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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Mittwoch, 10. März 2010

Vertreter von sächsischen Jugendverbänden haben im Landtag 20.000 Unterschriften gegen die geplanten Kürzungen bei der Jugendarbeit übergeben.

Nach eigenen Angaben hatten auch Leipziger Jugendvereine vor dem Landtag demonstriert. Dort wird seit Nachmittag noch einmal über die Kürzungen diskutiert. Der Antrag der Grünen die Kürzungen zu streichen wurde abgelehnt. Über einen Antrag der Linken und der SPD wird zur Stunde noch debattiert. Das Land will insgesamt rund fünf Millionen Euro bei der Jugendförderung einsparen. Leipzig würden dadurch mehr als 500.000 Euro für soziale Projekte fehlen. Die Stadt hat bereits Widerspruch gegen die Pläne eingelegt.

Leipziger Umweltverbände wollen an den Arbeiten am Floßgraben beteiligt werden.

Der Floßgraben verbindet den Cospudener See und die Leipziger Flüße Weiße Elster und Pleiße. Wie drei Umweltverbände mitteilten, haben sie beim Landratsamt den Stopp der Arbeiten im Markkleeberger Teil des Grabens gefordert. Nach Ansicht der Umweltverbände NABU, BUND und Ökolöwe gehen die Arbeiten am Floßgraben über die Unterhaltung des Gewässers hinaus. Ein Ausbau des Grabens müsse aber beantragt werden. An dem notwendigen Genehmigungsverfahren müssten die Umweltverbände beteiligt werden. Der größere Teil des Grabens liegt in Leipzig. Aufgrund der Einwände der Umweltverbände, wurden die Arbeiten dort Ende vergangenen Monats unterbrochen. Die Veränderungen der Bäume und Pflanzen in und am Wasser würden gegen die Artenschutzbestimmungen verstoßen. Geschützten Tieren wie dem Eisvogel würde so der Lebensraum genommen. Der Fluss soll nach Abschluss der Arbeiten für Schiffe befahrbar sein. Auch das kritisieren NABU, BUND und Ökolöwe.

Die Leipziger Automesse AMI soll die Konjunktur auf dem Automarkt beleben.

Nach Angaben der Leipziger Messe ist die AMI die einzige große deutsche Automesse dieses Jahres. Deswegen erwartet die Industrie deutliche Impulse. Volker Lange, Präsident des Branchenverbandes VDIK, sagte, unter anderem habe sich BMW wieder angekündigt. Insgesamt würden sich über 500 Aussteller präsentieren. Er freue sich, dass alle deutschen und eine Vielzahl internationaler Aussteller dabei seien. Das spreche für den Standort Leipzig. Höhepunkt der Messe seien die Premieren von BMW, VW und Audi. Wie im vergangenen Jahr beschlossen, findet die AMI in Zukunft nur noch alle zwei Jahre statt. So reagierte die Messe auf die Krise und die Absagen namhafter Hersteller, wie BMW. Außerdem soll die Konkurrenz zur Frankfurter IAA reduziert werden. Die AMI findet im kommenden Monat statt.

Der Caritas-Verbund bietet möglichen Opfern sexuellen Missbrauchs im Eilenburger Kinderheim Hilfe an.

Nach Verbandsangaben sollten sie sich direkt an die Caritas in Eilenburg wenden. Die werde dann reagieren. Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge kam es zu DDR-Zeiten im Eilenburger Kinderheim zu sexuellen Übergriffen. Die Caritas übernahm das Heim vor rund 15 Jahren und beschäftigt keine Mitarbeiter aus dieser Zeit. Dennoch will sie den Vorwürfen nachgehen.

Die Stadt und das Internet-Unternehmen Unister nähern sich im Streit um das neue Bürohaus der Firma weiter an.

Nach Angaben der Stadt hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau die überarbeiten Entwürfe von Unister positiv aufgenommen. Die sehen unter anderem vor, das Dachgeschoss zu verkleinern. Die neuen Entwürfe sollen nun gemeinsam mit der Geschäftsführung von Unister besprochen werden. Die Stadt und der Internetdienstleister hatten sich wegen der Höhe des Gebäudes gestritten. Unister drohte unter anderem mit dem Weggang aus Leipzig. Bei der Firma sind derzeit 700 Mitarbeiter beschäftigt.

Am Abend treffen die Damen des Handballclubs Leipzig auf den BVB Dortmund.

Der HCL tritt auswärts gegen den Tabellenletzten an. Die Leipzigerinnen stehen zurzeit auf Platz eins der Bundesliga. Mit einem Sieg würde sich der HCL nach eigenen Angaben einen Platz für die internationalen Turniere der kommenden Saison sichern. Am Wochenende hatte der HCL den Einzug ins Halbfinale der Champions–League verpasst.

 

Frühnachrichten

Im Eilenburger Ernst-Schneller-Heim sollen Kinder misshandelt worden sein.

Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge soll ein ehemaliger Bewohner des Heims von sexuellen Übergriffen in den Jahren von 1970 bis -80 berichtet haben. Der Mann habe erst jetzt den Mut gehabt sich zu äußern, nachdem immer mehr Missbrauchsfälle an Schulen öffentlich wurden. So seien die Kinder im Ernst-Schneller-Heim damals täglich sexuell belästigt worden. Sie hätten sich beispielsweise nackt ausziehen und zum Duschraum laufen müssen. Dabei seien einzelne Kinder geschlagen und im Intimbereich berührt worden. Das Ernst-Schneller-Heim war in der DDR ein Heim für so genannte erziehungsauffällige Kinder. Seit 16 Jahren steht es unter der Leitung der Caritas. Der heutige Heimleiter habe die Missbrauchsvorwürfe nicht ausschließen können. Er kündigte an für die Aufklärung der Vorwürfe verfügbar zu sein.

Vor dem Landtag demonstrieren zur Stunde Leipziger Jugendvereine gegen die Kürzungen bei der Jugendhilfe.

Dazu hatten zahlreiche Verbände aufgerufen. Auch der Stadtjugendring Leipzig wird sich an den Protesten beteiligen. Der Kinder- und Jugendring Sachsen übergibt dem Landtagspräsidenten Rößler zusätzlich eine Unterschriftenliste. Damit sprechen sich mehr als 12.000 Menschen gegen die Kürzungen aus. Der Landtag diskutiert am Nachmittag noch einmal darüber. Das Land will insgesamt rund fünf Millionen Euro bei der Jugendförderung einsparen. Leipzig würden dadurch mehr als 500.000 Euro für soziale Projekte fehlen. Die Stadt hat bereits Widerspruch gegen die Pläne eingelegt.

Eine Delegation der Stadt weiht den Leipziger Platz in der Partnerstadt Addis Abeba ein.

Dafür fliegen Oberbürgermeister Burkhard Jung, mehrere Stadträte und Leipziger Unternehmer nach Äthiopien. Jung sagte, der Platz werde ein zentraler Knotenpunkt der Hauptstadt. Die Idee sei gewesen, Addis dabei zu unterstützen, stadtplanerisch aktiv zu werden und einen Platz sowie einen Zoo zu gestalten. Millionen von Äthiopiern hätten noch nie wilde Tiere gesehen. Sie lebten in ärmlichen Verhältnissen in der Großstadt. Seinen Namen bekommt der Leipziger Platz im Zuge der Änderung des Adresssystems in Addis Abeba. Das orientiert sich mit Straßennamen und Hausnummern an deutschen Vorgaben. Die Delegation wird vom äthiopischen Staatspräsidenten empfangen. Die Städtepartnerschaft mit der äthiopischen Hauptstadt ist mit gut sechs Jahren die jüngste Leipziger Beziehung.

Ein 74-Jähriger steht wegen Mordes vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig wirft ihm vor, im vergangenen Sommer eine 86-jährige Frau betäubt und erdrosselt zu haben. Sein Motiv soll Habgier gewesen sein. Die ermordete Frau habe dem mutmaßlichen Täter dreihundert Euro leihen wollen. Er soll aber die elffache Summe von ihrem Konto abgehoben haben. Als die Rentnerin ihn zur Rede stellen wollte, habe er sie ermordet.

Ein Ultraschall-Messgerät der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur soll künftig vor Hochwasser schützen.

Nach eigenen Angaben testet die HTWK das Gerät auf drei Leipziger Flüssen. Es ist auf einem kleinen Boot befestigt und sendet Ultraschall-Impulse unter die Wasseroberfläche. Darüber wird die Fließgeschwindigkeit ermittelt. Das Gerät misst außerdem den Wasserstand. Das Gerät soll den Hochwasserschutz in Leipzig verbessern. Auftraggeber ist der Freistaat Sachsen.

Für die Bebauung des dritten Museumswinkels des Bildermuseums gibt es zwei Bewerber.

Nach eigenen Angaben prüft die Stadt derzeit die Vorschläge von zwei Bewerbern. Sie wollen das Gelände an der Ecke Reichsstraße/Brühl kaufen. Verhandlungen über den Grundstücksverkauf sind ab April möglich. Alle vier Winkel des Bildermuseums sollen bebaut werden. Der Zweite ist bereits im Bau, für den vierten gibt es noch keine konkreten Pläne.

Der FC Sachsen Leipzig hat den Vertrag mit Trainer Dirk Heyne verlängert.

Wie der Verein mitteilte, wurde er für zwei weitere Jahre verpflichtet. Die Einigung über den Vertrag sei völlig unkompliziert und fair verlaufen. Dirk Heyne ist seit zwei Jahren Trainer des FC Sachsen. Er war früher Torhüter der DDR-Nationalmannschaft. Der Verein hatte vor einem Jahr Insolvenz angemeldet und war in der Folge in die Oberliga abgestiegen. Momentan belegt der FC Sachsen den achten Tabellenplatz.