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Spätnachrichten vom Freitag, 26. Februar 2010
- Neue Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst
- Ehemaliger Geschäftsführer der KWL festgenommen
- Wahl des SPD Stadtvorstandes
- Messe Leipzig erhält Green-Globe-Zertifikat
- Leipziger Wasserspringer ausgeschieden
- Handball Club Leipzig spielt morgen auswärts
Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst werden morgen wieder aufgenommen.
Dabei soll der Schlichtungsspruch, den Lohn um 1,2 Prozent zu erhöhen und einmalig 240 Euro zu zahlen, besprochen werden. Dem Leipziger Finanzdezernat zufolge wären das für die Stadt Mehrkosten von rund 3,6 Millionen Euro pro Jahr plus rund zwei Millionen Euro für die Einmalzahlung. Die Bezirksleiterin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Nordsachsen, Ines Jahn, sagte, das Ergebnis sei eine Basis für die morgige Verhandlung. Sie respektiere, dass mit großem Engagement durch den Schlichter Professor Georg Milbradt auch auf Seite der Arbeitgeber für ein Ergebnis gesorgt worden sei. Das wurde auch von den kommunalen Arbeitgebern angenommen. Insgesamt stelle dieses Schlichtungsergebnis einen Kompromiss dar - Zufriedenheit sei hier relativ. Verdi wolle versuchen einen höheren Tarifabschluss als im Schlichtungsergebnis vorgesehen zu erzielen. In Leipzig sind knapp 8.500 Beschäftigte im Öffentlichen Dienst angestellt. Vor drei Wochen hatten rund 100 Angestellte des Technischen Rathauses und der Stadtbibliothek für mehr Lohn demonstriert.
Der ehemalige Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke (KWL) Klaus Heininger ist festgenommen worden.
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wird gegen ihn wegen Betrug und Untreue ermittelt. Er soll sich an nicht genehmigten Finanzgeschäften der KWL beteiligt haben. Dadurch können auf die Stadt Leipzig Zahlungsforderungen von bis zu 290 Millionen Euro zukommen. Heute wurde der Wohnsitz Heiningers durchsucht. Dabei wurden laut Generalstaatsanwaltschaft Unterlagen beschlagnahmt. Die sollen in den kommenden Wochen ausgewertet werden. Die ermittelnden Staatsanwälte haben außerdem Hinweise bekommen, dass Heininger flüchten könnte. Des Weiteren bestehe die Gefahr, dass er versuchen könne Beweismittel zu vernichten oder zu verändern. Deshalb wurde er heute Vormittag dem Haftrichter vorgeführt und vorerst in Untersuchungshaft gebracht. Heininger steht im Verdacht mit dem ehemaligen KWL-Manager Andreas Schirmer vor vier Jahren nicht genehmigte Finanzgeschäfte abgeschlossen zu haben. Gegen Schirmer werde auch ermittelt, bei ihm besteht der Staatsanwaltschaft zufolge jedoch keine Fluchtgefahr.
Morgen wird der neue SPD-Stadtvorstand gewählt.
Wie die SPD Leipzig mitteilte, tritt als einziger Kandidat Michael Clobes an. Er ist Ortsvereinsvorsitzender in Leipzig Mitte und kein Stadtratsmitglied. Clobes sagte mephisto 97.6, wenn er gewählt werde, wolle er mehr auf die Bürger zugehen und mit ihnen über neue Inhalte diskutieren. Er sagte, vor allem die Öffentlichkeitsarbeit der SPD soll verbessert werden. Ein Beispiel dafür wäre auf dem SPD-Sommerfest nicht nur Bratwürste zu verkaufen, sondern auch mal eine internationale Gruppe auftreten zu lassen. Außerdem solle versucht werden mehr mit Migranten ins Gespräch zu kommen. Die SPD soll als selbstbewusste Partei in der Öffentlichkeit auftreten. Er wolle die Zusammenarbeit zwischen dem SPD-Stadtverband und der Fraktion im Stadtrat verbessern. Dazu sollen mehr Arbeitsgruppen gebildet werden. Im vergangenen Jahr war der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Gernot Borris, nach den Wahlniederlagen zurückgetreten. In Leipzig gibt es rund 800 SPD-Parteimitglieder.
Die Leipziger Messe ist mit dem Green-Globe-Zertifikat für ökologische Unternehmensführung ausgezeichnet worden.
Nach Angaben der Messe hat sie in mehr als 120 Kategorien den Nachhaltigkeitstest bestanden. Damit sei das Unternehmen die erste große deutsche Messegesellschaft, die das Zertifikat erhält. Besonders anerkannt wurde der Einsatz von Turmfalken gegen die zu große Taubenpopulation auf dem Messegelände. Der Test wurde von der TÜV-geprüften Green-Globe-Agentur gemacht.
Der Leipziger Wasserspringer Stephan Feck ist beim Internationalen Springertag in Rostock ausgeschieden.
Er war am Vormittag beim Vorentscheid vom Drei-Meter-Brett angetreten. Dabei belegte er den zehnten Platz. Am Sonntag soll Feck noch im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett antreten. Der 20-Jährige trainiert beim SC DHfK und ist dreifacher Deutscher Meister im Synchronspringen.
Die Damen des Handball Clubs Leipzig spielen morgen in Frankfurt/Oder.
Auswärts treten sie gegen die Spielerinnen des Frankfurter Handball Clubs an. Sie stehen momentan auf Rang sechs der ersten Bundesliega. Die HCL Damen belegen derzeit den ersten Platz. Als die beiden Vereine in der letzen Saison aufeinander trafen, gewann der HCL in einem Heimspiel. Beim letzten Auswärtsspiel in Frankfurt/Oder verlor der HCL knapp mit 28:29.
Frühnachrichten
- Stadt kommt für Verluste der Wasserwerke auf
- Elternbeiträge steigen im April
- PC Ware macht weniger Umsatz
- Zweierbobfahrerin Romy Logsch doch schwerer verletzt
- Wasserspringer Stephan Feck beim Internationalen Springertag in Rostock
Die Stadt wird für die Verluste aus den geheimen Geschäften der Kommunalen Wasserwerke aufkommen.
Nach bisherigen Schätzungen muss die Stadt mit bis zu 290 Millionen Euro rechnen. Erste Forderungen von mehr als 60 Millionen Euro könnten bereits im März gestellt werden. Fast einstimmig beschlossen die Leipziger Stadträte am Donnerstagabend die Bürgschaft. Sie sieht vor, dass die Stadt in den kommenden Jahren für die Finanzrisiken aus den geheimen Geschäften aufkommt. Innerhalb von zwei Wochen muss die Stadt nach Eingang von Zahlungsforderungen das Geld bereitstellen, damit die Wasserwerke nicht insolvent gehen können. Würde sie das nicht tun, stünde unter anderem die Wasserversorgung der Leipziger Bürger in Gefahr. Die ehemaligen Geschäftsführer der Wasserwerke, Andreas Schirmer und Klaus Heininger, sollen vor rund vier Jahren ohne Zustimmung der Kontrollgremien riskante Finanzgeschäfte abgeschlossen haben. Seitdem diese Anfang Januar bekannt wurden, sind Schirmer und Henniger entlassen.
Die Elternbeiträge für Kindertagesstätten werden erhöht.
Der Stadt zufolge müssen Eltern von April an mehr bezahlen. Ein Neun-Stunden-Platz in der Kinderkrippe kosten dann knapp neun Euro zusätzlich im Monat, ein Kindergartenplatz 4,50 Euro. Die Beiträge müssen erhöht werden, weil die Wasser-, Gas- und Strompreise gestiegen sind. Über die Elternbeiträge wird ein Teil der Kosten für die Kitas gedeckt.
Der Leipziger IT-Dienstleister PC-Ware hat in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres weniger Umsatz gemacht.
Nach Angaben des Unternehmens liegt er bei rund 640 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das knapp acht Prozent weniger. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet der Vorstand im Vergleich zum Vorjahr ein niedrigeres, aber positives Ergebnis. Anfang vergangenen Jahres war PC-Ware von der Peruni Holding aus Wien übernommen worden. Sie hatte sich eine Neuausrichtung des Unternehmens vorgenommen und mehrere Abteilungen geschlossen. Momentan beschäftigt PC-Ware weltweit 1.700 Mitarbeiter.
Bei ihrem Sturz bei den Olympischen Spielen im kanadischen Vancouver ist die Leipziger Zweierbobfahrerin Romy Logsch doch schwerer verletzt worden.
Wie der Bob- und Schlittenverband Deutschland mitteilte, erlitt Logsch eine Fraktur im linken Sprunggelenk und wurde bereits operiert. Es sei aber nichts Dramatisches. Bei ihrem letzten Lauf in der Nacht zu Donnerstag war Logsch mit ihrer Teampartnerin Cathleen Martini gestürzt. Der Bob war zu hoch aus einer Kurve gekommen und umgekippt.
Der Leipziger Wasserspringer Stephan Feck tritt beim Internationalen Springertag in Rostock an.
Am Freitagmorgen startetet er beim Vorentscheid vom Drei-Meter-Brett. Die Finalläufe werden am Nachmittag und Abend ausgetragen. Am Sonntag wird Feck noch im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett antreten. Der 20-Jährige trainiert beim SC DHfK und ist dreifacher Deutscher Meister im Synchronspringen. Vergangene Woche holte er Silber bei den Deutschen Meisterschaften im Einzelspringen vom Drei-Meter-Brett.



