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Spätnachrichten vom Donnerstag, 11. März 2010
- Rosenthal hält neue Feinstaubfrist für erfüllbar
- Einschränkungen im ICE-Verkehr
- Unister will bald bauen
- Erster Prozesstag zum Ruderunfall
- Kinowelt verlässt Leipzig
- Neue Reinecke-Büste für das Gewandhaus
- Fußballspiel des FC Sachsen verschoben
Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal zeigt sich zuversichtlich, die neue Frist für die Feinstaubgrenzwerte einhalten zu können.
Die EU-Kommission hatte noch einen Aufschub bis Mitte Juni kommenden Jahres gewährt. Rosenthal sagte, das geschah auf Antrag der Stadt hin. Er gehe davon aus, dass der Nachweis bis Mitte 2011 geführt werden könne. Die Stadt hätte im Luftreinhalteplan 40 Maßnahmen unterschiedlichster Art benannt, um die Feinstaubgrenzwerte eben auch einhalten zu können. Dazu solle neben der Umweltzone vor allem der öffentliche Personennahverkehr sowie der Fuß- und Radverkehr gefördert werden. Die Europäische Union hatte wegen der hohen Feinstaubwerte ein so genanntes Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Daraufhin entwarf Leipzig einen Luftreinhalteplan, mit dem die Grenzwerte eingehalten werden sollen. Die darin enthaltene Umweltzone soll ab Januar kommenden Jahres in Kraft treten.
Die drohenden Einschnitte bei den ICE-Verbindungen in Leipzig sorgen für Protest bei den sächsischen Politikern.
Wie der Landrat des Landkreises Nordsachsen, Michael Czupalla, mitteilte, sieht er die gesamte Region in Gefahr vom Verkehr, abgeschnitten zu werden. Um das zu verhindern, fordere Czupalla, die Landräte sollten mit dem Oberbürgermeister der Stadt, Burkhard Jung, zusammenarbeiten. Die Landtagsfraktionen der SPD, FDP und der Linken zeigten sich einig, dass Einschnitte im Bahn-Fernverkehr nicht hinnehmbar seien. Die Deutsche Bahn hat indessen bestätigt, dass Gespräche mit den Verkehrsministern der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen geführt würden. Verantwortlich für die Einschnitte beim Fernverkehr seien Probleme mit der Neigetechnik. Solange diese nicht funktioniere, sei ein sicherer Fahrplan nur so möglich. Die Bahn wollte einen Bericht der Leipziger Volkszeitung nicht bestätigen. Darin hieß es, mit dem Fahrplanwechsel Ende des Jahres führen die ICE-Züge nicht mehr stündlich.
Der Internetdienstleister Unister will so schnell wie möglich anfangen zu bauen.
Unternehmenssprecher Konstantin Korosides sagte im Interview mit mephisto 97.6, Unister hoffe auf eine definitive Entscheidung des Bauauschusses der Stadt in zwei Wochen. Insgesamt sei der neue Entwurf aber eine gute Lösung. Dem Architekten sei es gelungen, das Gebäude umzugestalten ohne nennenswert an Nutzfläche zu verlieren. Das Unternehmen wolle nun in den nächsten Monaten anfangen zu bauen. Die Zeit renne, die Verzögerungen kosteten schon jetzt ein Irrsinnsgeld. Deswegen müssten sie auch aus wirtschaftlichen Gründen schauen, auf eine gute Zielgrade einzulaufen, damit der Bau dann stehe. Wahrscheinlich dauere es dann weitere 14 bis 20 Monate, ehe eingezogen werden könne. Die Einigung mit der Stadt bedeute eine langfristige Perspektive des Unternehmens in Leipzig. Die Stadt und der Internetdienstleister waren wegen der Höhe des geplanten Bürogebäudes in Konflikt geraten. Unister drohte daraufhin aus Leipzig wegzugehen. Bei der Firma sind derzeit rund 700 Mitarbeiter beschäftigt.
Im Prozess um den tödlichen Ruderunfall am Elsterbett vor knapp zwei Jahren haben die Angeklagten ausgesagt.
Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Betreuerinnen und dem Vorsitzenden des Leipziger Ruderclubs fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Die beiden Betreuerinnen sagten aus, dass sie keine Bedenken gegen den Start der Anfänger gehabt hätten. Die Staatsanwaltschaft stellte jedoch fest, dass die Betreuerinnen die Gefahr hätten erkennen müssen. Es sei Hochwasser und starke Strömung gewesen. Der andere Angeklagte, der Vorsitzende des Ruderclubs, machte keine Angaben. Der nächste Verhandlungstag ist am kommenden Montag. Ein Urteil soll voraussichtlich am ersten April gefällt werden. Bei der Regatta vor zwei Jahren kam ein zwölfjähriger Junge ums Leben. Vier weitere Bootsinsassen wurden zum Teil schwer verletzt.
Der Filmverleiher Kinowelt verlässt Leipzig.
Eigenen Angaben zufolge verlegt das Unternehmen seinen Hauptsitz im kommenden Jahr nach Berlin. So soll unter anderem eine größere Nähe zu wichtigen Geschäftspartnern hergestellt werden. Das Unternehmen war vor zwei Jahren von der StudioCanal-Gruppe aufgekauft worden. Mit dem Umzug verspreche sich der Filmverleiher, zum größten unabhängigen Filmunternehmen Deutschlands aufzusteigen. Kinowelt beschäftigt 130 Mitarbeiter und ist seit sieben Jahren in Leipzig ansässig. Die Stadt bedauerte die Entscheidung.
Im Gewandhaus steht wieder eine Büste des ehemaligen Kapellmeister Carl Reinecke.
Reinecke war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Kapellmeister am Gewandhaus. Er war 35 Jahre und damit länger als jeder andere im Amt. Nach Angaben des Gewandhauses ist die Büste ein Geschenk der Nachfahren Reineckes. Sie ist ein Nachguss des Originals von Carl Seffner. Die Büste stand seit 1904 im damaligen Gewandhaus. Im Zweiten Weltkrieg ging sie verloren. Der Entwurf blieb jedoch im Stadtgeschichtlichen Museum erhalten. Ein weiterer Nachguss der Büste geht an die Leipziger Musikhochschule Felix Mendelsohn-Bartholdy. Dort
lehrte Reinecke Komposition und Klavier.
Der Rückrundenstart des FC Sachsen Leipzig am kommenden Sonntag verschiebt sich erneut.
Nach Angaben des Thüringer Fußball-Verbandes ist der Platz des Gegners 1. FC Gera nicht bespielbar. Ein Nachholtermin für die Oberliga-Partie steht noch nicht fest. Damit wurden bisher alle Rückrundenspiele des FC Sachsen wegen des Schnees abgesagt. Der FC Sachsen steht derzeit auf dem achten Tabellenplatz der Oberliga Süd.
Frühnachrichten
- Prozessbeginn im tödlichen Ruderunfall auf Elsterflutbecken begonnen
- Landtag hat die Kürzung der Jugendpauschale beschlossen
- Stadt bekommt Fristverlängerung für Einhaltung der Feinstaubgrenzwerte
- Einschränkungen der ICE-Verbindungen in Leipzig ab Dezember
- HCL Damen gewinnen gegen Borussia Dortmund
Nach dem tödlichen Ruderunfall auf dem Elsterflutbecken vor knapp zwei Jahren hat am Morgen der Prozess vor dem Leipziger Amtsgericht begonnen.
Nach Angaben des Gerichts müssen sich der Präsident eines Leipziger Ruderclubs und zwei Betreuerinnen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Bei einer Regatta im April vor rund zwei Jahren war ein zwölfjähriger Junge gestorben. Er wollte mit vier anderen Kindern an dem Rennen teilnehmen. Das Boot wurde aber abgetrieben und stürzte mehrere Meter tief in ein Wehr. Die Leiche des Jungen wurde erst nach zweieinhalb Wochen gefunden. Die anderen Kinder wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Verantwortlichen die Gefahren nicht richtig eingeschätzt haben. So soll der Präsident unter anderem den erhöhten Wasserstand und die Fließgeschwindigkeit des Flusses Elster falsch einkalkuliert haben. Insgesamt sind für den Prozess sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll Anfang April gefällt werden.
Der sächsische Landtag hat die Kürzung in der Jugendarbeit beschlossen.
Mehrere Gegenanträge der Opposition wurden von CDU und FDP abgelehnt. Landesweit sollen rund acht Millionen Euro eingespart werden. In Leipzig fehlen dadurch mehr als 500.000 Euro für soziale Projekte. Familien,- und Drogenberatungsstellen müssten deswegen ihre Arbeit einschränken und mehrere Jugendclubs sind von der Schließung bedroht. Bereits Anfang der Woche hatten Leipziger Jugendverbände auf dem Augustusplatz demonstriert. Auch gestern wurde vor dem Landtag in Dresden protestiert.
Die Stadt bekommt eine längere Frist um die von der Europäischen Union vorgegebenen Feinstaubgrenzwerte einzuhalten.
Nach Angaben der EU-Kommission ist die Stadt noch bis Mitte Juni kommendes Jahr von der Einhaltung der Werte ausgenommen. Weil die Stadt die Grenzwerte für Feinstaub in der Vergangenheit überschritten hatte, wurde von der EU ein so genanntes Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Daraufhin entwarf Leipzig einen Luftreinhalteplan, mit dem die Grenzwerte eingehalten werden sollen. Unter anderem enthält dieser Plan die Einführung einer Umweltzone, in der nur schadstoffarme Autos fahren dürfen. Diese werden durch eine grüne Plakette gekennzeichnet. Die Zone soll ab dem kommenden Jahr in Kraft treten. Neben Leipzig gilt die Fristverlängerung auch für fünf andere deutsche Städte, unter anderem Köln und Aachen.
Die Deutsche Bahn plant die ICE-Verbindungen in Leipzig ab Dezember einzuschränken.
Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge sollen mit dem Fahrplanwechsel die Züge nicht mehr im Stundentakt fahren. Betroffen davon seien die Strecken Frankfurt/Main-Leipzig-Dresden und Berlin-Leipzig-München. Grund für die Änderung der Fahrpläne seien technische Probleme. Außerdem müssen Reisende an den Leipziger Bahnhöfen auf Grund von Bauarbeiten ab heute mit Einschränkungen rechnen. Der City-Tunnel soll an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen werden. Deswegen verkehren bis Montag die Deutsche Bahn und die Mitteldeutsche Regiobahn nach Ersatzfahrplänen und mit einem Schienenersatzverkehr.
Die Spielerinnen des Handballclubs Leipzig haben am Abend gegen Borussia Dortmund gewonnen.
Der HCL hat das Spiel gegen den Tabellenletzten in Dortmund mit 30:27 für sich entschieden. Damit konnten die Leipzigerinnen ihre Position als Tabellenführer der Bundesliga verteidigen. Am Samstag tritt der HCL in der Champions League gegen die Norwegerinnen des Larvik HK an. Die Leipzigerinnen haben aber keine Chance mehr das Halbfinale zu erreichen.



