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Spätnachrichten vom Montag, 9. März 2009
- Tatverdächtiger im Mordfall Michelle gesteht
- Öffentliche Diskussionen zu Einheitsdenkmal
- Tillich verteidigt Verkauf der Landesbank
- City-Tunnel an Bahn übergeben
Der mutmaßliche Mörder der achtjährigen Michelle hat die Tat gestanden.
Nach Angaben der Polizei hat sich der 18-jährige Tatverdächtige gestern Abend auf Grund des hohen Fahndungsdrucks selbst gestellt. Die Polizei hatte in den vergangenen Wochen mit neuen DNA-Tests begonnen. Dabei sollten vor allem Bekannte und Nachbarn des ermordeten Mädchens überprüft werden. Der Tatverdächtige wohnte in unmittelbarer Nähe von Michelle. Nach seiner Verhaftung hatte er zuerst nur zugegeben, die Leiche des Kindes entsorgt zu haben. Bei weiteren Befragungen hat er auch den Mord gestanden. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Michelle verschwand im August des vergangenen Jahres. Ihre Leiche wurde drei Tage später in einem Teich entdeckt.
Die Leipziger sollen über das geplante Einheitsdenkmal in der Stadt diskutieren.
Andreas Apelt von der Deutschen Gesellschaft sagte, die Bürger sollen die Stadt beim Bau des Denkmals beraten. Dazu seien unter anderem Podiumsdiskussionen geplant. In ganz Deutschland solle über das Leipziger Denkmal gesprochen werden. Dafür solle deutschlandweit dazu aufgerufen werden, über das Leipziger Denkmal und die Inhalte, die es bewegen soll, zu diskutieren. Apelt sagte weiter, die erste Diskussionsrunde finde am Wochenende in der „Runden Ecke“ statt. Die Ausschreibung für das Einheitsdenkmal beginnt am 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution im Oktober. Zum 25. Jahrestag soll das Denkmal eingeweiht werden.
Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat den Verkauf der ehemaligen sächsischen Landesbank verteidigt.
Vor dem Banken-Untersuchungsausschuss sagte er, das sei die einzige Lösung für die finanziellen Schwierigkeiten der Sachsen LB gewesen. Alternativ hätte die Bank geschlossen werden oder das Land weiteres Geld zuschießen müssen. Das hätte Sachsen Milliarden kosten können. Mit dem Verkauf habe das Land eine Garantie für riskante Anlagen abgegeben. Damit sei der mögliche Schaden für Sachsen auf unter drei Milliarden Euro begrenzt worden. Die ehemalige Landesbank wurde vor zwei Jahren an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft. Die ehemalige Sachsen LB war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem sie sich auf dem US-Immobilienmarkt verspekuliert hatte.
Im City-Tunnel kann begonnen werden, die ersten Gleise zu bauen.
Wie die Deutsche Bahn mitteilte, hat die Baufirma DEGES die ersten Abschnitte des City-Tunnels an die Bahn übergeben. Der Bau der Gleisanlagen solle zwischen den Haltepunkten Semmelweisstraße und Markt beginnen. Parallel dazu solle der City-Tunnel an das Schienennetz des Hauptbahnhofes angebunden werden. Dabei könne es zu Behinderungen des Bahnverkehrs kommen. Diese sollen aber so gering wie möglich gehalten werden.
Frühnachrichten
- Tatverdächtiger im Mordfall Michelle festgenommen
- Kritik an Schließung des Straßenbau-Unternehmens Kirchhoff
- Tillich vor Untersuchungsausschuss zur Sachsen LB
- Staatsanwaltschaft stellt Haftantrag wegen versuchten Mordes
- "Woche der offenen Unternehmen" startet
- Lindenauer Westbad: Umbau geht weiter
- Hochzeit am 09.09.2009 sehr begehrt
- EU-Projekttag in Leipziger Schule
Die Polizei hat im Mordfall Michelle einen Tatverdächtigen festgenommen.
Unbestätigten Informationen der Leipziger Volkszeitung zufolge hat eine Sondereinheit am Morgen einen Neunzehnjährigen in Döbeln festgenommen. Auf ihrer Internetseite berichtet die LVZ, dass der Mann im Leipiger Osten wohnt. Dort hat die Polizei ein Haus durchsucht. Die Lipsiusstraße in Reudnitz ist weiträumig abgesperrt. Laut Polizeisprecher Daniel Kapferer gibt es neue Hinweise in dem Fall. Mehr wollte er noch nicht sagen. Die achtjährige Michelle verschwand im August des vergangenen Jahres. Ihre Leiche wurde drei Tage später in einem Teich entdeckt. Die Polizei hat eine Sonderermittlungsgruppe eingerichtet, um das Verbrechen aufzuklären.
Die Industriegewerkschaft IG Bau sieht keinen Grund für die Schließung des Leipziger Straßenbau-Unternehmens Kirchhoff.
Gewerkschaftssprecher Hans Jürgen Töpfer sagte, dem Unternehmen in Großlehna bei Leipzig gehe es wirtschaftlich gut, die Auftragsbücher seien voll. Die Gewerkschaft wolle unverzüglich mit dem Vorstand von Kirchhoff und der Strabag-Gruppe Interessensausgleich und Sozialpläne verhandeln. Die Firma Kirchhoff hat Töpfer zufolge Aufträge bis 2014. Dazu gehören zwei Großbaustellen, unter anderem am Flughafen Leipzig/Halle und am Jagdbergtunnel in Jena. Der Leipziger Standort soll Ende September geschlossen werden. Davon sind rund 120 Mitarbeiter betroffen. Die Firma Kirchhoff wurde im vergangenen Jahr von der Strabag-Gruppe übernommen. Der Leipziger Betriebsrat wirft der Strabag vor, Kirchhoff in den Ruin zu treiben. Weder die Geschäftsführung von Kirchhoff noch die Strabag-Gruppe wollten sich heute dazu äußern.
Sachsen Ministerpräsident Stanislaw Tillich soll am Vormittag vor dem Untersuchungsausschuss zur Sachsen LB vernommen werden.
Tillich war als damaliger Sächsischer Finanzminister bei den Verhandlungen zum Notverkauf der ehemaligen Sächsischen Landesbank dabei. Der Ausschuss erhofft sich eigenen Angaben zufolge durch Tillichs Aussage neue Erkenntnisse über die damalige finanzielle Situation der Landesbank. Die Sachsen LB wurde vor zwei Jahren an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft und so vor der Pleite bewahrt. Die Dubliner Tochter Sachsen LB Europe hatte sich auf dem US-Hypothekenmarkt verspekuliert. Der Parlamentsausschuss soll klären, wer für die Beinah-Pleite der Sachsen LB verantwortlich ist.
Wegen versuchten Mordes an einem Polizisten hat die Staatsanwaltschaft Haftantrag gestellt.
Wie die Polizei mitteilte, hatte ein 31-Jähriger am Freitag einen Polizisten angefahren. Der Mann habe versucht, mit einem gestohlenen Wagen vor einer Verkehrskontrolle zu flüchten. Nach einer Verfolgungsjagd durch den Leipziger Südosten konnte die Polizei den Flüchtenden stellen. Der Mann war erst im Oktober nach einer vierjährigen Haftstrafe wegen Erpressung, Drogenhandel und Körperverletzung aus dem Gefängnis entlassen worden.
In der Stadt öffnen Unternehmen ihre Türen für Schüler.
Die Leipziger Schüler können noch bis Samstag Firmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen kennen lernen. Die Unternehmen informieren über berufliche Perspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten. Erstmalig richtet sich das Angebot auch speziell an Gymnasiasten, die Einblicke in Hochschulen und akademische Berufe gewinnen können. Verlage und Medienunternehmen stellen sich am Freitag auf der Leipziger Buchmesse vor.
Der Umbau des Leipziger Westbades in ein Gesundheitszentrum geht weiter.
Architekt Jürgen Tittel zufolge soll mit dem zweiten Bauabschnitt des alten Schwimmbades in Lindenau noch in diesem Monat begonnen werden. Laut Tittel wird das Gebäude entkernt, um fünf Arztpraxen, eine Pflegeeinrichtung und ein Schwimmbecken für den Reha-Sport einzurichten. Vor fünf Jahren war der erste Teil des Gebäudes bereits in ein Ärztehaus umgebaut worden. Die Arbeiten könnten noch in diesem Monat beginnen. Dafür sind rund sechs Millionen Euro eingeplant.
Leipziger Paare stehen Schlange für ein symbolisches Hochzeitsdatum.
Das Leipziger Standesamt nimmt heute Hochzeitsanmeldungen für den 09.09.2009 entgegen. Da besondere Heiratsdaten unter Hochzeitspaaren begehrt sind, haben sich bereits fünfzehn Paare im Standesamt eingefunden. Da der 09.09.2009 jedoch auf einen Mittwoch fällt, werden weniger Paare erwartet als im Vorjahr zum 08.08.2008.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee diskutiert mit Leipziger Schülern über die Europäische Union.
Zum dritten EU-Projekttag besucht Tiefensee das Max-Klinger-Gymnasium in Leipzig. Dort will er den Schülern die Aufgaben und Funktionen der Europäischen Union näher bringen. Der EU-Projekttag findet an 14 weiteren Schulen in Sachsen statt.



