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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Donnerstag, 18. März 2010

Am Nachmittag ist der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen worden.

Mit der Auszeichnung sollen die besten deutschsprachigen Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung gewürdigt werden. Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit 45.000 Euro dotiert. Gewonnen haben ihn die Autoren Ulrich Raulff, Ulrich Blumenbach und Georg Klein. Der konnte sich in der Kategorie „Belletristik“ gegen die wegen Plagiatsvorwürfen umstrittene Jungautorin Helene Hegemann durchsetzen. Sie war für ihren Roman „Axolotl Roadkill“ nominiert. Dagegen gab es zahlreiche Proteste. So forderten Anfang der Woche Schriftsteller wie Günter Grass und Christa Wolf mehr Beachtung für den Urheberrechtschutz im Literaturbetrieb. Entsprechend war die Nominierung Helene Hegemanns bei der Preisverleihung erneut gerechtfertigt worden. Hervorgehoben wurde dabei vor allem ihr junges Alter und das Gesamtwerk, das sie erschaffen habe.

Oberbürgermeister Jung will den Banken, die in den Finanzskandal der Kommunalen Wasserwerke (KWL) verwickelt sind, ihre Grenzen aufzeigen.

Im Interview mit mephisto 97.6 zeigte Jung sich froh über die Zustimmung des Stadtrats, den Forderungen nach der ersten Teilzahlung nicht nachzukommen. Es könne nicht sein, dass eine Stadt und ihre Bürger und Bürgerinnen den Kopf hinhalten sollen für diese unsäglichen Geschäfte. Er ließe sich nicht ausplündern durch Finanzhyänen. Er sei gewillt, mit aller Macht gegen diese unberechtigten Forderungen der Banken, die aufgrund von krummen Geschäften von Geschäftsführern und Berater hier zustande gekommen seien, vorzugehen. Jung sei gewillt, diesen beinharten Kampf bis zum Ende zu gehen. Die Banken UBS und Depfa hatten vor zwei Tagen erste Forderungen aus KWL-Finanzgeschäften in Höhe von insgesamt 84 Millionen Euro gestellt. Keine der Banken wollten sich zu den Vorwürfen äußern.

Im Prozess zum tödlichen Ruderunfall im Elsterflutbecken hat der Vereinschef der verunglückten Kinder als Zeuge ausgesagt.

Vor Gericht hat der Vorsitzende des Dessauer Ruderclubs den Leipziger Organisatoren die Verantwortung zugewiesen. Die Veranstalter der Regatta hätten aufgrund des hohen Wasserstandes und der starken Strömung alarmiert sein müssen. Ihm und den beiden angeklagten Trainerinnen des Rudervereins sei das Gewässer hingegen nicht bekannt gewesen. Bei der Regatta vor zwei Jahren war ein zwölfjähriger Junge ums Leben gekommen. Vier weitere Bootsinsassen wurden zum Teil schwer verletzt.

Nach knapp zweijähriger Bauzeit sind die letzten Arbeiten im Bachmuseum beendet worden.

Bei den Umbauarbeiten am Bachmuseum und dem Bach-Archiv wurden unter anderem die Ausstellungsfläche verdoppelt und das Archiv für Wissenschaftler besser nutzbar gemacht. Der Direktor des Bach-Archivs, Christoph Wolff, sagte, diie Wiedereröffnung werde zunächst mal durch ein Open-House gefeiert, in dem die Leipziger am Wochenende freien Zugang hätten. Hinzu käme, dass der Bundespräsident am Sonntag anreise und offiziell in einem Festakt die Eröffnung begleite.

Im Leipziger Zoo ist die zweijährige Junggiraffe Jamala eingeschläfert worden.

Nach Angaben des Zoos litt die Giraffendame an unheilbaren Knie- und Hüftschäden. Um ihr die chronischen Schmerzen zu ersparen, sei das Tier am Morgen eingeschläfert worden. Vermutlich hatte sich die Junggiraffe die Verletzungen vor zwei Jahren bei einem Sturz zugezogen.

 

Frühnachrichten

Die Leipziger Buchmesse auf dem Neuen Messegelände ist eröffnet.

Nach Angaben des Veranstalters präsentieren rund 2.100 Aussteller aus 39 Ländern ihre Neuerscheinungen. Bis zum Sonntag werden auf dem Messegelände rund 100.000 Besucher erwartet. Ein Schwerpunkt der Messe liegt wie im vergangenen Jahr auf Südosteuropa. Zum ersten Mal stellen neun lateinamerikanische Länder Bücher vor, darunter sind unter anderem Werke von Autoren aus Argentinien, Kuba und Panama. Am Nachmittag wird traditionell der mit 45.000 Euro dotierte „Preis der Leipziger Buchmesse“ verliehen. Mit ihm werden die besten deutschsprachigen Neuerscheinungen in den Gebieten Belletristik, Sachbuch und Übersetzung ausgezeichnet. Zu den Nominierten gehört dieses Jahr auch die Autorin Helene Hegemann mit ihrem wegen Plagiatsvorwürfen umstrittenen Debüt „Axolotl Roadkill“.

Die Gastronomen der Stadt wollen sich gegen die geplanten Sondernutzungsgebühren von öffentlichen Straßen und Plätzen wehren.

Geplant sind Abgaben unter anderem für Fahrradständer, Kinderspielzeug und Papierkörbe. Bei den Wirten stoße die geplante Neuregelung auf Ablehnung. Sie zahlten bereits für die Freisitze. Der Geschäftsführer vom Leipziger Regionalverband des Hotel- und Gaststättengewerbes (Dehoga), Holm Retsch, sagte, es sei eine Frechheit, dass die Wirte für die leeren Stadtkassen gerade stehen sollten. Die Wirte würden sich gegen diese Abzocke wehren. Er denke, dass die Stadt auf die Dehoga zukomme, man wolle der Stadt eine Chance geben. Danach würde sich die Dehoga mit den Wirten abstimmen, um eventuell entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die Aktionen würden gegebenenfalls von den Interessenverbänden der Karl-Liebknecht- oder Gottschedstraße eingeleitet werden. Erst im vergangenen Jahr hatten Gastronome und Stadt einen Kompromiss zu den Freisitzgebühren geschlossen.

Oberbürgermeister Burkhardt Jung gibt sich im Finanzskandal um die Kommunalen Wasserwerke (KWL) kämpferisch.

In einem Interview mit dem Radiosender „MDR Info“ sagte Jung, der Gegner sei zwar eine Großbank erster Kategorie, aber David habe damals schließlich auch gegen Goliath gewonnen. Der Stadtrat hatte gestern in einer Sondersitzung beschlossen, einer Zahlungsaufforderung über rund 84 Millionen Euro vorerst nicht nachzukommen. Die KWL klagt gegen die Banken, die mit zwei ehemaligen Geschäftsführern der KWL riskante Finanzgeschäfte abgeschlossen hatten. Auf Leipzig könnte durch die Geschäfte ein Gesamtschaden von bis zu 290 Millionen Euro zukommen.

Das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch soll im Herbst als Klinik wiedereröffnet werden.

Medienberichten zufolge soll sich das Krankenhaus auf das Einsetzen von künstlichen Gelenken spezialisieren. Das Klinikum werde Platz für 150 Betten bieten. Der private Eigentümer Golden Gate Klinik Management will Ende März weitere Informationen bekannt geben. Über die Höhe der Investitionen und die Anzahl der Arbeitsplätze ist bisher noch nichts bekannt. Trotz der modernen Ausstattung war das Krankenhaus bereits zehn Jahre nach seiner Sanierung 2007 geschlossen worden.

Im Sommer soll in Leipzig zum zweiten Mal ein Profi-Beachvolleyballturnier stattfinden.

Einer Meldung der Leipziger Volkszeitung zufolge spielt die deutsche Beachvolleyball-Profiliga von Ende Juli bis Anfang August auf dem Augustusplatz. Dafür werden 750 Tonnen Sand vor der Oper verteilt. Als Auftakt sollen unter anderem die Sächsischen Meisterschaften und die LE Beach Tour ihre Turniere in der Innenstadt austragen.