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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Mittwoch, 9. September 2009

Der Leipziger City-Tunnel wird erneut teurer als geplant.

Wie das sächsische Wirtschaftsministerium mitteilte, wird der Bau des Tunnels rund 300 Millionen Euro mehr kosten. Durch die zusätzlichen Ausgaben belaufen sich die Gesamtkosten momentan auf rund 900 Millionen Euro. Schuld daran sind nach Angaben von Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Mangold nachträgliche Planungsänderungen und die dadurch verlängerte Bauzeit. Laut Mangold sei das Projekt nicht ausreichend durchgeplant gewesen. Dadurch hätten die beteiligten Firmen im Laufe der Bauarbeiten fast 1000 Mehrkostenanträge gestellt. Außerdem seien Bauarbeiten mangelhaft ausgeführt worden. Die Mehrkosten zahlt zum überwiegenden Teil der Freistaat Sachsen. Der City-Tunnel sollte ursprünglich bereits in diesem Jahr fertig gestellt werden. Nach dem heutigen Stand wird dies aber nun erst in drei Jahren geschehen.

Die Universität Leipzig will bei den Ermittlungen um erkaufte Doktortitel mit der Staatsanwaltschaft kooperieren.

Der Universitätssprecher Tobias Höhn sagte, sie seien von der Staatsanwaltschaft Köln in einem Brief über den Verdacht informiert worden. Eine genauere Auskunft hätte die Staatsanwaltschaft jedoch nicht erteilt. Das sei für sie nicht befriedigend. Es sei nicht hundertprozentig raus, ob die Universität Leipzig betroffen sei und in welchem Umfangi. Das hieße, sie warteten jetzt auf Konkreteres. Bis dahin gelte für alle Professoren die Unschuldsvermutung. Höhn sagte weiter, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien noch im Gange. Die Universität hätte ihre Kooperation zugesichert. Sollte sich der Fall bewahrheiten, so müsse es dienstrechtliche Konsequenzen geben. Bereits vor zwei Wochen waren Gerüchte bekannt geworden, dass es in einer Hochschule in Leipzig gekaufte Doktortitel gegeben habe.

Der ehemalige MDR-Sportchef Wilfried Mohren zahlt dem Sender Schadenersatz.

Dem Mitteldeutschen Rundfunk zufolge hat man sich außergerichtlich darauf geeinigt. Demnach habe sich Mohren vor dem morgigen Prozessbeginn zu einer Zahlung von 380.000 Euro bereiterklärt. Damit entfällt eine zusätzliche Klage des MDR. Dennoch muss sich Wilfried Mohren wegen Bestechlichkeit, Vorteilsannahme, Betrugs und Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Als MDR-Sportchef soll er sich der Schleichwerbung schuldig gemacht haben.

Der Bau der ICE-Trasse von Leipzig nach Erfurt hat begonnen.

Der Bahn zufolge soll der Ausbau bis 2015 fertiggestellt werden. Eine Fahrt von Leipzig nach Erfurt dauere dann nicht mehr rund eine Stunde, sondern 40 Minuten. Dazu müssten zahlreiche Brücken und Tunnel angelegt werden. Insgesamt koste dieser Ausbau rund 2,1 Milliarden Euro.

Auch in Leipzig ist die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen gestiegen.

Wie das Statistische Landesamt Sachsen bekannt gab, mussten im Bezirk Leipzig rund 390 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das sind rund 8 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Rund 2/3 der von der Insolvenz betroffenen Unternehmen sind Einzelunternehmen, der Rest Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Jedes vierte insolvente Unternehmen ist dem Baugewerbe zuzuordnen. Sachsenweit sind die Unternehmensinsolvenzen um rund 18 Prozent gestiegen.

Die Freibäder der Sportbäder Leipzig GmbH ziehen zum Ende der Saison eine positive Bilanz.

Nach Angaben der Sportbäder schwankten die Besucherzahlen zu Beginn des Sommers. Unbeständiges Wetter hatte die ersten Freibadmonate überschattet. Dennoch besuchten bis September knapp 130.000 Gäste die fünf Freibäder der Gesellschaft. Das sind rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Am besucherstärkste Tag Ende August kamen bei über 30 Grad rund 10.000 Gäste. Wie auch in den Jahren zuvor, war das Schreberbad am beliebtesten. Es zog allein rund 37.000 Badegäste an.

Das Städtische Tierheim Leipzig-Breitenfeld setzt den Bau am Katzenhaus fort.

Nach Angaben der Stadt soll der zweite Teil im kommenden Frühjahr fertig sein. Von da an können zahlreiche Katzen und Kleintiere im Tierheim untergebracht werden. Die Stadt finanziert den letzten Bauabschnitt mit rund 300.000 Euro. Damit unterstützt sie das Tierheim insgesamt mit 2,8 Millionen Euro. Über die Leipziger ARGE werden befristet Arbeitslose für das Bauvorhaben eingestellt.

Zwei Leipziger Hockeyteams steigen erstmals in die 2. Bundesliga auf.

Die Männermannschaft des "ATV 1845 Leipzig" schafft als ostdeutscher Meister den Aufstieg. Die Frauenmannschaft des "HC Lindenau-Grünau Leipzig" rückte für den Titelträger "SC Charlottenburg" in die 2. Bundesliga nach. Dieser hatte sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen wollen. Beiden Leipziger Hockeyvereinen ist der Aufstieg zum ersten Mal gelungen. In dieser Spielklasse sind sie die einzigen Vertreter aus den neuen Bundesländern.

Drei Leipziger Slalom-Kanuten kämpfen um den WM-Titel.

Die Weltmeisterschaften der Slalom-Kanuten werden am Abend in Spanien eröffnet. Mit dabei sind die Leipziger David Schröder und Frank Henze im Canadier-Zweier, außerdem Jan Benzien im Canadier-Einer. Benzien gewann bei den diesjährigen Europameisterschaften Bronze. Das Finale im Zweier-Kajak findet am Samstag, im Einer-Kajak am Sonntag statt.

 

Frühnachrichten

Der Leipziger City-Tunnel wird voraussichtlich 300 Millionen Euro teurer als geplant.

Der Leipziger Volkszeitung zufolge geht das aus einer internen Überprüfung des sächsischen Wirtschaftsministeriums hervor. Ursprünglich sollte der Tunnelbau gut 570 Millionen Euro kosten. Dass diese Summe nicht ausreicht, stand schon länger fest – bisher wurde nur von etwa 130 Millionen Euro Mehrkosten gesprochen. Eine Überprüfung der Tunnelarbeiten durch das Wirtschaftsministerium habe jetzt die zusätzlichen Mehrkosten ergeben. Wegen der bei Baubeginn zwischen Bund und Land ausgehandelten Verträge müsse der Freistaat mehr als 90 Prozent der Mehrkosten selbst tragen. Zudem werde sich die zuletzt geplante Fertigstellung des Tunnels in drei Jahren wahrscheinlich erneut verschieben.

Im Korruptionsfall bei Promotionskandidaten soll mindestens ein Dozent der Universität Leipzig Geld angenommen haben.

Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge hat das die zuständige Staatsanwaltschaft Köln der Universität mitgeteilt. Demnach liege gegen die Hochschule ein erstes Verdachtsmoment vor. Die Kölner Staatsanwaltschaft wollte gegenüber mephisto 97.6 mögliche Ermittlungen gegen die Universität weder bestätigen noch dementieren. Absolventen sollen dem Bericht zufolge Bestechungsgelder an Dozenten gezahlt haben, um zur Promotion zugelassen zu werden. Gegen welche Institute oder Fachbereiche konkret ermittelt wird, könne ein Universitätssprecher nicht sagen. Auch die Zahl der Verdächtigen sei unklar. Bisher war über eine Verwicklung der Universität Leipzig an dem bundesweiten Schmiergeldskandal nur spekuliert worden. Ende August wurde bekannt, dass deutschlandweit gegen mehr als 100 Dozenten und Professoren ermittelt wird.

Der Automobilhersteller BMW nimmt am Mittag in Leipzig sein neues Presswerk in Betrieb.

Nach eigenen Angaben investierte der Konzern für die Werkserweiterung rund 100 Millionen Euro. Durch die Herstellung von Karosserieteilen sowie Türen und Heckklappen vor Ort sollen mit dem Werk Transportkosten eingespart werden. Eröffnet wird das Werk unter anderem von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Im Leipziger BMW-Werk arbeiten aktuell rund 4.700 Beschäftigte, die bis zu 730 Autos täglich zu produzieren.

Rund 1.000 Geistliche nehmen heute in Leipzig am sächsischen Pfarrertag teil.

Das gab das Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt bekannt. Am Vormittag wurde der Pfarrertag von Landesbischof Jochen Bohl in der Nikolaikirche eröffnet. Im Anschluss spricht der Tübinger Professor Eberhard Jüngel zum Thema „Gewissen - was ist das?“. Den Abschluss des Treffens bildet ein Abendmahlgottesdienst in der Thomaskirche. Die sächsische Landeskirche lädt jedes Jahr im September zum Pfarrertag ein.

Im 1. Leipziger Integrationshaus findet heute ein Tag der Offenen Tür statt.

Nach Angaben des Sozialamtes sollen interessierte Leipziger so die Arbeit des Integrationshauses kennen lernen. Die Einrichtung im Stadtteil Leutzsch gibt es seit neun Jahren. In dem Haus sollen wohnungslose Männer zwischen 18 und 65 Jahren wieder an ein sesshaftes Leben gewöhnt werden.

Am heutigen Schnapszahldatum heiraten weniger Leipziger Paare als im vergangenen Jahr.

Wie das Standesamt mitteilte, werden heute 15 Paare getraut. Das seien rund halb so viele wie am 08.08.2008. Grund dafür sei vor allem der Wochentag. Mittwoch sei ein unbeliebter Tag für Trauungen.