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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 12. Februar 2010

Etwa 450 Leipziger wollen morgen mit Reisebussen nach Dresden fahren, um gegen dort den Neonazi-Aufmarsch zu demonstrieren.

Nach Angaben des Bündnisses „Leipzig goes Dresden“ wurden dafür neun Busse organisiert. Eine Sprecherin des Bündnisses, Juliane Nagel, sagte, Ziel sei, den Neonazi-Aufmarsch friedlich zu blockieren. Grundsätzlich sei eine Blockade eine Ordnungswidrigkeit. Man riskiere ein Bußgeld. Aber solange man friedlich auf einer Straße sitze und sich nicht einhake, bliebe es bei einem geringen Maß an Strafbarkeit. Das Bündnis rechne mit 10.000 Mitdemonstranten. Die Polizei geht von mehr als 3.500 Gegendemonstranten aus. Über 4.000 Beamte sollen im Einsatz sein. Sie erwarten den Aufmarsch von über 6.000 Neonazis. Morgen jährt sich zum 65. Mal die Bombardierung Dresdens im zweiten Weltkrieg. Die Neonazis benutzen den Anlass, um den Holocaust zu verharmlosen.

In katholischen Institutionen in der Region gibt es keine Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs.

Wie das zuständige Bistum Dresden-Meißen mitteilte, gab es auch in den vergangenen 15 Jahren keine Verdachtsfälle. Grund sei möglicherweise, dass es in der Region nur sehr wenige Katholiken gibt. In Leipzig leben rund 20.000 Katholiken. Eine Spiegel-Umfrage hatte zu Wochenanfang ergeben, dass bundesweit 94 Geistliche und Laien im Verdacht standen oder stehen, Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. Das Bistum Dresden-Meißen hatte dort aber keine Angaben gemacht.

Linke und Grüne im Landtag wollen den so genannten Sachsensumpf weiter untersuchen.

Ende März solle ein entsprechender Ausschuss im Landtag deshalb neu eingesetzt werden, sagte Linke-Politiker, Klaus Bartl. Vor den Landtagswahlen im vergangenen Jahr sei höchstens ein Drittel der offenen Fragen abgearbeitet worden. Beispielsweise sei zu Vorwürfen der Zwangsprostitution in Leipzig nur ein Teil der Zeugen gehört worden. Der Ausschuss soll untersuchen, ob die Landesregierung Ermittlungen behindert hatte. Im Sachsensumpf geht es um angebliche kriminelle Netzwerke in denen auch Polizei- und Justizbeamte verstrickt seien sollen.

Morgen beginnt die 20. Messe Haus-Garten-Freizeit.

Wie die Veranstalter mitteilten, beteiligen sich 865 Aussteller an der Messe. Auf der Messe können sich die Besucher unter anderem zu Haustieren, Wellness-Angeboten und Gartenarbeit beraten lassen. Herbert Schiwek vom westsächsischen Kleingärtnerverband sagte, er schätze das vielseitige Angebot der Messe. Man könne sich vor Ort kundig machen, was es Neues auf dem Markt gebe und bei Bedarf gleich kaufen. Schiwek fasziniere die Messe immer wieder neu, da viel Liebe und Arbeit darin stecke. Diese Atmosphäre fände man nicht überall. Die Messe helfe auch, jüngere Menschen für die Gartenarbeit zu interessieren. Im vergangenen Jahr hatten über 170.000 Menschen die Messe besucht. Sie ist die größte Messe ihrer Art in den neuen Bundesländern.

Der Leipziger Literaturexperte Josef Haslinger hat die umstrittene Autorin Helene Hegemann verteidigt.

Haslinger sagte MDR-Info, Hegemanns Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse sei angemessen. Dass sie abgeschrieben habe, sei blamabel, schmälere aber nicht die Gesamtleistung des Buches. Sollte sich herausstellen, dass sie sich auch bei anderen Autoren bedient habe, sei das aber eine andere Situation. Hegemann hatte eingeräumt, für ihren Bestseller bei einem Blog abgeschrieben zu haben. Dennoch war sie für den Belletristik-Preis der Buchmesse nominiert worden. Josef Haslinger ist der Leiter des Deutschen Literaturinstituts.

Der diesjährige Januar ist seit 31 Jahren der kälteste in Leipzig gewesen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes lag die durchschnittliche Temperatur bei minus 0,3 Grad. Bundesweit lag die Durchschnittstemperatur im Januar bei minus 0,5 Grad.

 

Frühnachrichten

Die Gewerkschaft ver.di schaut optimistisch in das Schlichtungsverfahren für den Öffentlichen Dienst.

Als Schlichter wurde unter anderem der frühere sächsische Ministerpräsident, Georg Milbradt, eingesetzt. Nach eigenen Angaben ist ver.di im Tarifstreit an einer raschen Lösung interessiert. Sprecherin Annett Weller sagte, das Angebot der Arbeitgeber sei aber bis jetzt nicht akzeptabel gewesen. Die Verhandlungen sollen voraussichtlich nach der Schlichterempfehlung Ende Februar weitergehen. Die Lohnforderung der Gewerkschaft sei auf 3,5 Prozent gesenkt worden, damit solle den Arbeitgebern entgegen gekommen werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft eine tarifliche Altersteilzeit und die Übernahme von Auszubildenden. In der vergangenen Woche hatte es einen Warnstreik von rund 100 Mitarbeitern von Stadtverwaltung und Stadtbibliothek vor dem Technischen Rathaus gegeben.

Die insolvente Warenhauskette Karstadt soll zwischen April und Juni dieses Jahres verkauft sein.

Dem Sprecher der Insolvenzverwaltung Thomas Schulz zufolge sind sechs Investoren an der Kette interessiert. Seit zwei Tagen prüfen die Kaufinteressenten laut Schulz die Bücher von Karstadt. Die Namen der Interessenten werden erstmal nicht genannt, auch ein gewünschter Kaufpreis nicht. In der Leipziger Karstadt-Filiale arbeiten rund 300 Angestellte. Sie können auch nach dem Verkauf laut dem Sanierungstarifvertrag nicht gekündigt werden. Dafür verzichten sie und ihre Kollegen bundesweit auf bis zu 150 Millionen Euro Lohn, um das Unternehmen zu retten.

In der Region Leipzig gibt es zu wenige Kassenärzte.

Das geht aus einer neuen Berechnung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen hervor. Die bisherigen Berechnungen hätten den hohen Altersdurchschnitt in Leipzig nicht genügend berücksichtigt. Ältere Menschen gehen aber öfter zum Arzt. Der Bundesausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung soll im Mai darüber beraten, ob in der Region etwa 30 neue Zulassungen für Allgemeinmediziner, Urologen und Augenärzte vergeben werden.

Das Streusalz in der Stadt wird noch für das Wochenende reichen.

Nach Angaben der Stadtreinigung werden dafür heute noch 50 Tonnen Streusalz geliefert. Damit können alle Straßen, die laut Winterdienstsatzung geräumt werden müssen, einmal gestreut werden. Außerdem lege noch eine Reserve an Streusalz im Lager. Seit Anfang Januar bemühe sich die Stadtreinigung um alternative Streusalze, denn das Salz wird in Deutschland generell knapp. Bis jetzt sei noch kein neuer Lieferant gefunden worden. Diesen Winter hat die Stadtreinigung bereits 3.000 Tonnen Streusalz auf Leipziger Straßen verteilt.