Kontakt
Tel.: 0341 / 97 37 954
Fax: 0341 / 97 37 999
news(ät)mephisto976.de
Spätnachrichten vom Mittwoch, 10. Februar 2010
- Oberst Klein verteidigt Luftangriff bei Kundus
- Eltern befürworten Umzug der Thomaner
- Beiersdorfer als Vorsitzender bei RB Leipzig im Gespräch
- Städtischer Finanzausschuss will weitere Schulsozialarbeiter einstellen
- Prozess im Folterskandal Regis-Breitingen fortgesetzt
Der in Leipzig stationierte Bundeswehr-Offizier Georg Klein hat den von ihm befohlenen Angriff auf zwei Tanklastzüge in Afghanistan verteidigt.
Medienberichten zufolge übernahm Klein vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages die volle Verantwortung für den Angriff. Er bezeichnete ihn in seiner Erklärung jedoch als angemessen. Bei dem Luftangriff in der Nähe von Kundus waren Anfang September mehr als hundert Menschen getötet worden. Nach Meinung des Militärbündnisses NATO sowie der deutschen Militärpolizei hat Klein dabei geltende Einsatzregeln missachtet. Die Bundesanwaltschaft prüft deshalb die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.
Elternvertreter befürworten die zwischenzeitliche Unterbringung des Thomanerchores in Wohncontainern.
Wegen des Umbaus des Thomaneralumnats müssen die 95 jungen Musiker von Oktober an zwei Jahre in so genannten Raumsystemen wohnen. Nach Einschätzung von Elternvertreterin Kathrin Stammkötter ist der Umzug für die Thomaner aber keine Belastung. Für die Jungs sei er ein Abenteuer. Dadurch, dass sich die Wohnsituation verbessere, freuten sie sich alle sehr darauf. Insbesondere, dass sie kleinere Schlafstuben bekämen, sei schon ein großer Fortschritt. Stammkötter sagte weiter, die alten Räume im Thomaneralumnat seien zu eng und nicht mehr zeitgemäß gewesen. Das Interim ermögliche mehr Individualität. Rechtzeitig zum Jubiläum des Chores im Jahr 2012 sollen die Thomaner dann wieder zurück in das sanierte Alumnat ziehen.
Der ehemalige Bundesliga-Manager Dietmar Beiersdorfer ist Kandidat für den Vorsitz bei Fußball-Oberligist Rasenballsport Leipzig.
Das teilte der Verein am Mittag mit. Zur Zeit ist Beiersdorfer Fußball-Chef beim österreichischen Konzern Red Bull, zu dem auch Rasenballsport Leipzig gehört. Zuvor war er unter anderem als Manager des Bundesligisten Hamburger SV tätig. Seit dem Rücktritt von Andreas Sadlo vor vier Wochen ist das Amt des Vorstandvorsitzenden bei RB Leipzig unbesetzt. Deshalb werden die Geschäfte derzeit von Salzburg aus geleitet. Die Entscheidung über die Neubesetzung des Postens soll in der kommenden Woche fallen.
Der Finanzausschuss des Stadtrates will vier weitere Stellen für Sozialarbeiter an Mittelschulen schaffen.
Wie der Ausschussvorsitzende Christian Schulze (SPD) im Interview mit mephisto 97.6 mitteilte, werden dafür im aktuellen Haushalt 180.000 Euro eingeplant. Der Stadtrat muss in seiner kommenden Sitzung in zwei Wochen den Plänen noch zustimmen. Danach sollen die Stellen laut Schulze möglichst schnell eingerichtet werden. Später soll die Finanzierung der Stellen von freien Trägern übernommen werden. Bisher sind an neun der 25 Leipziger Mittelschulen Sozialarbeiter beschäftigt.
Am Landgericht ist der Prozess um die mutmaßlichen Misshandlungen im Jugendgefängnis Regis-Breitingen fortgesetzt worden.
Nach eigenen Angaben hat das Gerichts vier Zeugen vernommen. Darunter Mitarbeiter des Gefängnisses sowie Polizeibeamte. Angeklagt sind zwei junge Männer, die einen ehemaligen Mithäftling gequält haben sollen. Ihnen werden Körperverletzung, Misshandlung und versuchter Mord vorgeworfen. Eigentlich hätte die Zeugenvernehmung heute abgeschlossen werden sollen. Aufgrund von Verzögerungen sind jetzt jedoch drei weitere Verhandlungstage angesetzt worden. Der nächste ist für Anfang März geplant. Das Urteil soll frühestens Mitte April fallen.
Frühnachrichten
- Oberst Klein vor Kundus-Untersuchungsausschuss
- Blue Lions können vorerst weiter spielen
- Weniger Umsatz der Leipziger Hotels
- Partnerstadt Krakau stellt sich in der Stadt vor
- Nobelpreisträgerin Herta Müller liest zur Buchmesse
Der in Leipzig stationierte Bundeswehr-Offizier Georg Klein soll am Vormittag im Untersuchungsausschuss zur Kundus-Affäre aussagen.
Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung will Klein persönlich vor dem Gremium des Bundestages erscheinen. Klein hatte Anfang September als kommandierender Offizier einen Luftangriff auf zwei Tanklaster nahe der afghanischen Stadt Kundus befohlen. Dabei waren über 100 Menschen getötet worden. Dem Militärbündnis NATO sowie der deutschen Militärpolizei zufolge hat Klein dabei geltende Einsatzregeln missachtet. Zudem prüft die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe derzeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Oberst.
Der insolvente Eishockey-Regionalligist Blue Lions kann vorerst weiter spielen.
Wie die Stadtwerke mitteilten, konnte die Insolvenzverwaltung die Schulden von 13.000 Euro bis gestern zwar nicht vollständig zurückzahlen. Jedoch sei eine weitere Frist bis kommende Woche eingeräumt worden. Den Stadtwerken zufolge hat Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Paul 6.000 Euro zurückgezahlt. Das übrige Geld wolle er bis kommenden Montag aufbringen. Durch die neue Frist scheint das Lions-Heimspiel gegen die Saale Bulls Halle am Montag vorerst gesichert. Falls die Insolvenzverwaltung die Schulden nicht zurückzahlen kann, droht den Blue Lions die Abschaltung des Stroms in ihrer Halle. Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge will Insolvenzverwalter Paul den Spielbetrieb bis zum letzten Heimspiel Mitte März aufrechterhalten. Der Verein hatte Anfang des Monats zum dritten Mal Insolvenz angemeldet.
Die Betriebe der Leipzig-Hotel-Alliance haben im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang verzeichnet.
Nach Angaben des Hotelverbands ist die Auslastung der Zimmer um ein Prozent gesunken. Dadurch sei der Umsatz um rund zwei Prozent zurückgegangen. Grund dafür seien die Auswirkungen der Finanzkrise. Im Vergleich mit anderen Städten sei der Rückgang jedoch eher gering. Ob der Umsatz durch die Steuerentlastung für Hoteliers steigen werde, sei noch nicht absehbar. Die Leipzig-Hotel-Alliance vertritt gut ein Drittel der Leipziger Hotels.
Die polnische Stadt Krakau stellt sich in Leipzig vor.
Wie die Stadtverwaltung mitteilte, präsentiert sich Leipzigs Partnerstadt Anfang April unter dem Motto „Krakauer Frühling“. Dazu sind zahlreichen Veranstaltungen geplant, unter anderem Konzerte und Filmaufführungen. Die Partnerschaft der beiden Städte besteht seit 37 Jahren. Zuletzt hatte sich Leipzig vor fünf Jahren in Krakau präsentiert.
Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller kommt nach Leipzig.
Im Rahmen der Lesereihe „Leipzig liest“ soll die Autorin im Centraltheater lesen. Die Reihe findet parallel zur Leipziger Buchmesse Mitte März statt. Dabei wird Müller Auszüge aus ihren Werken „Atemschaukel“ und „Niederungen“ vortragen. Neben Müller werden weitere bekannte Autoren wie Nina Hagen, Benjamin von Stuckrad-Barre und der Leipziger Clemens Mayer ihre aktuellen Bücher vorstellen.



