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Spätnachrichten vom Dienstag, 23. Februar 2010
- Engpässe bei Feuerwehrausbildung
- NABU zeigt Stadt an
- Neuer Bewerber für Amt des Finanzbürgermeisters
- Straßenausbau vorm Zoo
- Brandschutz für Leipziger Oper
- Zwei neue Fahrzeuge für Feuerwehr
Die Leipziger Feuerwehr kritisiert die Ausbildung ihres Personals.
Nach Angaben der Branddirektion Leipzig wird momentan nur jeder dritte Antrag auf eine Weiterbildung bewilligt. Grund dafür sei, dass die Landesfeuerwehrschule bei Hoyerswerda keine weiteren Seminare anbieten könne. Die Ausbilder seien vollständig ausgelastet. Deswegen entstehen vor allem in und um Leipzig Probleme. Für zu wenige Ausbilder gibt es, der Leipziger Branddirektion zufolge zu viele Anfragen. So seien im vergangenen Jahr knapp 350 Anträge auf eine Fortbildung gestellt worden. Es standen aber nur rund 130 Plätze zur Verfügung. Das Sächsische Innenministerium schlug vor, die Kapazitäten der Landesfeuerwehrschule auszubauen. So soll es mehr Angebote für die Freiwillige Feuerwehren geben. Derzeit gibt es noch mehr Seminare für Berufsfeuerwehrmänner. Aus diesem Grund sollen die Lehrpläne optimiert und umgestellt werden. Das müsse aber noch mit den Verbänden besprochen werden.
Der Leipziger Naturschutzbund (NABU) will Anzeige gegen die Stadt erstatten.
Nach Angaben des NABU sind durch die Stadt Bäume in einem naturgeschützten Gebiet am Batschke-Floßgraben in Connewitz gefällt worden. Der Sprecher des Verbandes, Leonhard Kasek, sagte, das hätte vorher mit dem Naturschutzverband besprochen werden müssen. Die Rohdung sei unter anderem ein schwerer Verstoß gegen die Artenschutzbestimmungen. Die Folgen der Rohdung seien, dass eine Reihe von zuvor dort lebenden und geschützten Tierarten nun nicht mehr dort leben könnten. Beispielsweise könnten Eisvögel nun nicht mehr am Floßgraben fischen. Auch seien einige Insektenarten durch die Rohdung verloren gegangen. Kasek sagte, das Gelände müsse nun gegen Unkraut behandelt werden. Außerdem sei eine Befestigung des Ufers nötig. Die Anzeige soll morgen erstattet werden.
Für das Amt des Finanzbürgermeisters gibt es vermutlich noch einen weiteren Kandidaten.
Laut Oberbürgermeister Burkhard Jung haben die beiden fraktionslosen Mitglieder der rechtsextremen NPD eine Frau vorgeschlagen. Näheres wollte Jung aber nicht mitteilen, da ihre fachliche Kompetenz noch geprüft werden müsse. Zu dem sei noch unklar, ob sie ihrer Aufstellung zustimme. Bis zur morgigen Wahl wollen die übrigen Stadtratsparteien keine weiteren eigenen Kandidaten benennen. Bisher ist Torsten Bonew von der CDU für das Amt des Finanzbürgermeisters nominiert. Ursprünglich sollte es vor knapp einem Monat neu besetzt werden. Stadtrat und Oberbürgermeister Jung entschieden sich jedoch dafür die Wahl zu verschieben, denn vermutlich hätte es keine Mehrheit für Bonew gegeben. Die frühere Finanzbürgermeisterin, Bettina Kudla, wechselte im Herbst vergangenen Jahres für die CDU in den Bundestag.
Die Pfaffendorfer Straße soll auf Höhe des Zoos ausgebaut werden.
Wie die Stadt mitteilte, wird die Fahrbahn zweispurig und bekommt einen Radweg. Die Arbeiten sollen von August bis Oktober dauern und kosten rund 420.000 Euro. Grund für den Ausbau ist die Eröffnung der Riesentropenhalle Gondwanaland. Der Zoo rechnet dann mit deutlich mehr Besuchern.
Das Obergeschoss der Leipziger Oper soll saniert werden.
Nach Angaben der Stadt entspricht die Etage nicht mehr den Brandschutzvorgaben. Deswegen sollen die Lüftungsanlagen erneuert werden. Die Kosten dafür liegen bei mehr als 1,5 Millionen Euro. Für den Umbau soll eine Millionen Euro aus dem Förderprogramm für „Städtebaulichen Denkmalschutz“ beantragt werden. Der Förderung muss das Land noch zustimmen. Sollte das nicht geschehen, wird nicht gebaut.
Die Leipziger Feuerwehr bekommt zwei neue Einsatzfahrzeuge.
Der Stadt zufolge können mit ihnen beispielsweise Personen geborgen werden, die ins Eis eingebrochen sind. Die Fahrzeuge sollen drei ältere Modelle ersetzen und kosten rund 230.000 Euro. Ein Teil des Geldes steuert das Land Sachsen bei.
Frühnachrichten
- Streik der Lufthansa-Piloten ausgesetzt
- Weiteres Verfahren im Mügelner Müllskandal
- Leipziger Neurobiologin erhält Preis der Geers-Stiftung
- Studenten beteiligen sich an deutsch-polnischem Kurzfilmprojekt
Der Streik der Flugpiloten wird vorerst ausgesetzt.
Darauf haben sich gestern die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit geeinigt. Das Amtsgericht Frankfurt/Main hatte gestern einen Vergleich gefordert. Daraufhin haben sich beide Parteien geeinigt, wieder Verhandlungen aufzunehmen. Cockpit wird dafür ihren Streik vorerst für zwei Wochen aussetzen. Schon ab heute ruft die Gewerkschaft alle Mitglieder auf, wieder zu arbeiten. Lufthansa hat unterdessen angekündigt, dass bis Donnerstag der Notfallflugplan gilt. Das heißt, dass erst ab Freitag mit einem planmäßigen Flugbetrieb zu rechnen ist. Auch in Leipzig starten damit bis Donnerstag weiterhin nur rund die Hälfte aller Flüge von Lufthansa und Germanwings. Heute sollen etwa zehn Flüge ausfallen.
Wegen des Mügelner Müllskandals muss sich ein Bauunternehmer vor dem Leipziger Landgericht verantworten.
Wie das Landgericht mitteilte, wird heute die Höhe der Geldstrafe für den Bauunternehmer verhandelt. In einen Lärmschutzwall in Mügeln hatte er illegale Abfälle verbauen lassen, wie zum Beispiel ölverschmierte Autoteile und Kunststoffreste. In erster Instanz hat ihn das Amtsgericht Oschatz zu 1.800 Euro Strafe verurteilt. Er legte daraufhin Berufung ein. Mehrere Entsorgungs- und Bauunternehmen stehen wegen des Müllskandals bereits seit November im Blickpunkt der Staatsanwaltschaft.
Die Neurobiologin Alexandra Ludwig hat den Preis der Geers-Stiftung erhalten.
Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Nach Angaben der Universität Leipzig bekam sie ihn für ihre Forschungsarbeit in der Audiologie der Universitätsklinik. Ludwig untersuchte das Gehör bei Kindern auf Störungen. Dafür hat sie Ton-Tests eingeführt. Vorher wurde es nur mit Sprachtests untersucht. Die seien jedoch ungenügend gewesen: Während viele Kinder beim Sprachtest keine Hörprobleme aufwiesen, stellte sich beim Ton-Test heraus, dass sie dennoch schlecht hören. Wegen Hörstörungen können viele Kinder dem Unterricht nicht folgen. Grund dafür kann sein, dass sie in lauter Umgebung einzelne Stimmen überhören.
Leipziger Studenten haben an einem deutsch-polnischen Kurzfilmprojekt teilgenommen.
Dem Verein Ostpol zufolge entstehen bei der Zusammenarbeit sechs Kurzfilme. Die Studenten des Deutschen Literaturinstitutes haben dafür die Drehbücher geschrieben. Gedreht wurde an der polnischen Filmhochschule in Lodz. Die Kurzfilme sollen Ende der Woche fertig gestellt sein. Präsentiert werden sie im April unter anderem auf dem Internationalen Kurzfilmfestival in Dresden.



