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Spätnachrichten vom Montag, 15. März 2010
- Deutsche Schriftsteller wehren sich gegen Plagiate und Urheberrechtsverletzungen
- Studentenrat fordert Rücktritt des Rektorates
- Sieben weitere Anzeigen von Steuersündern
- Mehr Sicherheit in Zügen und auf Bahnhöfen
- Verfahren für Herstellung von Schwarzerde aus Fäkalien entwickelt
- Umfrage zu Entwicklung der Innenstadt
Der Schriftstellerverband hat mehr Beachtung für den Urheberrechtsschutz gefordert.
Mit der Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums wehrt er sich kurz vor der Buchmesse gegen Plagiate. Unterzeichnet haben das Schriftstück unter anderem Günter Grass, Christa Wolf und Erich Loest. In der Erklärung heißt es: Wenn ein Plagiat als preiswürdig erachtet werde, demonstriere dies eine fahrlässige Akzeptanz von Rechtsverstößen im Literaturbetrieb. Damit wird dem Verband zufolge auch auf die Debatte um Nachwuchs-Autorin Helene Hegemann eingegangen. Die 18-Jährige soll sich für ihr Erstlingswerk «Axolotl Roadkill» in Internet-Blogs bedient und die Quellen zunächst nicht kenntlich gemacht haben. Das stieß in der Literaturszene auf Kritik. Hegemann ist trotz der Vorwürfe aber für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Er wird am Donnerstag zum Auftakt verliehen.
Der Studentenrat der Universität Leipzig fordert den Rücktritt des Rektorates.
Der Sprecher Simon Schultz von Dratzig sagte im Interview mit mephisto 97.6 das Rektorat habe erneut demokratische Prizipien missachtet. Somit sei es für die Universität nicht mehr tragbar. Der Anlass für die Rücktrittforderungen sei, dass das Rektorat den Senat übergangen habe. Es habe Studien- und Prüfungsordnungen für die Lehramtsmaster einfach so an die Akkreditierungsbehörde geschickt, ohne davor einen Senatsbeschluss abzuwarten. Ende 2005 hatte das Gremium Rektor Franz Häuser schon einmal zum Rücktritt aufgefordert. Dabei ging es um das neue Hochschulgesetz. Der Stura warf Häuser vor Entscheidungen und Beratungszustände bei der Neugestaltung unter Verschluss gehalten zu haben. Rektor Häuser war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
In der vergangenen Woche haben sich in Sachsen sieben weitere Steuersünder selbst angezeigt.
Wie das Finanzministerium mitteilte, sind insgesamt 46 Anzeigen eingegangen. Alle wiesen einen Bezug zu Schweizer Bankkonten auf. Die Summe der nach erklärten Einkünfte liege bei rund 3,3 Millionen Euro. Das entspreche mittlerweile mehr als 950 000 Euro hinterzogenen Steuern. Die Zahlen können sich dem Ministerium zufolge aber noch erhöhen. Nicht in allen Anzeigen seien die genauen Beträge angegeben worden. Medienberichten zufolge soll es im Raum Leipzig bisher vier Selbstanzeigen geben. Genaue Zahlen für die Städte dürfen die sächsischen Finanzämter nicht herausgeben.
Die Bahn setzt mehr Sicherheitspersonal im Raum Leipzig ein.
Um Gewalt und Vandalismus vorzubeugen wird in ganz Deutschland mehr Sicherheitspersonal eingestellt. Dabei wird es vor allem in den Schwerpunktregionen mehr Mitarbeiter geben. Dazu zählt Leipzig, aber auch Großstädte wie Hamburg, Berlin und München. Derzeit sorgen in Sachsen 150 Mitarbeiter in Zügen und Bahnhöfen für mehr Sicherheit. Geplant sei eine Erhöhung um zehn Prozent. Wie viele genau nach Leipzig kommen, wollte die Bahn nicht sagen. Bundesweit sollen 150 zusätzliche Sicherheitskräfte eingestellt werden. Außerdem sollen 3.000 Beschäftigte des Nahverkehrs speziell geschult werden, um Gewalt und Vandalismus zu verhindern. Nach Angaben des Konzerns kommt es täglich zu etwa 30 Vorfällen, darunter gibt es Körperverletzungen und Pöbeleien.
Leipziger Forscher wollen Schwarzerde aus Fäkalien herstellen.
Wie die Universität mitteilte, arbeiten Wissenschaftler an einem Verfahren, bei dem Abfälle aus Tierkliniken zu Schwarzerde umgewandelt werden. Bei dem Prozess werden fäkale Abfälle, Holzkohle und Grünabfälle zusammen vergoren. Bodenlebewesen produzieren danach die Schwarzerde. In dem Prozess sollen auch Keime und Medikamentenrückstände unschädlich gemacht werden. Ziel der Forscher ist es aus den Klärschlämmen der Kleingartenanlagen Schwarzerde herzustellen. Dabei wird geprüft, ob auch aus menschlichen Exkrementen Nährstoffe gewonnen werden können. Das Forschungsprojekt am Institut für Bakteriologie und Mykologie wird von der Bundesstiftung Umwelt mit 45.000 Euro unterstützt.
Die Universität Bayreuth untersucht die Entwicklung der Leipziger Innenstadt.
Deswegen befragen Mitarbeiter der Universität momentan Passanten. Themen der Umfrage sind unter anderem der Besuchszweck, das Einkaufsverhalten und die Anreise. Die Stadt will damit die Stärken und Schwächen der Innenstadt aufzeigen. Bis Dezember wird es noch drei weitere Befragungen geben. Ähnliche Studien wurden auch für die Städte Bremen, Lübeck und München erstellt. Das Ergebnis der Leipziger Umfrage soll im bundesweiten Vergleich zeigen, wie sich die Leipziger Innenstadt entwickelt hat. Die Ergebnisse sollen im kommenden Jahr bereit stehen.
Frühnachrichten
- Markthalle am Wilhelm-Leuschner-Platz geplant
- Sachsen unter den führenden Biotechnologiestandorten
- Universitätsarchiv zieht um
- Anti-Rassismuswochen werben für Toleranz
- Forschungszentrum der Uniklinik wird eröffnet
- Verkehrseinschränkungen in der Prager Straße
- BBVL-Damen verbuchen Auswärtsniederlage
Am Wilhelm-Leuschner-Platz soll eine Markthalle entstehen.
Der Abteilungsleiter des Stadtplanungsamtes, Wilfried Lenke, sagte, für das Bauvorhaben werde es ab morgen eine dreitätige Tagung geben. Dort solle das Projekt zur Markthalle besprochen werden. Dieser Platz könnte eine attraktive Lösung sein. Gerade nach der Eröffnung des City-Tunnels könnte die Markthalle die Innenstadt gut mit der Südvorstadt verbinden. Mögliche Probleme würden diskutiert. Jeder Bürger könnte das Forum besuchen und seine Meinung kundtun. Gerade bei den Händlern am Markt regt sich Widerstand. Sie befürchten, durch die neue Markthalle weniger Kunden zu bekommen.
In Sachsen sind im Biotechnologie-Bereich rund 1500 neue Arbeitsplätze entstanden.
Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge geht das aus einer bisher unveröffentlichten Studie der Handelshochschule Leipzig hervor. Die Biotechnologie wurde in Sachsen mit mehr als 200 Millionen Euro gefördert. Unter anderem wurde damit die Bio-City Leipzig finanziert. Mit dem Geld seien auch viele ausländische Fachleute nach Sachsen geholt worden. Der Studie zufolge hat sich das Land damit unter den fünf führenden Biotechnologiestandorten in Deutschland positioniert. Aber nur wenige Biotechnologie-Unternehmen machten Umsätze. Ein weiteres Problem sei, dass Forschungsprojekte immer nur Geld für rund ein Jahr bekämen und damit kaum langfristig planen könnten. Trotz der Probleme bescheinigt die Studie der Branche gute Zukunftsaussichten.
Das Leipziger Universitätsarchiv wird im Sommer in die Prager Straße umziehen.
Wie die Universität mitteilte, wird dafür die alte Posthalterei hergerichtet. Die ehemaligen Pferdeställe sind für extreme Lasten konstruiert worden. Dort lasse sich auch schwere Archivlast ohne Bedenken lagern. Anfang Juli soll das Archiv umziehen können. Dabei handele es sich nun um einen endgültigen Standort. Seitdem die Paulinerkirche am Augustusplatz gesprengt worden war, ist das Archiv von Interim zu Interim gezogen. Zurzeit befindet es sich noch in der Oststraße in Reudnitz.
In Leipzig haben die Internationalen Wochen gegen Rassismus begonnen.
Nach Angaben der Stadt umfasst das bundesweite Aktionsprogramm Filme, Lesungen, Workshops und Diskussionen. In den kommenden zwei Wochen werden 40 Veranstaltungen von 25 Leipziger Organisationen ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Alltagsrassismus und Wege, sich dagegen zu wehren. Zum Auftakt findet heute ein Videoprojekttag an der 16. Mittelschule statt. Außerdem diskutieren Jugendliche aus dem Leipziger Osten über Gastfreundschaft und Fremdenfeindlichkeit.
Die Universitätsklinik weiht ein neues Forschungszentrum in der Liebigstraße ein.
Dem Klinikum zufolge wird am Nachmittag die Einrichtung eröffnet. Das Forschungszentrum befindet sich im ehemaligen Gebäude der Hautklinik. In ihm sollen künftig verschiedene Forschergruppen der medizinischen Fakultät zusammenarbeiten: unter anderem zu den Themen frühkindliches Übergewicht und Tumorerkrankungen. Der Freistaat Sachsen hat über 50 Millionen Euro dafür investiert.
Die Kommunalen Wasserwerke (KWL) beginnen mit den Arbeiten an der Prager Straße.
Der ursprüngliche Baubeginn war bereits für Mitte November geplant. Wie das Unternehmen mitteilte, hatte ein Mieter Einspruch gegen das Vergabeverfahren eingelegt. Dieser Einspruch wurde Mitte Dezember abgelehnt. Danach hinderte das Winterwetter die Bauarbeiten. Das Vorhaben soll nun Ende des Jahres abgeschlossen sein. Solange muss mit Verkehrseinschränkungen gerechnet werden. Der Ausbau der Prager Straße ist ein gemeinsames Projekt der KWL zusammen mit der Stadt und den Leipziger Verkehrsbetrieben.
Die Basketball-Damen des BBV Leipzig haben gestern verloren.
Bei dem Auswärtsspiel gegen den BC Marburg unterlagen sie mit 84 zu 58. Damit bleibt der BBVL auf dem zehnten Tabellenplatz und weiterhin abstiegsgefährdet. Das letzte Spiel der laufenden Saison findet am Samstag statt. Der BBVL trifft dann zu Hause auf den TSV Wasserburg.



