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Spätnachrichten vom Donnerstag, 4. Februar 2010
- Verdi kündigt Warnstreiks an
- Medizinische Fakultät rechnet mit Millionendefizit
- Weniger Fußballkrawalle in Sachsen
- Erfassung von psychische Krankheiten bei Vorschulkindern
- Vollsperrung "Am Sportforum" aufgehoben
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für morgen auch in Leipzig zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen.
Nach Angaben der Gewerkschaft soll im Technischen Rathaus, in der Stadtverwaltung und in der Stadtbibliothek gestreikt werden. Verdi fordert fünf Prozent mehr Lohn. Außerdem verlangt die Gewerkschaft veränderte Regelungen zur Arbeitsteilzeit und zur verbindlichen Übernahme von Auszubildenden. In den vergangenen Verhandlungsrunden sollen die Arbeitgeber aber bisher kein Angebot vorgelegt haben. Neben Leipzig werde unter anderem auch in Halle, Chemnitz und Zwickau gestreikt. Die Tarifverhandlungen sollen voraussichtlich kommenden Mittwoch fortgesetzt werden.
Die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig rechnet für das laufende Jahr mit einem Verlust von 10 Millionen Euro.
Der Personalratschef der Fakultät, Günther Fitzl, sagte, das seien rund 20 Prozent des gesamten Budgets für 2010. Die Fakultät benötige für ihren diesjährigen Haushalt rund 57 Millionen Euro. Zur Verfügung ständen ihr bis jetzt aber erst ca. 47 Millionen. Fitzl sagte weiter, der Grund für das Defizit seien der reduzierte Landeszuschuss und die Lohntariferhöhung im vergangenen Jahr. Er habe bereits einen Brief an die Leipziger Abgeordneten des sächsischen Landtags geschrieben und um Unterstützung gebeten. Sollte keine finanzielle Hilfe erfolgen, wäre fast jeder fünfte Arbeitsplatz in Gefahr. Insgesamt beträfe das rund 130 Angestellte. Das seien rund 20 Prozent aller Mitarbeiter. Am stärksten seien die Forschung und Lehre davon betroffen.
Das sächsische Innenministerium verzeichnet einen Rückgang von Fußballkrawallen.
Das geht aus einer heute vom Ministerium vorgestellten Statistik hervor. Demzufolge ist auch in Leipzig die Zahl der verzeichneten gewaltbereiten Fans zurückgegangen. Bei der heutigen Sicherheitstagung zum Thema Fußball trafen sich Vereine, Innenministerium und sächsischer Fußballverband. Die dabei vorgestellte Statistik verzeichnet unter anderem beim 1. FC Lokomotive Leipzig vor vier Jahren noch rund 300 gewaltbereite Fans. Seit der vorherigen Saison sind es bereits ein Drittel weniger. Auch beim FC Sachsen Leipzig ging die Zahl gewaltbereiter Fans zurück. Waren vor vier Jahren noch 100 Fans verzeichnet, sank die Zahl in der laufenden Saison auf rund die Hälfte. Dem Fußballverband zufolge ist damit das Problem nicht gelöst. Die Oberliga wäre weiterhin ein Sorgenkind – vor allem bei Ortsderbys. Das Innenministerium sprach sich deswegen auch für eine Weiterführung von Fanprojekten aus.
Die Stadt lässt Vorschulkindern auf psychische Krankheiten untersuchen.
Eigenen Angaben zufolge sollen dafür rund 3.000 Familien aus Leipzig befragt werden. So sollen seelische Auffälligkeiten von drei- bis Fünfjährigen frühzeitig festgestellt werden. Symptome wie übertriebene Angst und Depressionen würden meistnicht erkannt. Hilfe käme deswegen oft zu spät. Eine frühe Behandlung sei aber wichtig für das spätere Leben.
Die Wasserwerke haben die Vollsperrung der Straße „Am Sportforum“ aufgehoben.
Wie das Unternehmen mitteilte, ist die Strecke seit Nachmittag vorerst wieder einspurig befahrbar. Gestern Morgen war dort ein Wasserrohr gebrochen. Seitdem war die Straße stadteinwärts voll gesperrt. Um den Schaden zu reparieren, musste die Straßendecke geöffnet werden. Geschlossen werden kann sie aber erst, wenn es wieder wärmer ist. In der Grassistraße war gestern ebenfalls eine Wasserleitung gebrochen. Dort bleibt die Coppistraße zwischen Mozart- und Haydnstraße auch weiterhin voll gesperrt. Die Buslinie 89 wird deswegen bis auf weiteres umgeleitet.
Frühnachrichten
- Stadt will durch die Wasserwerke entstandenen Schaden begrenzen
- Marburger Bund informiert Ärzte über Tarifangebot des Universitätsklinikums
- Spielbetrieb bei den Blue Lions geht vorläufig weiter
- Wasserrohrschäden in Coppistraße und an Sportforum
- Handballsieg des HCL gegen den VfL Sindelfingen
Die Stadt will den Schaden begrenzen, der durch die geheimen Finanzgeschäfte der ehemaligen Wasserwerke-Geschäftsführer entstanden ist.
Schätzungen zufolge liegt er bei 290 Millionen Euro. Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte, er werde versuchen, Klaus Heininger und Andreas Schirmer, auch finanziell zur Verantwortung zu ziehen. Jung hoffe, dass es nicht in den kommenden zehn Jahren zu dauerhaften Streitereien vor Gerichten komme. Alle Verantwortlichen müssten Einsehen zeigen. Vor allem müsse klar sein, dass der Steuerzahler nicht in die Haftung genommen werden könne, wenn die Verträge kriminelle abgeschlossen worden seien. In den kommenden Wochen werde endgültig geklärt, wie die Geschäfte solange unentdeckt bleiben konnten. Außerdem würde ein Notfallplan entwickelt, falls die Wasserwerke die Forderungen nicht zahlen könnten. In den vergangenen Jahren sollen Heininger und Schirmer hochriskante und hochspekulative Finanzgeschäfte abgeschlossen haben.
Der Marburger Bund informiert die Ärzte des Universitätsklinikums über das aktuelle Tarifangebot.
Dem Verband zufolge entspricht das Angebot nicht den Forderungen der Ärzte. Sie wollen mit den Ärzten, die direkt von der Universität angestellt sind, finanziell beschäftigt werden. Bei einer Vollversammlung am Nachmittag werde darüber beraten, ob das Angebot angenommen wird. Die Tarifverhandlungen betreffen knapp zwei Drittel der 700 Ärzte des Universitätsklinikums. Sie sind mit einem Haustarifvertrag angestellt und verdienen teilweise weniger als ihre Kollegen.
Trotz Insolvenz darf der Eishockey-Regionalligist „Blue Lions Leipzig“ vorerst weiterspielen.
Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge stimmte der Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Paul den Spielen am Freitag und Sonntag zu. Ob der Verein auch künftig spielen darf, entscheide sich von Woche zu Woche. Können die laufenden Kosten nicht mehr bezahlt werden, verliert der Verein die Spiellizenz und darf nicht mehr antreten. Die Blue Lions hatten diesen Montag Insolvenz angemeldet. Dem Verein fehlen rund 250.000 Euro.
Die Wasserwerke arbeiten an Rohrschäden in der Grassistraße und Am Sportforum.
Wie das Unternehmen mitteilte, war das Rohr am Sportforum gestern Morgen gebrochen. Seitdem ist die Straße stadteinwärts voll gesperrt. Am Nachmittag wird entschieden, wie lange die Sperrung noch bleibt. Um den Schaden zu reparieren musste die Straßendecke geöffnet werden. Geschlossen werden kann sie aber erst, wenn es wieder wärmer ist. In der Grassistraße war gestern ebenfalls eine Wasserleitung gebrochen. Dort musste die Coppistraße zwischen Mozart- und Haydnstraße voll gesperrt werden. Die Buslinie 89 wird deswegen bis auf weiteres umgeleitet.
Die Damenmannschaft des HC Leipzig hat gestern auswärts gegen den VfL Sindelfingen gewonnen.
Sie besiegte den Tabellenvorletzten mit 31:24. Der HCL bleibt damit an der Tabellenspitze der ersten Bundesliga. Am Sonntag spielt die Mannschaft in der Champions League gegen die Norwegerinnen des Larvik HK.



