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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 8. Mai 2009

Die Handwerker in der Stadt spüren noch nichts von der weltweiten Wirtschaftskrise.

Nach Angaben des Präsidenten der Handwerkskammer, Joachim Dirschka, wird erst ab dem dritten Quartal mit einem Umsatzeinbruch gerechnet. Die Handwerker müssten sich aber darauf vorbereiten. Ein Problem dabei sei der Zinssatz von Krediten. Dirschka sagte, kleinere Betriebe würden eher höhere Zinssätze bekommen. Die würden Handwerksunternehmen in Schwierigkeiten zu stark belasten. Dirschka fordert, die Kreditanstalt für Wiederaufbau müsse die Zinsen senken. Die Anstalt antwortete darauf, sie können die Zinssätze nicht verändern. Durch die Gelder aus den Konjunkturpaketen werden aber mehr Kredite an kleinere Unternehmen vergeben.

Die Sonderkommission „Michelle“ hat ihre Ermittlungen beendet.

Nach Angaben der Polizei wurden alle Akten an die Staatsanwaltschaft übergeben. Sie wird in nächster Zeit Anklage gegen den mutmaßlichen Mörder des Mädchens erheben. Der 19-Jährige steht in Verdacht das Mädchen im Sommer vergangenen Jahres in Stötteritz missbraucht und getötet zu haben.

Die Oper hat ihren neuen Ballett-Direktor und Chefchoreograph, Mario Schröder, vorgestellt.

Wie das Haus mitteilte, hat der 43-Jährige einen Vertrag über fünf Jahre unterschrieben. Er tritt die Stelle im Herbst nächsten Jahres an. Dann löst er den jetzigen Direktor Paul Chalmer ab. Der Oper zufolge, plant Schröder unter anderem Neu-Inszenierungen im neoklassischen Stil nach Uwe Scholz, einem ehemaligen Leipziger Choreographen. Schröder war von 1983 bis 1999 Solist beim Leipziger Ballett. Zurzeit ist er Chefchoreograph und Ballettdirektor am Theater in Kiel.

Mit einem Konzert im Gewandhaus beginnen morgen die Feierlichkeiten zum 600-jährigen Bestehen der Universität.

Wie die Universität mitteilte, werden über 1.700 geladene Gäste erwartet. Darunter auch der sächsische Ministerpräsident Stanislav Tillich und der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung. Das Konzert wird mit einer Rede des Prager Universitäts-Rektors Václav Hampl eröffnet. Danach spielt das Leipziger Universitäts-Ensembles unter anderem auch auf alten Instrumenten aus dem 15. Jahrhundert. Zum 600-jährigen Bestehen der Universität sind bis Jahresende weitere Veranstaltungen geplant. So wird beispielsweise im Juli eine Ausstellung über die Universitätsgeschichte im Alten Rathaus eröffnet. Die Universität ist die zweitälteste Hochschule in Deutschland. Sie wurde im Jahr 1409 von Prager Studenten und Professoren gegründet.

Die Wahlbenachrichtigungen für die Europa- und Kommunalwahlen werden verschickt.

Wie das Wahlamt mitteilte, stehen auf den Karten alle nötigen Informationen zur Wahlzeit, dem Wahllokal und dem Wahlbezirk. Außerdem können die Leipziger mit der Benachrichtigung die Briefwahl beantragen. Wer bis Ende kommender Woche keine Wahlbenachrichtigung erhalten habe, solle sich umgehend beim Wahlamt melden. Die Wahlen für den Stadtrat und das Europaparlament finden am ersten Junisonntag statt.

Die Handball-Damen des HC Leipzig treten morgen das Finalspiel des Europapokals an.

Sie spielen gegen Itxako Estella. Bereits gestern waren die Damen in Estella in Nordspanien angekommen. Das Rückspiel findet am Sonntag in einer Woche in Leipzig statt. Zuletzt stand der HCL vor zwölf Jahren im Finale eines europäischen Wettbewerbes. Damals verloren sie im Pokalspiel. Einen europäischen Titel gewannen die Leipzigerinnen das letzte Mal 1992.

 

Frühnachrichten

Die Angestellten des Leipziger Straßenbauers Kirchhoff sollen nach der geplanten Schließung noch bis zu einem Jahr weiter beschäftigt werden.

Betriebsratschef Helmut Herrmann sagte, das solle mit einer so genannten Transfergesellschaft ermöglicht werden. In den Verhandlungen mit dem Mutterkonzern Strabag zeichne sich eine solche Lösung ab. Auf diese Weise würden die Mitarbeiter nicht sofort in die Arbeitslosigkeit entlassen. Die Transfergesellschaft solle den Angestellten helfen, möglichst schnell wieder einen Arbeitsplatz zu finden. Einige Mitarbeiter können laut Herrmann von Strabag übernommen werden. Wie viele das sein werden, hänge von der Auftragslage ab. Die Verhandlungen sollen Anfang der kommenden Woche fortgesetzt werden. Strabag hatte angekündigt, Kirchhoff Ende September zu schließen. Davon sind rund 100 Arbeitsplätze betroffen.

Der Betreiber der Abfallanlage in Pohritzsch soll die Schadstoffbelastung vor Ort reduzieren.

Nach Angaben des Umweltamtes des Landkreises Nordsachsen hat der Betreiber SDR Biotec die Anlage bereits auf undichte Stellen überprüft. Diese sollen nun umgehend geschlossen werden. Die Arbeiten würden laufend überwacht. Das sächsische Umweltministerium hatte am Mittwoch eine erhöhte Schwermetallbelastung rund um die Abfallanlage bestätigt. Zuvor hatte bereits die Deutsche Umwelthilfe zu hohe Schadstoffwerte gemessen. Der Anlagenbetreiber hatte die Ergebnisse jedoch angezweifelt.

Am Vormittag beginnen die Tarifverhandlungen für rund 1000 Beschäftigte von Leipziger Energieunternehmen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert eigenen Angaben zufolge 8,5 Prozent mehr Lohn. Grund sei eine notwendige Anpassung an die Gehälter in Westdeutschland. Den bisherigen Tarifvertrag hatte die Gewerkschaft Ende April gekündigt. Von den Verhandlungen sind insgesamt rund 15.000 Angestellte in Ostdeutschland betroffen.

Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) will 4.500 Wohnungen in der Stadt verkaufen.

Wie das Unternehmen mitteilte, ist ein Großteil der angebotenen Gebäude unsaniert und denkmalgeschützt. Die betroffenen Wohnungen lägen überwiegend im Westen und Osten der Stadt. Mit den Verkäufen will die LWB ihre Schulden weiter abbauen. Aktuell hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Schulden von rund 900 Millionen Euro.

Am Vormittag starten Grünauer Schüler zu einem Staffellauf von Berlin nach Leipzig.

Nach Angaben des Veranstalters wollen die Schüler der Förderschule in Grünau mit dem Lauf Spenden für ihre Schule sammeln. Die elf Schüler und zwei Lehrer starten am Berliner Alexanderplatz. Nach 180 Kilometern sollen die Läufer morgen Nachmittag am Leipziger Neumarkt eintreffen. Bereits im vergangenen Jahr hatten Schüler der Förderschule mit einem Sechs-Tage-Lauf auf Cross-Trainern eine vierstellige Spendensumme erlaufen.

 

Wegen einer Demonstration zum Jahrestag des Kriegsendes kommt es am Nachmittag in der Innenstadt zu größeren Verkehrsbehinderungen.

Dem Ordnungsamt zufolge wollen rund 400 Menschen vom Willy-Brandt-Platz über den Martin-Luther-Ring zum Südplatz ziehen. Dafür werden die Straßen entlang der Strecke zeitweise einseitig gesperrt. Am Vormittag soll bereits eine Kundgebung auf dem Nikolaikirchhof stattfinden. Am 8. Mai vor 64 Jahren endete der Zweite Weltkrieg in Europa.