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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 6. März 2009

Die Leipziger Straßenbaufirma Kirchhoff wird geschlossen.

Laut dem Betriebsratsvorsitzenden Helmut Herrmann sind rund 120 Beschäftigte betroffen. Das Unternehmen solle Ende September geschlossen werden. Herrmann sagte, die Gründe seien äußerst fadenscheinig. Man berufe sich auf die momentane Situation am Markt - Rezession und nicht vorhandene Aufträge. Das könne der Betriebsrat aber nicht so gelten lassen, da dessen Auftragsbücher bis ins Jahr 2013 voll geschrieben seien. Herrmann sagte weiter, seit die Strabag-Gruppe die Firma im vergangenen Jahr übernommen habe, sei es stetig bergab gegangen. Die Konzernführung habe in Kauf genommen, dass das Unternehmen in den Ruin getrieben werde, obwohl es Gewinn mache. Die Belegschaft hat sich einen Anwalt zu Hilfe geholt und will sich nun gegen die Schließung wehren.

Die Verhandlungen der Stadtverwaltung zur Zukunft der Leipziger Brockhaus-Redaktion sind beendet.

Wie die Stadt mitteilte, hatte es Gespräche mit dem ehemaligen Besitzer von Brockhaus, dem Bibliographischen Institut gegeben. Dabei habe sich die Stadt dafür eingesetzt, dass die Mitarbeiter weiter beschäftigt würden. Auch die Dienste einer stadteigenen Vermittlungsfirma seien angeboten worden. Diese wurden jedoch abgelehnt. Eine externe Agentur kümmere sich um die gekündigten Beschäftigten. Brockhaus wurde im Dezember an den Medienkonzern Bertelsmann verkauft. Die 60 Beschäftigten in Leipzig suchen mit einer Zeitungsanzeige nun kollektiv neue Arbeit.

Unbekannte haben in Taucha illegal rund 300 Tonnen Müll entsorgt.

Wie die Polizei mitteilte, wurden in den vergangenen drei Tagen Bauschutt, Reifen und Farbreste auf ein Grundstück gekippt. Vermutlich wurde der Müll in großen LKW’s angefahren. Die Polizei sucht Zeugen, die die LKW’s beobachtet haben.

Lufthansa Cargo stellt zwei Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig/Halle ab.

Einem Unternehmenssprecher zufolge sind die beiden Frachtmaschinen vorübergehend stillgelegt worden. Damit reagiert das Unternehmen auf die Flaute im Luftverkehr. Bei entsprechenden Aufträgen können die Maschinen aber wieder eingesetzt werden.

Die beiden Weltklasse-Kanuten Mandy Planert und Jan Benzien haben geheiratet.

Wie der Deutsche Kanuverband mitteilte, fand die Hochzeit im Gohliser Schlösschen im engsten Familien- und Freundeskreis statt. Planert und Benzien sind bereits seit acht Jahren ein Paar. Gleichzeitig erklärte Mandy Planert ihren Abschied vom Leistungssport. Grund sei das zweite gemeinsame Kind, das das Paar im August erwartet. Im vergangenen Jahr war sie noch Weltcup-Zweite im Slalom Kanu geworden. Jan Benzien ist aktueller Deutscher Meister im Einer-Canadier.

Am Abend findet in der Neuen Messe der jährliche Mitteldeutsche Olympiaball statt.

Nach Angaben der Veranstalter ist das Ziel des Olympiaballs, den Sport in Mitteldeutschland zu stärken. Dabei sollen Förderer für Nachwuchssportler gefunden werden. Der Ball steht unter dem Motto „Feuer und Flamme“. Höhepunkte sind die Verleihung des Mitteldeutschen Trainerpreises und der Auftritt der Opernsängerinnen „Appassionante“. Der Veranstalter Olympia Sport Leipzig erwartet rund 1.500 Gäste aus Wirtschaft, Kultur und Politik.

 

Frühnachrichten

Mit einer Anzeige in der Wochenzeitung DIE ZEIT machen Redakteure des Brockhaus-Verlags auf ihre geplante Entlassung aufmerksam.

Sprecher Christian Horn sagte, mit dem Stellengesuch sollen vorrangig neue Jobs für die Redakteure gefunden werden. Es solle aber auch die Tradition des Verlags fortgesetzt werden. Schließlich würden in Leipzig seit 200 Jahren Lexika erstellt. Die Redaktion mache sich aber keine Hoffnung, komplett übernommen zu werden. Dieser Gedanke sei zu abenteuerlich. Sie hätte schon positive Rückmeldungen für die Aktion bekommen, so Horn. Die Marke Brockhaus wurde vor drei Monaten vom Medienkonzern Bertelsmann gekauft. Die Leipziger Redaktion wird nicht übernommen.

Das Kultusministerium will Lehramtsstudenten im Land halten.

Das sagte Kultusminister Roland Wöller im Interview mit mephisto 97.6. Wöller könne sich vorstellen, guten Studenten in besonders begehrten Fächern wie Naturwissenschaften oder Latein zu Beginn des Studiums eine Einstellungszusage zu geben. Dies könne ein Anreiz für die Studenten sein. Wöller sagte, das Kultusministerium prüfe derzeit die neuen Pläne. Im Sommer könne es ein erstes Strategiepapier geben. Mit den Plänen zur Festanstellung reagiert Sachsen auf eine Aktion des Landes Baden-Württemberg. Das hatte versucht, Lehrer für Gymnasien und Berufsschulen abzuwerben.

Das geplante Einkaufszentrum am Burgplatz wird wahrscheinlich nicht gebaut.

Wie die Leipziger Volkszeitung berichtete, ist der Grund dafür das geplante Einkaufszentrum am Brühl. Der Baukonzern Amec wollte ursprünglich am Burgplatz ein eigenes Einkaufszentrum zu errichten. Die Kaufkraft in der Stadt reicht Amec zufolge nicht für zwei neue Einkaufspassagen. Deswegen wolle der Baukonzern die Arbeiten am Burgplatz weiter ruhen lassen. Derzeit befindet sich dort ein großes Baustellen-Loch.

Die Europaabgeordnete Gisela Kallenbach will für den Stadtrat kandidieren.

Wie eine Sprecherin bestätigte, bewirbt sich Kallenbach für einen Spitzenplatz der Grünen im Wahlkreis neun im Leipziger Norden. Dafür will der bisherige Kandidat Christoph Hempel von diesem Posten zurücktreten. Das muss morgen eine Mitgliederversammlung des Stadtverbandes bestätigen. Die Leipziger Politikerin war Spitzenkandidatin der mitteldeutschen Grünen für das Europaparlament. Auf der gesamtdeutschen Wahlliste kam sie auf den 17. Platz. Dieser reicht voraussichtlich nicht für den erneuten Einzug ins Europaparlament.

Die Stadt sucht noch über 3000 Wahlhelfer für das Superwahljahr.

Wie Wahlleiter Josef Fischer mitteilte, fehlen besonders für die Europa- und Kommunalwahlen im Juni noch Helfer. Sie sollen den Ablauf im Wahllokal begleiten und anschließend die Stimmen auszählen. Auch für die Landtags- und die Bundestagswahl im Sommer braucht die Stadt noch Wahlhelfer. Besondere Vorkenntnisse seien nicht nötig. Interessierte sollten mindestens 18 Jahre alt sein und ihren Hauptwohnsitz in Leipzig haben.

Beim Amt für Statistik und Wahlen können Sie sich als Wahlhelfer bewerben:

Telefon: 0341/1232888

Oder im Internet unter www.leipzig.de/wahlen

Die Sachsen Bank will drei neue Standorte in Mitteldeutschland eröffnen.

Dem Unternehmen zufolge, sollen dieses Jahr Büros in Erfurt und Magdeburg entstehen, im kommenden Jahr auch in Chemnitz. Bis 2013 wolle die Bank ihre Erlöse verdoppeln und die Zahl der Firmenkunden steigern. Dabei sollen die neuen Büros helfen. Die Sachsen Bank hat ihren Hauptsitz in Leipzig. Vor zwei Jahren wurde sie von der Landesbank Baden-Württemberg gekauft. Sie war wegen Spekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt in finanzielle Schwierigkeiten geraten.