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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Donnerstag, 11. Februar 2010

Der Finanzausschuss der Stadt hat beschlossen, „Radio Blau“ zu fördern.

Das Bürgerradio wird mit 20.000 Euro unterstützt. Damit sind die Sendekosten für dieses Jahr gesichert. Finanzausschussmitglied, Gerhard Pötsch, sagte, die Fraktionen haben sich verpflichtet gefühlt, das Radio zu unterstützen. Es sei im Sinne der Demokratie und eine wichtige Angelegenheit, dass Bürger einen freien Zugang zu diesem Medium bekommen. Dafür haben schließlich die Bürger vor zwanzig Jahren demonstriert. Wenn jetzt die Möglichkeit bestünde, das zu gewährleisten, sollte das auch getan werden. Das sei eine Aufgabe für alle, die am demokratischen Fortgang unserer Gesellschaft interessiert seien. Die Verantwortung für alle Freien Radios läge aber beim Land. Die Förderung muss in zwei Wochen noch vom Stadtrat bewilligt werden. Wie es mit denen in den kommenden Jahren weitergehe, bleibe abzuwarten. Die Finanzierung der Freien Radios in Sachsen wurde bisher vom Privatsender Apollo-Radio übernommen. Im vergangenen Jahr wurde die Zusammenarbeit zwischen ihm und den Freien Radios beendet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert eine mögliche Verlängerung der Teilzeitarbeit für Lehrer.

Grund für die Kritik ist eine Aussage des Finanzministeriums, wonach eine Fortsetzung der Lehrerteilzeit nicht ausgeschlossen wird. Vor fünf Jahren hatten Lehrer von Mittelschulen und Gymnasien zugestimmt, dass ein Teil von ihnen in Teilzeit arbeitet. Auf diese Weise sollten Entlassungen verhindert werden. Ende Juli läuft der Vertrag nun aus. Danach müssten alle Lehrer wieder in Vollzeit arbeiten. Dem sächsischen Finanzministerium zufolge entstehen dadurch Mehrkosten von rund 96 Millionen Euro. Das sei angesichts der Kürzungen im Haushalt aber nicht zu bewältigen. Der Leipziger Verband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lehnt eine Fortsetzung der Teilzeitarbeit ab. Der geringe Lohn bedeute unter anderem große Einschnitte für die Lehrer. In Leipzig sind rund 900 Lehrer an Mittelschulen und Gymnasien in Teilzeit beschäftigt.

Die Jury für den Leipziger Buchpreis verteidigt ihre Entscheidung, Helene Hegemann nominiert zu haben.

Der 17-jährigen Autorin wird vorgeworfen, Teile aus ihrem Erstlingswerk „Axolotl Roadkill“ aus dem Internet abgeschrieben zu haben. Das Jurymitglied, Verena Auffermann, sagte, das Gremium habe das Buch nominiert, bevor die Vorwürfe bekannt geworden waren. Als sie von den Vorwürfen erfahren habe, sei sie sofort mit der Verlegerin in Kontakt getreten. Die habe ihr versichert, der Sache nachzugehen, sodass alle von Hegemann unautorisiert übernommenen Stellen, nun rechtlich geklärt werden. Heute werden zudem alle eine Nachricht erhalten, dass alles urheberrechtliche geklärt worden sei. Neben Hegemann sind noch 14 andere Kandidaten für den Buchpreis nominiert. Er wird in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung vergeben und ist mit jeweils mit 15.000 Euro dotiert. Bereits zum sechsten Mal wird er Mitte März auf der Buchmesse verliehen.

Von Samstag an müssen Messetickets bei der Nutzung als Fahrkarte entwertet werden.

Wie die Leipziger Verkehrsbetriebe mitteilten, sollen Fahrgäste den Tag ihres Messebesuches ankreuzen. Andernfalls gelte das Messeticket nicht als Fahrkarte für Bus und Bahn. Grund für die Umstellung sei, dass sich die Gestaltung und das Entwertungssystems der Messetickets geändert haben. Die Regel gilt bereits für die am Samstag beginnende Messe „Haus-Garten-Freizeit“. Mit einem gültigen Messeticket können Besucher kostenlos mit Straßenbahn und Bus zur Messe fahren.

Für die Leipziger Freizeitmesse „Beach & Boat“ haben sich mehr Aussteller angekündigt.

Der Leipziger Messe zufolge werden sich mehr als 130 Unternehmen, Tourismusanbieter und Vereine präsentieren. Sie kommen vor allem aus der Region des Neuseenlandes. Die Messe findet vom kommenden Donnerstag an statt. Die Messe „Beach & Boat“ wurde im vergangenen Jahr von der Leipziger Messe entwickelt. Sie soll die neuentstehende Seenlandschaft im Leipziger Süden unterstützen.

Die Handballdamen des HC Leipzig müssen am Wochenende auf ihre Spielerin Renate Urne verzichten.

Nach Vereinsangaben prallte die Norwegerin beim Training mit einer Teamkollegin zusammen. Dabei zog sie sich eine Gehirnerschütterung zu. Wie lange sie ausfallen wird, ist noch unklar. Fest steht aber, dass sie für das Champions-League-Hauptrundenspiel am Samstag ausfallen wird. Dann spielt der HCL in Slowenien gegen RK Krim Mercator.

 

Frühnachrichten

Die Stadt hat erste Ergebnisse eines Hilfsprojekts für Alkoholkranke im Leipziger Westen vorgestellt.

Nach Angaben der Stadt sollen mit dem Modellprojekt Hilfsangebote für Suchtkranke geschaffen werden. Träger des Projekts mit dem Namen „Von der Straße ins Leben“ ist ein gemeinnütziges Suchtzentrum. Zwei Sozialarbeiter betreuen Suchtkranke vor Ort und weisen auf bestehende Entzugsangebote hin. Im Leipziger Westen sind nach Angaben des Suchtzentrums rund 20 so genannte „Trinkertreffs“ identifiziert worden. Seit dem Start des Projekts Mitte Dezember seien vor allem Netzwerke zwischen Betroffenen, anderen Sozialarbeitern und Kliniken geknüpft worden. Insgesamt gibt die Stadt für das Projekt 50.000 Euro aus. Weitere 200.000 Euro kommen aus einem Fond der Europäischen Union.

Vier Steuersünder aus dem Raum Leipzig haben sich selbst angezeigt.

Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge meldeten vier Bürger unversteuertes Vermögen auf Schweizer Bankkonten an. Es soll sich um Beträge im vierstelligen Bereich handeln. Grund ihrer Selbstanzeige ist die Debatte und der vermutliche Kauf einer CD mit Daten deutscher Steuerhinterzieher. Das Leipziger Finanzamt wollte momentan noch keine Zahlen bekannt geben. In der kommenden Woche gebe es aber erste Informationen.

Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse werden bekannt gegeben.

Medienberichten zufolge ist darunter die viel diskutierte Nachwuchsautorin Helene Hegemann. Mit ihrem Erstlingswerk „Axolotl Roadkill“ soll sie zu den fünf Nominierten im Bereich Belletristik zählen. Insgesamt werden fünfzehn Autoren in den Bereichen Sachbuch, Übersetzung und Belletristik nominiert. Die Preise werden zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse Mitte März verliehen. Sie sind mit jeweils 15.000 Euro dotiert.

Die Straßen rund um den Leipziger Zoo sollen von September an ausgebaut werden.

Der Stadt zufolge betrifft das die Emil-Fuchs-Straße und ein 100 Meter langes Stück der Uferstraße. Nach der Eröffnung der Riesentropenhalle Godwanaland rechnet der Zoo mit deutlich mehr Besuchern. Deswegen sei der Ausbau der Straßen notwendig. Die Kosten von rund 2,7 Millionen Euro wollen sich Stadt und Freistaat teilen. Über die Pläne soll der Stadtrat im März entscheiden.

Das für gestern erwartete Urteil im Prozess gegen den ehemaligen Leipziger Sportbürgermeister Holger Tschense ist verschoben worden.

Nach Angaben des Gerichts stellte die Staatsanwältin überraschend einen neuen Beweisantrag. Die ehemalige Rechtsamtsleiterin Heide Boysen-Tilly soll noch als Zeugin befragt werden. Tschense soll bei der Austragung des Handball-Supercups vor sechs Jahren ohne Genehmigung des Stadtrates Geschäfte mit einer Eventfirma abgeschlossen haben. Dadurch entstanden für die Stadt Kosten von rund 100.000 Euro.