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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Dienstag, 3. März 2009

Die Stadt fürchtet vorerst keine finanziellen Risiken durch die Probleme beim US-Versicherungskonzern AIG.

Leipzig verlässt sich eigenen Angaben zufolge auf die Rettungspakete der USA. Der US-Versicherer AIG ist das Rückgrat, der so genannten Cross-Border-Leasing-Geschäfte der Stadt. Gestern musste die US-Regierung AIG erneut mit 30 Milliarden Euro unterstützt. Durch die Finanzkrise ist AIG in die finanzielle Schieflage geraten. Sollte der US-Versicherer Pleite gehen, könnte das fatale Folgen für Leipzig haben. So würde die Kanalisation zur Konkursmasse gehören und müsste teuer zurückgekauft werden. Die Stadt hat unter anderem Straßenbahngleise, Messehallen und das Klinikum St. Georg an amerikanische Investoren verkauft, um die Objekte gewinnbringend wieder zurückzumieten.

Der FC Sachsen Leipzig wird morgen seinen Insolvenzantrag beim Amtsgericht einreichen.

Vereinsangaben zufolge belaufen sich die Forderungen verschiedener Gläubiger auf insgesamt 500.000 Euro. Langfristig stünden weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus. Vorstandsvorsitzender Winfried Lonzen sagte, der FC Sachsen sei in akuter Gefahr. Im schlimmsten Fall müsse der Verein sich auflösen, dass sei auch dem VfB passiert. Er habe allerdings noch Masse, deswegen habe Lonzen noch Hoffnung. Der FC Sachsen habe nur als Amateurverein eine Zukunft. Sportlich wolle der Verein die Saison in der Regionalliga dennoch beenden. Er steht aber bereits als erster Absteiger fest.

Unterdessen erklärte der Vorstandsvorsitzende des FC Sachsen Leipzig Winfried Lonzen seinen Rücktritt.

Lonzen sagte, er sei gescheitert und an seine Grenzen gestoßen. Er habe die Insolvenz nicht verhindern können. Der FC Sachsen sei sportlich und wirtschaftlich am Ende. Für einen Neuanfang des Vereins in der Oberliga ab der kommenden Saison stünde er nicht zur Verfügung.

Die Deutsche Umwelthilfe warnt weiter vor einer Umweltverschmutzung durch die Recyclinganlage Pohritzsch.

Zuvor hatte eine Untersuchung des Betreibers der Anlage bei Delitzsch keine Industriegifte im Boden festgestellt. Das Landratsamt Nordsachsen hat daraufhin mitgeteilt, dass keine Gefahr für die Anwohner bestehe. Die Umwelthilfe teilt diese Einschätzung aber nicht. Die Bodenproben des Betreibers seien am Rand eines Gewerbegebietes genommen worden. Dort seien die gesetzlichen Grenzwerte für bestimmte Industriegifte höher. Die Umwelthilfe hatte bei einer Untersuchung vor zwei Wochen Industriegift in Kleingärten gefunden.

Sachsen übernimmt den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst für seine Beamten.

Die 30.000 sächsischen Beamten sollen ab März höhere Gehälter erhalten. Für die kommenden zwei Jahre soll eine Lohnerhöhung von rund sechs Prozent erfolgen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich erklärte, das sei für ihn eine Frage der Gerechtigkeit. Der Finanzminister solle nun die technische Umsetzung vorantreiben. Gewerkschaften und Länder hatten sich am Wochenende auf einen neuen Tarifvertrag für die Landesangestellten geeinigt. Insgesamt kostet die Tarifeinigung das Land rund 200 Millionen Euro.

Porsche hat im vergangenen Halbjahr weniger Geländewagen aus Leipzig verkauft.

Das Unternehmen erklärte, die Verkäufe des in Leipzig produzierten Cayenne seien um rund ein Fünftel gesunken. Im vergangenen Halbjahr seien es rund 17.000 gewesen. Grund für den Rückgang sei die aktuelle Finanzkrise. Die Produktion werde aber nicht gedrosselt, deswegen seien auch keine Entlassungen geplant. Porsche produziert den Geländewagen Cayenne seit sieben Jahren in der Stadt.

Der frühere Pfarrer der Nikolaikirche, Christian Führer, veröffentlicht seine Autobiographie.

In seinem Buch „Und wir sind dabei gewesen - Die Revolution, die aus der Kirche kam“ stellt er den Wendeherbst 1989 in den Mittelpunkt. Führer war einer der Mitinitiatoren der Leipziger Montagsdemonstrationen. Er lud die Demonstranten zu Friedensgebeten in die Nikolaikirche ein. Auf der Buchmesse in der kommenden Woche will Führer sein Buch auch persönlich vorstellen.

Im Leipziger Zoo sind drei Tigerbabys zur Welt gekommen.

Der Zoo erklärte, die Jungen seien bereits gestern zu hören gewesen. Aber erst am Morgen sei es den Tierpflegern gelungen einen Blick auf den Nachwuchs zu werfen. Den Tigerbabys gehe es dem ersten Anschein nach gut. Genaueres könne der Zoo aber erst nach einer Untersuchung Ende der Woche sagen. Für Besucher sind die Jungen in sechs Wochen zu sehen.

 

Frühnachrichten

Die erneuten Finanzprobleme des amerikanischen Versicherungskonzern AIG könnten schwerwiegende Folgen für Leipzig haben.

Die Stadt hat unter anderem Straßenbahngleise, Messehallen und das Klinikum St. Georg an amerikanische Investoren verkauft, um die Objekte gewinnbringend wieder zurückzumieten. Der US-Versicherungskonzern AIG fungiert als Bank bei den so genannten Cross-Border-Leasing-Geschäften der Stadt. Durch die Finanzkrise ist AIG in die finanzielle Schieflage geraten. Gestern hatte sich die US-Regierung dafür entschieden, dem Konzern mit 30 Milliarden Dollar unter die Arme zu greifen. Finanzexperte Werner Rügemer sagte, sollte AIG pleite gehen, hätte das fatale Folgen für Leipzig. Die Kanalisation Leipzigs gehöre dann zur Konkursmasse und müsste teuer wieder zurückgekauft werden.

Die Leipziger Stadtwerke haben im vergangenen Jahr weniger Gewinn erwirtschaftet.

Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge ist der Gewinn um mehr als ein Viertel zurückgegangen, von über 50 Millionen auf 35 Millionen Euro. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf die Geschäftsführerin der Stadtwerke Anke Tuschek. Die Stadtwerke hätten 16 Millionen Euro zurückstellen müssen. Als Stromnetzbetreiber stellen die Stadtwerke ihr Stromnetz anderen Energieversorgern zur Verfügung und bekommen dafür eine Nutzungsgebühr. Diese war jedoch zu hoch urteilte der Bundesgerichtshof im vergangenen Jahr. Nun müssen die Stadtwerke die überhöhten Gewinne zurückzahlen. Dafür legen sie nun Geld zurück. Problematisch dabei ist, dass die Stadtwerke mit ihren Gewinnen die Leipziger Verkehrsbetriebe mitfinanzieren.

Die Böden rund um die Abfallbehandlungsanlage in Pohritzsch sind nicht verseucht.

Das geht aus einem Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks hervor. Der MDR beruft sich darin auf den Landrat des Kreises Nordsachsen Michael Czupalla. Es läge ein entsprechendes Gutachten des Landesamtes für Umwelt und Geologie vor. Danach seien die Böden unbelastet. Der Sprecher des Landkreises wollte diese Ergebnisse noch nicht bestätigen. Er gehe aber davon aus, dass der Bericht richtig sei. Die deutsche Umwelthilfe hatte eigenen Angaben zufolge bei Untersuchungen erhöhte Bodenbelastungen mit Blei und Cadmium festgestellt. Die Grenzwerte seien um ein Vielfaches überschritten worden. Die Deutsche Umwelthilfe forderte daraufhin die Schließung der Anlage. Dem MDR zufolge überlegt der Betreiber nun, den Umweltverband zu verklagen.

Der Umzug des Fußball-Drittligisten Dynamo Dresden ins Leipziger Zentralstadion wird wahrscheinlicher.

Nach Angaben der Stadt Dresden hat der Verein die Lizenz-Unterlagen eingereicht. Diese seine jedoch unvollständig, unter anderem würden die Unterschriften unter dem Nutzungsvertrag für das neue Stadion fehlen. Grund dafür sei ein Streit zwischen der Stadt Dresden und dem Bauunternehmen. Sollte es in den kommenden Tagen keine Einigung geben, muss Dynamo in ein anderes Stadion umziehen. Laut dem Verein kommt dafür das Leipziger Zentralstadion infrage. Dynamo-Hauptgeschäftsführer, Stefan Bohne, rechnet mit 10.000 Zuschauern pro Spiel in Leipzig.

Für das Amt des Kulturbürgermeisters sind bei der Stadt in der zweiten Bewerbungsrunde weniger Bewerbungen eingegangen.

Wie die Stadt mitteilte, haben sich mehr als 50 Kandidaten beworben. Bei der ersten Ausschreibung im vergangenen Jahr waren es noch mehr als 100 Bewerber. In den kommenden Wochen werden sich die Kandidaten bei den einzelnen Fraktionen vorstellen. Dann soll die dafür eingerichtete Kommission über einen Nachfolger entscheiden. Der Stadtrat will im April den neuen Kulturbürgermeister bestätigen. In der Vergangenheit hatte es Unstimmigkeiten zwischen einzelnen Stadtratsfraktionen und Oberbürgermeister Jung über die Nachfolgekandidaten gegeben. Das Auswahlverfahren wurde ergebnislos abgebrochen. Der amtierende Kulturbürgermeister Georg Girardet verlängerte daraufhin seine Amtszeit um ein weiteres Jahr.