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Spätnachrichten vom Mittwoch, 17. Februar 2010
- Von Montag an Streiks am Flughafen Leipzig/Halle
- Stiftungsprofessor Bruckner hält Antrittsrede
- Weniger Verfahren am Bundesverwaltungsgericht
- High-Tech Raum im Universitätsklinikum eingeweiht
- Weltrekord auf Leipziger Handwerksmesse
- HCL Damen spielen im Achtelfinale
Der Flughafen Leipzig/Halle wird von Montag an bestreikt.
Dazu hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit aufgerufen. Mehr als 90 Prozent ihrer Mitglieder haben sich in einer Urabstimmung dafür ausgesprochen. Der Cockpit-Verhandlungsführer, Markus Germann, sagte, die Streiks betreffen die Flugzeuge von Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Germanwings. Der Streit sei vermeidbar gewesen, wenn die Lufthansa ein vernünftiges Angebot vorgelegt hätte. Der Ball läge nun bei der Lufthansa. Sie habe die Möglichkeit gehabt, den Streik zu verhindern bzw. hätte sie diese noch immer. Die Gewerkschaft fordere eine Jobgarantie für die rund 4500 Arbeitsplätze. Dafür würde sie auch auf eine Lohnerhöhung verzichten. Unterdessen hat Lufthansa bereits angekündigt, nach Piloten aus dem Ausland zusuchen, um den Streik abzumildern. Die Fluggesellschaft wolle die Folgen für die Passagiere so gering wie möglich halten.
An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig hat Thomas Bruckner seine Antrittsvorlesung gehalten.
Bruckner ist der Stiftungsprofessor für „Energiemanagement und Nachhaltigkeit.“ Ein Lehrstuhl, der umstritten ist. Die Kritik am Stiftungslehrstuhl kommt zum Beispiel vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Professur wird für die ersten fünf Jahre unter anderem vom Energieunternehmen Vattenfall finanziert. Der BUND befürchtet, dass die wirtschaftlichen Absichten des Konzerns die Forschungen beeinflussen könnten. Bruckner lehnte diese Befürchtungen als ungerechtfertigt ab. Er wird die Professur in Leipzig zunächst unbegrenzt besetzen. Studiert hatte Bruckner Physik und leitete zuletzt die Forschungsgruppe "Energiesystemoptimierung und Klimaschutz" an der Technischen Universität Berlin.
Am Bundesverwaltungsgericht gibt es weniger Verfahren.
Die Präsidentin des Gerichts, Marion Eckertz-Höfer, sagte, das läge daran, dass die Verwaltung effizienter arbeite. Sie versuche die Konflikte schon vorher zu lösen. Trotz der gesunkene Zahl der Eingänge seien die Erledigungen ebenfalls gesunken. Gleichzeitig sei aber auch die Verfahrensdauer gestiegen. Das sei eine unerfreuliche Entwicklung. So dauere ein Verfahren rund zwei Monate länger als noch vor zwei Jahren. Im vergangen Jahr gab es rund 1.700 Verfahren. Offen waren am Jahresende noch ungefähr die Hälfte.
Das Universitätsklinikum hat einen weltweit einmaligen Hightech-Raum eingeweiht.
Wie die Universität mitteilte, können dadurch Operationen von Tumoren besser geplant werden. Auf Großbildschirmen werden dabei dreidimensionale Modelle der Patienten angezeigt und verschiedene Varianten des Eingriffs simuliert. Gefördert wurde das Projekt vom Freistaat Sachsen mit 700.000 Euro.
Auf der Leipziger Handwerksmesse wurde ein Weltrekord erreicht.
Nach Angaben der Messe haben Konditoren aus Sachsen-Anhalt eine Torte mit einem Durchmesser von rund drei Metern gebacken. Damit schafften sie den Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde. Die Torte wurde seit gestern vorbereitet und auf der Messe in sieben Stunden zusammengesetzt. Sie zeigt die Himmelsscheibe von Nebra. Sie ist eine Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold und zeigt Himmelskörper. Die Scheibe gilt als die weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung und wurde vor elf Jahren in Sachsen-Anhalt gefunden, in der Nähe des Ortes Nebra.
Die Handball-Frauen des HC Leipzig spielen am Abend im Achtelfinale des Deutschen Handball-Pokals.
Dabei treffen sie auf den Bundesligisten „Frisch Auf! Göppingen.“ Die Bundesligaduelle der laufenden Saison konnten die Leipziger für sich entscheiden. HCL Handballerin Renate Urne wird noch nicht spielen. Sie hatte sich im Training vergangene Woche eine Gehirnerschütterung zugezogen.
Frühnachrichten
- Stadt weist Unister-Vorwürfe zurück
- Wasserwerke entlassen Finanzprokurist
- Protest gegen Jugendetat-Kürzung
- Neue Arbeitsplätze im Park-Krankenhaus
- Bauentscheidung für neue Schwimmhalle
- Leipziger Professor erhält deutsch-französischen Forschungspreis
- Weltrekordversuch auf Handwerksmesse
Der Leipziger Baubürgermeister Martin zur Nedden hat die Vorwürfe des Internetunternehmens Unister zurückgewiesen.
In den vergangenen Tagen hatte es Streitigkeiten zwischen der Stadt und dem Dienstleister gegeben. Grund ist der geplante Neubau einer Firmenzentrale in der Innenstadt. Bei dem aktuellen Bauentwurf wird die zulässige Gebäudehöhe um drei Meter überschritten. Unister warf der Stadt vor den Bau mutwillig zu verzögern. Baubürgermeister zur Nedden sagte hingegen, die Stadt würde Unister entgegenkommen. Man sei nicht an die untere Grenze des Vertretbaren gegangen, sondern es wurde Ermessen zu Gunsten von Uniser ausgeübt. Aber bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen könnten nicht außer Acht gelassen werden. Die Stadt sei mit Unister im Gespräch und hoffe, eine Lösung zu finden.
Der Internet-Dienstleister hat auch Angebote aus Sachsen-Anhalt und Bayern erhalten und droht mit seinen rund 500 Angestellten Leipzig zu verlassen.
Die Kommunalen Wasserwerke (KWL) haben ihren Finanzprokuristen, Lutz Reichardt, entlassen.
Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung (LVZ) zufolge steht auch Reichardt mit den Finanzspekulationen der KWL in Zusammenhang. Der Aufklärungsgruppe würden Unterlagen mit Reichardts Unterschrift vorliegen, die die illegalen Geschäfte betreffen. Reichardt ist nach den ehemaligen Geschäftsführern Klaus Heininger und Andreas Schirmer der dritte Mitarbeiter, der entlassen wurde. Den KWL droht durch die illegalen Finanzgeschäfte ein Schaden von bis zu 290 Millionen Euro. Medienberichten zufolge kommen bereits im März die ersten Zahlungsforderungen auf die KWL zu. Die zuständigen Ermittler gingen dabei von Rechnungen in Höhe von rund 60 Millionen Euro aus.
Der Leipziger Stadtjugendring protestiert gegen geplante Kürzungen im Jugendetat.
Nach eigenen Angaben sind Jugendliche aufgerufen, elektronische Postkarten, so genannte E-Cards, mit ihren Forderungen an Landtagsabgeordnete und das Kultusministerium zu senden. Bisher seien mehr als 1.000 E-Cards verschickt worden. Der Protest ist dem Stadtjugendring zufolge notwendig, weil die Landesregierung den Jugendetat dieses Jahr um mehr als fünf Millionen Euro kürzen will. Für einen Jugendlichen könnten dann nur noch 10,40 Euro statt vorher 14,30 Euro ausgegeben werden. In Leipzig würde das einen Rückgang von rund 520.000 Euro bedeuten. Einem Berricht der Leipziger Volkszeitung zufolge können daher bis zu 150 Projekte in der Stadt bedroht sein.
Das Park-Krankenhaus stellt 50 neue Fachkräfte ein.
Nach eigenen Angaben werden sowohl Ärzte als auch Pfleger gesucht. Grund für die neuen Einstellungen seien mehr Patienten. Bereits in den vergangenen zwei Jahren sei die Zahl der Beschäftigten um 200 Mitarbeiter erhöht worden. Zurzeit beschäftigt das Park-Krankenhaus rund 870 Mitarbeiter. Der Konzern Rhön-Klinikum übernahm das Park-Krankenhaus vor elf Jahren. Es ist das drittgrößte in Leipzig.
Der Stadtrat von Markkleeberg entscheidet heute über den Neubau einer Schwimmhalle.
Dem Rathaus zufolge sieht der Antrag vor, ein leerstehendes Bahnhofsgebäude zu sanieren und umzubauen. Bisher stünden dafür 270.000 Euro zur Verfügung. Mit der Verabschiedung des Antrages kann die Stadt Markkleeberg im Herbst Fördergelder beantragen. Insgesamt soll der Neubau zwischen fünf und sechs Millionen Euro kosten. Die neue Schwimmhalle ist seit vergangenem Jahr geplant.
Der Leipziger Professor Hartmut Herrmann wird mit einem deutsch-französischen Forschungspreis ausgezeichnet.
Wie die Universität Leipzig mitteilte, wird der Chemiker mit dem Gay-Lussac-Humboldt-Preis geehrt. Die Jury zeichne ihn für seine herausragende Arbeit in der Atmosphärenforschung aus. Dabei habe er sich außerdem für die deutsch-französische Zusammenarbeit engagiert. Der Preis wird zum 27. Mal verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Herrmann bekommt den Preis Anfang April in Paris überreicht.
Auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse soll ein neuer Weltrekord mit einer Riesentorte aufgestellt werden.
Nach Angaben der Veranstalter soll sie einen Durchmesser von drei Metern haben. Dafür sollen unter anderem 120 Kilogramm Buttercreme sowie 500 Eier verarbeitet werden. Die Torte soll die Form der Himmelsscheibe von Nebra haben. Am Nachmittag soll sie fertig sein. Danach werde sie vermessen. Die Handwerksmesse endet am Sonntag. Sie findet dieses Jahr zum 13. Mal statt.



