messe zufolge wird Martin Walser seine Biographie „Leben und Schreiben“ präsentieren. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels berät Besucher über Berufe in der Buch- und Medienwelt. So können sich Interessierte über Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten informieren. Die Buchmesse endet am Sonntag. Rund 2000 Verlage präsentieren ihre Neuerscheinungen.
Die Leipziger Messe wird keine weitere Computerspielemesse in Asien veranstalten.
Nach Angaben der Messe haben sich die wirtschaftlichen Erwartungen an die Games Convention Asia nicht erfüllt. Sie wurde von einer Tochterfirma der Leipziger Messe seit drei Jahren veranstaltet. Im vergangenen Jahr habe es 80 Aussteller gegeben. Mit etwa 200 sei gerechnet worden. In Asien gibt es neben der Games Convention noch sechs weitere Messen für Computerspiele.
Der japanische Botschafter Takahiro Shinyo trifft sich für ein Gespräch mit Oberbürgermeister Burkhard Jung.
Ziel ist, die Zusammenarbeit auszubauen und Projekte anzustoßen. Nach Angaben der Stadt ist Japan international der wichtigste Markt für die Leipziger Musik. Im vergangenen Herbst nutzte eine Wirtschaftsdelegation die Gewandhaustournee in Asien, um für Leipzig zu werben. Am Morgen hatte sich Botschafter Shinyo bereits in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.



