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Spätnachrichten vom Freitag, 3. April 2009
- MDR-Angestellte fordern besseres Tarifangebot
- Umwelthilfe weist Vorwürfe gegen Pohritzsch-Gutachten zurück
- Weniger Straftaten in Leipzig
- Gefälschte Briefe in der Stadt im Umlauf
- Einkommen der Leipziger gesunken
- Elektronische Chipkarte für LVB-Kunden
- Ab Montag Verkehrsbehinderungen am Augustusplatz
- Start der Zoo-Saison
Nach dem Warnstreik beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) fordern die Angestellten ein verbessertes Tarifangebot.
Der Chef des Gesamtpersonalrates Dirk Gläßer sagte, mit dem Angebot der Arbeitgeber würden die Mitarbeiter im Vergleich aller ARD-Sendeanstalten schlecht verdienen. Gläßer sagte, er erwarte nun ein Entgegenkommen der Geschäftsleitung. Er sei zuversichtlich, dass sich die Geschäftsleitung aufgrund der Proteste der Belegschaft bewegen werde. Sollte der MDR jedoch kein verbessertes Angebot vorlegen, drohten weitere Warnstreiks. Gläßer zeigte sich jedoch optimistisch, dass die Verhandlungen in den kommenden Tagen wieder aufgenommen werden. Am Vormittag waren mehrere hundert Beschäftigte des MDR unter anderem in der Zentrale in Leipzig in einen zweistündigen Warnstreik getreten. Die Angestellten fordern acht Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber hatten zwischen zwei und vier Prozent geboten.
Die Deutsche Umwelthilfe hat die Vorwürfe des Anlagenbetreibers in Pohritzsch als absurd zurückgewiesen.
Der Sprecherin der Umwelthilfe Maria Elander zufolge ist ein Labor mit der Untersuchung des Geländes der Abfallanlage beauftragt. Der Betreiber hatte der Umwelthilfe vorgeworfen, das Gutachten zur Schwermetallbelastung des Boden habe nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprochen. Elander sagte, für die Umwelthilfe seien die Vorwürfe nicht länger hinnehmbar. Die unsachlichen und falschen Aussagen des Betreibers würden sich inzwischen häufen. Deswegen würden auch rechtliche Schritte gegen den Betreiber geprüft. Elander sagte weiter, die Anlage müsse gegebenenfalls geschlossen werden, sollte der Betreiber nichts gegen die Verschmutzung unternehmen. Ein Gutachten der Umwelthilfe hatte eine erhöhte Schwermetallbelastung des Bodens rund um die Abfallanlage Pohritzsch festgestellt.
In Leipzig ist die Zahl der Straftaten gesunken.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 61.000 Straftaten registriert. Das sind rund 4.000 weniger als noch 2007. Das geht aus der neuen Kriminalstatistik der Polizei hervor. Trotz des Rückgangs bleibe die Kriminalität auf den Straßen das Hauptproblem. Leipzig ist sachsenweit die Stadt mit den meisten Straftaten. Außerdem werden dem Bericht zufolge weniger Straftaten von der Leipziger Polizei aufgeklärt als in anderen Städten. Die Aufklärungsquote liegt acht Prozent unter dem sächsischen Durchschnitt.
Im südlichen Stadtgebiet sind gefälschte Briefe mit dem Siegel der Stadt verteilt worden.
Wie die Polizei mitteilte, sind neben dem Stadtwappen auch die Logos der NATO und des Frachtdienstleisters DHL abgedruckt. Die Briefe wurden jedoch nicht von der Stadt verschickt, so die Polizei. Aus diesem Grund müsse nicht auf die Briefe reagiert werden. Beigefügte Formulare sollen der Polizei zufolge nicht ausgefüllt werden. Die Stadt habe umgehend Strafanzeige wegen Amtsanmaßung gestellt.
Die Leipziger haben im vergangenen Jahr weniger verdient.
Die Stadt hat am Mittag den neuen Sozialreport vorgestellt. Demnach sank das durchschnittliche Monatseinkommen der Leipziger auf 1.400 Euro netto. Das sind rund 50 Euro weniger als im Vorjahr. Damit sinken die Einkommen der Leipziger seit fünf Jahren in Folge. Die Bevölkerung Leipzigs wächst unterdessen weiter. Derzeit leben in der Stadt mehr als 510.000 Menschen.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben eine elektronische Chipkarte für Stammkunden eingeführt.
Dem Unternehmen zufolge entfällt mit der neuen Karte das Kleben der Monatsmarken. Ebenso werde der Missbrauch der Fahrkarte durch einen Kopierschutz erschwert. Sollte die Karte verloren gehen oder gestohlen werden, könne die Karte sofort gesperrt werden. Ab sofort könnten die ersten 15.000 Abonnement-Kunden die neue Karte nutzen. Nach Angaben des Unternehmens soll die Umstellung für die insgesamt rund 50.000 Abonnement-Kunden im Juli abgeschlossen sein.
Ab Montag müssen Autofahrer in der Innenstadt mit größeren Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
Grund sind Bauarbeiten an der Straßenbahnkreuzung am Augustusplatz. Nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe sollen dort die Gleise erneuert werden. Mit den alten Schienen könne die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr gewährleistet werden. Aus diesem Grund würden in der kommenden Woche mehrere Fahrspuren am Augustusplatz gesperrt. Die Bauarbeiten sollen im Mai beendet sein und kosten rund 500.000 Euro.
Der Leipziger Zoo startet morgen in die neue Saison.
Nach Angaben des Zoos werden erstmals die neuen Tigerdrillinge zu sehen sein. Ebenso werde die begehbare Känguruanlage für das Publikum freigegeben. Aufgrund des warmen Wetters rechnet der Zoo am Wochenende mit bis zu 10.000 Besuchern.
Frühnachrichten
- Streik beim MDR
- Telefonische Hilfe für angeschlagene Unternehmen
- Entlassungen bei Heidelberger Druck
- Füßgängerweg durch Brühl-Baustelle
- Ostermarsch gegen militärische Nutzung des Flughafens
- Namenszusattz für Blechbläser des Gewandhauses
Die Angestellten des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) sind für zwei Stunden in einen befristeten Warnstreik getreten.
Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben sich sowohl feste als auch freie Mitarbeiter beteiligt, insgesamt mehrere hundert Teilnehmer in der Zentrale in Leipzig, den Landesfunkhäusern Dresden, Erfurt und Magdeburg sowie in der Hörfunkzentrale in Halle. Unter anderem wurde der Sendebetrieb von MDR Info für eine Stunde vollständig eingestellt. Auf der Frequenz sendete der bayrische Sender B5 aktuell. Grund für den Warnstreik sind die stockenden Tarifverhandlungen. Die Angestellten des MDR fordern acht Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber hatten zwischen zwei und vier Prozent geboten.
Die Handwerkskammer will Unternehmen mit wirtschaftlichen Problemen telefonisch beraten.
Die Sprecherin der Handwerkskammer Kerstin Schulz sagte, die Hotline solle sich vor allem an kleinere Unternehmen wenden. Sie könnten dort beispielsweise bei Auftragseinbrüchen Hilfe finden. Die Wirtschaftskrise sei zwar noch nicht flächendeckend im Handwerk angekommen. Es gäbe aber einzelne Unternehmen im Zuliefererbereich, die bereits Probleme hätten. für die sei die Hotline ein erster Anlaufpunkt. Es könne auch weitere Hilfe geleistet werden. So würden die Unternehmensberater der Handwerkskammer Konzepte für einzelne Firmen erstellen oder als Vermittler zu Banken auftreten. Die Handwerkskammer ist für 12.000 Betriebe in der Region zuständig.
Am Leipziger Standort des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck werden über 60 Stellen gestrichen.
Nach Angaben des Betriebsrates sollen 25 Angestellte entlassen werden. Der Rest scheidet altersbedingt aus dem Unternehmen aus. Bis Ende des Monats soll es weitere Verhandlungen mit der Geschäftsführung geben. Der Betriebsrat will versuchen die Kündigungen zu verhindern. Deutschlandweit will Heidelberger Druck fast 5.000 Stellen streichen. Dagegen hatten gestern am Hauptsitz des Unternehmens rund 6.000 Menschen demonstriert. Darunter auch fast 50 der 300 Leipziger Angestellten.
Durch die Baustelle am Brühl soll ein Fußgängerweg eingerichtet werden.
Nach Angaben der Stadt sollen so Tröndlinring und Brühl wieder verbunden werden. Das sei bei einem Gespräch mit der Bürgerinitiative „Handel und Wandel am Brühl“ vereinbart worden. Der Weg soll schnellstmöglich geschaffen werden und durch die Baustelle für das neue Einkaufszentrum führen. Zuvor hatten die Händler am Brühl über Umsatzeinbußen geklagt. Grund dafür sei die nahe Groß-Baustelle.
Der Leipziger Ostermarsch soll sich gegen die militärische Nutzung des Flughafens Leipzig/Halle richten.
Die Veranstalter wollen außerdem gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr protestieren. Demonstriert werde am Ostersamstag unter anderem in der Innenstadt und vor dem Flughafen. Außerdem soll der Stadt eine Petition gegen die militärische Nutzung des Flughafens überreicht werden.
Leipzig/Halle ist der größte Transitflughafen für US-amerikanische Soldaten auf dem Weg in den Irak. Im vergangenen Jahr stiegen rund 400.000 Soldaten auf dem Flughafen um.
Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly verleiht dem Blechbläserquintett den Titel Gewandhaus.
Künftig soll es „Gewandhaus Brass Quintett“ heißen. Damit ist es das dritte Ensemble mit dem entsprechenden Namenszusatz. Das Quintett wurde vor vier Jahren gegründet. Die Auszeichnung „Gewandhaus“ wird ausschließlich vom Kapellmeister verliehen.



