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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Donnerstag, 2. April 2009

Der Leipziger Gashändler VNG hat erstmals Zugang zu eigenen Gasfeldern gekauft.

Das Unternehmen übernimmt den norwegischen Erdgas- und Erdölproduzenten Endeavour Energy Norge (EEN). Ihr gehören mehrere Gasfelder an der norwegischen Küste. Sie zählt bereits seit mehreren Jahren zu den Lieferanten der VNG. Mit der Übernahme aller EEN-Anteile ist die VNG damit erstmals an eigenen Gasfeldern beteiligt. Bis 2020 will sie etwa zehn Prozent ihrer Gasbeschaffung durch eigene Produktion sicherstellen. Der Kauf der norwegischen EEN sei ein erster Schritt. Allerdings müssen die entsprechenden Kartellbehörden der Übernahme noch zustimmen. Der Leipziger Gasimporteur ist nach eigenen Angaben Deutschlands drittgrößter Erdgasimporteur.

Die neue Leipziger Universitätsaula Paulinum wird erst Ende des kommenden Jahres fertig.

Laut Bauleiter Volker Kylau ist die Insolvenz des Architekten van Egeraat Grund für die erneute Verzögerung. Statt im Sommer soll die Universitätsaula nun im Oktober 2010 fertig gestellt werden. Die 600-Jahr-Feier der Universität könne aber auch im halbfertigen Paulinum stattfinden. Gestern sind die neuen Architekten bekannt gegeben worden. Das Leipziger Büro Werner und Fischer soll die Arbeit nach den alten Entwürfen fortsetzen.

Der Landkreis Leipzig sichert die Übernahme der Fahrtkosten für Schüler.

Hierzu vereinbarte der Kreistag, auch die Fahrtkosten zu übernehmen, wenn die Jugendlichen in anderen Landkreisen und Bundesländern zur Schule gehen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende des Landkreises Leipziger Land, Fritz-Dieter Mittenzwei, sagte, bisher seien nur die Kosten bis zur nächstgelegenen Schule innerhalb des Landkreises bezahlt worden. Die Förderung außerhalb des Landkreises sei nicht rechtssicher gewesen. Mit dem Beschluss des Kreistages sei das rechtlich abgesichert worden. Schüler und Eltern, die ihre Schüler im angrenzenden Bundesland anmelden, könnten sich nun auch darauf verlassen, die Fahrtkosten bezahlt zu bekommen, so Mittenzwei. Durch die Grenzüberschreitung könnten beispielsweise zwischen Geithain und Altenburg Kosten eingespart werden. Das sei günstiger, als die Schüler in das weiter entfernte Borna fahren zu lassen. Die Fahrtkosten für Schüler werden seit letztem Jahr übernommen. Sie liegen bei rund fünf Millionen Euro.

Die Leipziger Handwerksbetriebe verzeichnen wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise Umsatzrückgänge.

Das ergab eine Umfrage der Handwerkskammer. Demnach seien mehr als 300 Betriebe betroffen. Besonders stark sei der Rückgang beispielsweise bei Autozulieferern. Aus diesem Grund hielten sich die meisten Betriebe mit Investitionen zurück. Wie aus der Umfrage hervorgeht, mussten ein Viertel der Betriebe Mitarbeiter entlassen. Die Zahlen sind Ergebnisse einer Sonderumfrage vom Februar. Den regulären Konjunkturbericht will die Handwerkskammer voraussichtlich im Juni präsentieren.

Die Leipziger Energiebörse EEX baut ihre Kooperation mit der französischen Strombörse Powernext aus.

Dabei übernimmt die EEX den langfristigen Stromhandel der Franzosen. Ab Juli sollen alle kurzfristigen Geschäfte in Paris abgewickelt werden. EEX und Powernext arbeiten seit zwei Jahren zusammen. Ziel der Kooperation ist es der EEX zufolge, einen gemeinsamen Energiemarkt für Deutschland und Frankreich zu schaffen. An der Leipziger Energiebörse werden schon Kohle und Erdgas gehandelt. Sie ist die größte Energiebörse für Rohstoffe Europas.

Die Übernahme des Delitzscher Schokoladenwerks sorgt für Umsatzplus bei Halloren.

Wie der Vorstand der in Halle ansässige Halloren-Schokoladenfabrik, Klaus Lellé, mitteilte, wirkt sich der Kauf des Delitzscher Werks positiv auf Umsatz und Gewinn aus. Die 150 Mitarbeiter in Delitzsch arbeiteten profitabel. Genauere Angaben wollte Lellé nicht machen. Im vergangenen Jahr hat Halloren seinen Umsatz um fast 30 Prozent auf über 38 Millionen Euro gesteigert. Vor einem halben Jahr übernahm Halloren die insolvente Delitzscher Schokoladenfabrik.

 

 

Frühnachrichten

Der Verein Kongresshalle Leipzig kritisiert die Pläne zur Umgestaltung der Kongresshalle am Zoo.

Den Verein störe vor allem, dass im Großen Saal eine neue Zwischendecke eingebaut werden soll. Sprecherin Gudrun Neumann kritisierte, dass der Verband in die Planung nicht eingebunden gewesen sei. Bürgerbeteiligung werde nur auf dem Papier groß geschrieben. Der Verein habe von den Sanierungsplänen nebenbei erfahren, beispielsweise durch Bemerkungen am Rande oder durch Zeitungen. Das sei schlecht. Neumann zufolge möchten die Leipziger, dass die Kongresshalle originalgetreu saniert werde. Vor sechs Wochen hatte die Stadt beschlossen, knapp zehn Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II in die Sanierung der Kongresshalle zu investieren. Die Leipziger Messe will den Umbau unterstützen. Dafür benötigt sie 20 Millionen Euro.

Der Centraltheater-Intendant Sebastian Hartmann weist die Vorschläge des Kulturbürgermeister-Kandidaten Michael Faber zurück.

In einem Interview mit der BILD-Zeitung forderte Hartmann Faber auf, sich zunächst einen umfangreichen Eindruck vom Centraltheater zu machen. Michael Faber hatte in einem Gespräch mit Vertretern der Stadtratsfraktionen die Neuausrichtung des Centraltheaters unter Hartmann kritisiert. Dabei soll Faber eine Doppelintendanz ins Gespräch gebracht haben. Intendant Hartmann sei dann für moderne Inszenierungen verantwortlich, ein weiterer Intendant für klassische Stücke. Hartmann sagte darauf im BILD-Interview: Konventionelle Inszenierungen werde es unter ihm nicht geben. Der parteilose Verleger Michael Faber ist aussichtsreichster Kandidat bei der Kulturbürgermeisterwahl. Linke und SPD unterstützen seine Kandidatur.

In zwei Wochen entscheidet sich, wer die Mehrkosten des City-Tunnels übernehmen muss.

Wie das sächsische Finanzministerium mitteilte, muss dazu das Wirtschaftsministerium konkrete Zahlen und ein Konzept vorlegen. Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk hofft, nicht die gesamten Kosten tragen zu müssen. Ansonsten wäre er gezwungen, Bauprojekte zu stoppen. Die Kosten für den City-Tunnel sind auf 700 Millionen Euro angestiegen, ursprünglich waren 500 Millionen Euro geplant. Grund dafür sind dem Finanzministerium zufolge gestiegene Materialpreise. Gestern hatte der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi gewarnt, dass durch die Mehrkosten am Citytunnel Bauprojekte der Leipziger Verkehrsbetriebe gefährdet seien.

In der Stadt werden wieder mehr Jugendliche konfirmiert.

Nach Angaben des Kirchenbezirks Leipzig gibt es dieses Jahr zwischen 320 und 350 Konfirmationen. Im vergangenen Jahr war mit rund 240 Konfirmationen ein Tiefstand erreicht worden. Grund dafür war ein geburtenschwacher Jahrgang. In ganz Sachsen steigt dieses Jahr die Zahl der Konfirmationen. Den größten Anstieg gibt es in Dresden.

Das Fußball-Oberliga-Spiel des 1. FC Lok Leipzig gegen FC Carl Zeiss Jena II wird wegen des NATO-Gipfels verschoben.

Wie die Polizei mitteilte, wird ein Teil der sächsischen Bereitschaftspolizei Dienst auf dem NATO-Gipfel in Baden-Baden und Straßburg leisten. Um die Sicherheit während des Spiels zu gewährleisten, habe das Innenministerium die Partie von Sonntag auf Dienstag verlegt. Lok Leipzig befürchtet, dass zum verlegten Spiel weniger Zuschauer kommen.

 

Die Universität will zu ihrem 600. Jubiläum 600 Bäume in Leipzig pflanzen.

Der Universität zufolge können alle Leipziger eine Patenschaft für einen der Bäume übernehmen. Die meisten Bäume sollen an Straßenrändern gepflanzt werden. Das Projekt soll somit einen Beitrag zum Umweltschutz liefern. Die Leipziger können noch bis Ende Dezember Patenschaften für die Bäume übernehmen.