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Spätnachrichten vom Freitag, 27. März 2009
- LVB weisen Vorwürfe zurück
- Eröffnung der AMI
- Straßensperrungen wegen Länderspiel
- BUND demonstriert gegen Anbau von Genmais
- Mehr Gehalt für Uniklinik-Ärzte
- Erneuter Schwermetallfund bei Recycling-Anlage
- FC Lok plant Aufstieg
- Stiftungsprofessur an der HGB
Die Leipziger Verkehrsbetriebe weisen die Vorwürfe wegen ihrer Verträge mit der Finanzberaterfirma Value Partners zurück.
Deren Geschäftsführer waren an den umstrittenen Cross-Border-Leasing-Verträgen der Stadt beteiligt. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen sie wegen Korruptionsverdachts. Sie sollen städtische Manager bestochen haben. LVB-Sprecher Reinhard Bohse kann die Aufregung nicht verstehen. Außerdem gehe er nicht davon aus, dass die Vorwürfe gegen Value Partners richtig seien. Schon seit vier Jahren haben die Leipziger Verkehrsbetriebe mit der Firma Value Partners einen Vertrag. Sie überwache die Cross-Border-Leasing-Geschäfte des Unternehmens. Eine Auflösung der Verträge sei nicht sinnvoll. Wegen der Finanzkrise seien die Verkehrsbetriebe auf die Berater angewiesen. Zudem sei es juristisch gar nicht möglich, die Verträge jetzt zu beenden.
Die Automesse AMI ist offiziell eröffnet worden
Die AMI ist bis zum 5. April für Besucher geöffnet. Sechs Autobauer zeigen dort ihre Welt-Neuheiten. Doch im Vorfeld hatten einige Hersteller abgesagt, darunter BMW, Chrysler und Mitsubishi. Auch FIAT wird bei der diesjährigen AMI nicht mit dabei sein. 40 Marken stellen in diesem Jahr bei der Leipziger Automesse aus. Im vergangenen Jahr kamen fast 300.000 Besucher. So viele Besucher erwartet die Messe auch dieses Jahr.
Wegen des Fußball-Länderspiels werden morgen mehrere Straßen in der Nähe des Zentralstadions gesperrt.
Insgesamt erwartet die Stadt 40.000 Fans. Dadurch kann es zu Verkehrsproblemen kommen. Das westliche Waldstraßenviertel wird am Nachmittag für Autos gesperrt. Auch die Jahnallee und die Straße am Sportforum sind teilweise nicht befahrbar. Die Leipziger Verkehrsbetriebe setzen zusätzlich Busse und Straßenbahnen ein. Morgen spielen die deutschen Nationalspieler in der WM-Qualifikation im Zentralstadion gegen Liechtenstein. Zurzeit stehen sie in der Qualifikationsgruppe vier auf Platz eins.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz fordert ein Anbauverbot für Genpflanzen im Landkreis Nordsachsen.
Gemeinsam mit der sächsischen Interessengemeinschaft ökologischer Landbau ruft der Umweltverband morgen zu einer Demonstration in Laußig auf. Die richtet sich gegen den Anbau von genmanipuliertem Mais in der Dübener Heide. Damit soll die Bevölkerung auf die möglichen Gefahren der Gentechnik aufmerksam gemacht werden. Außerdem kritisiert der Naturschutzbund Landwirtschaftsminister Frank Kupfer. Er habe bei einem Treffen mit nordsächsischen Bauernverbänden die Auswirkungen von Genmais verharmlost. In der Dübener Heide wird seit zwei Jahren Genmais zu kommerziellen Zwecken angebaut.
Die Ärzte des Uni-Klinikums bekommen mehr Gehalt.
Darauf haben sich Ärztevertreter und Arbeitgeber geeinigt. In den kommenden zwei Jahren sollen die Gehälter insgesamt um fünf Prozent steigen. Außerdem sollen im kommenden Jahr die Gehälter in Ost- und Westdeutschland angeglichen werden. In Leipzig sind rund 140 Klinikärzte betroffen.
Die Deutsche Umwelthilfe hat ein neues Gutachten zur Recycling-Anlage Pohritzsch vorgelegt.
Dabei seien erneut Schwermetalle im Boden gefunden worden. In der Nähe eines Wohngebietes sei der Grenzwert für Blei um das Siebenfache überschritten worden. Deswegen fordert die Umwelthilfe das Landratsamt Nordsachsen auf die Anlage zu schließen. Bereits Anfang des Jahres hatte die Umwelthilfe Proben in der Nähe von Pohritzsch genommen und eine erhöhte Umweltverschmutzung festgestellt. Der Betreiber führte daraufhin eigene Untersuchungen durch. Dabei fand er aber keine Industriegifte.
Der FC Lok Leipzig hat eine Lizenz für die Fußball-Regionalliga beantragt.
Der Verein steht punktgleich mit dem ZFC Meuselwitz auf Platz zwei der Oberliga. Vom Spitzenreiter VSF Zwickau sind die Leipziger zwei Punkte entfernt, haben allerdings noch ein Spiel mehr vor sich. Einem Sprecher zufolge erfüllt Lok Leipzig die Auflagen für die Regionalliga. Der Deutsche Fußball-Bund prüft jetzt den Antrag.
Die Hochschule für Grafik und Buchkunst richtet eine Stiftungsprofessur für kulturelle Organisation ein.
Am 1. Juni soll der Münchner Kurator Thomas Weski die Professur übernehmen. Er wird unter anderem in den Bereichen Bildungs- und Kulturwissenschaften unterrichten. So soll er Kenntnisse über die Organisation von Ausstellungen oder Galerien vermitteln. Die Konzeption der Professur ist der HGB zufolge einzigartig in Deutschland. Gestiftet wird sie von den Sparkassen und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.
Frühnachrichten
- AMI rechnet trotz Ausstellerabsagen mit hohen Besucherzahlen
- Mehrere Millionen Euro für Leipziger Forschungseinrichtungen
- Heidelberger Druck will in Leipzig Stellen abbauen
- Nahverkehrsverband kämpft gegen Schutz der Marke "S-Bahn"
- Revision der Staatsanwaltschaft im Steinewerfer-Prozess
- Noch keine Einigung in Ärzte-Tarifverhandlungen
- Zusätzliche Straßenbahnen zum Fußball-Länderspiel
Die Veranstalter der Automesse AMI rechnen trotz Ausstellerabsagen in diesem Jahr mit hohen Besucherzahlen.
Der Leiter der Messe Matthias Kober sagte, durch die kürzlich beschlossene Verlängerung der so genannten Abwrackprämie bestehe für viele Menschen ein Anreiz, neue Autos zu kaufen. Der Rekord von knapp 300.000 Besuchern aus dem Vorjahr sei auch jetzt das angestrebte Ziel. Die Rahmenbedingungen dafür seien gut. Kober sagte weiter, die Absagen einiger namhafter Hersteller würden schmerzen. Dazu gehören unter anderem BMW, Mitsubishi und die Chrysler-Gruppe, so Kober. Die Zahl der Aussteller hätte dennoch fast das Vorjahresniveau erreicht. Das Messeprogramm würde in vollem Umfang stattfinden. Die Automobilmesse AMI ist die besucherstärkste Messe in Leipzig und wird am Nachmittag offiziell eröffnet.
Leipziger Forschungseinrichtungen erhalten mehrere Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II.
Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums sollen Sachsens Universitäten und Hochschulen rund 107 Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II erhalten. Zusätzlich stünden 65 Millionen Euro für Forschungseinrichtungen aus alten EU-Fördermitteln bereit. Rund 55 Millionen Euro sollen in Bauprojekte und externe Forschungseinrichtungen fließen. Die Universitätskliniken Leipzig und Dresden sollen weitere 20 Millionen Euro bekommen. In Leipzig würden für sechs Millionen Euro die Sporthallen für Judo und Kampfsport an der Jahnallee saniert werden. Die Medizinische Berufsfachschule erhalte für die Sanierung rund drei Millionen Euro. Mit dem zusätzlichen Geld aus alten EU-Fördermitteln sollen in den kommenden Monaten vor allem neue Forschungsgeräte angeschafft werden. Das Leipziger Institut für Zelltherapie und Immunologie bekommt dafür knapp fünf Millionen Euro.
Das Unternehmen Heidelberger Druck will deutschlandweit weitere 2500 Stellen streichen.
Wie das Unternehmen mitteilte, wird davon auch der Standort Leipzig betroffen sein. Wie viele Arbeitsplätze bedroht sind, ist jedoch noch unklar, so ein Sprecher des Unternehmens. Grund für den geplanten Abbau sei die schlechte Auftragslage. Dem Unternehmen zufolge soll die Kurzarbeit an allen Standorten bis September verlängert werden. Heidelberger Druck hatte bereits im Oktober vergangenes Jahres angekündigt, 2500 Stellen zu streichen. Bisher haben nach Angaben des Unternehmens bereits 1500 Angestellte das Unternehmen verlassen. Am Standort Leipzig arbeiten rund 350 Beschäftigte.
Nahverkehrszweckverband will gegen den Schutz der Marke „S-Bahn“ vorgehen.
Nach Angaben des Verbandes sei der Schutz des Namens „S-Bahn“ seitens der Deutschen Bahn unberechtigt. Das Problem: Sollte der Schutz des Namens rechtmäßig sein, dann müssten andere Nahverkehrsanbieter Gebühren für die Verwendung des Namens „S-Bahn“ zahlen oder ihre Züge umbenennen. Das werde jedoch die Kunden verwirren. Aus diesem Grund hat der Verband beim Deutschen Patent- und Markenamt einen Löschungsantrag eingereicht. Das würde auch zu Problemen beim Vergabeverfahren für den Leipziger City-Tunnel führen. Sollte ein anderer Bewerber als die Deutsche Bahn die Ausschreibung gewinnen, könnte das teuer werden, so ein Verbandssprecher.
Im Prozess gegen die Steinewerfer von der A9 bei Markkleeberg hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.
Der Staatsanwaltschaft zufolge soll das Urteil des Landgerichts Leipzig auf Rechtsfehler überprüft werden. Es könne dann mit einer Fortsetzung des Prozesses in einigen Monaten gerechnet werden. Als nächste Instanz wäre der Bundesgerichtshof für den Fall zuständig. Das Landgericht hatte die beiden Steinewerfer vergangene Woche wegen versuchten Mordes zu Haftstrafen zwischen sieben und acht Jahren verurteilt. Das ist laut Staatsanwaltschaft zu wenig.
In den Tarifverhandlungen für Ärzte an Uni-Kliniken ist noch keine Einigung erzielt worden.
Am frühen Morgen wurden die Verhandlungen in Leipzig unterbrochen. Sie sollen am Vormittag fortgesetzt werden. Nach Angaben der Gewerkschaft Marburger Bund seien die Gespräche jedoch an einem entscheidenden Punkt. Gestern waren die Tarifpartner zu ihrer vierten Verhandlungsrunde zusammengekommen. Der Marburger Bund fordert für die Uniklinik-Ärzte neun Prozent mehr Lohn. Außerdem soll Nachtarbeit besser bezahlt und die Gehälter in Ost- und Westdeutschland angeglichen werden. Die Arbeitgeber hatten das abgelehnt. In Leipzig sind von der Tarifentscheidung 140 Ärzte betroffen.
Anlässlich des Fußball-Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft sollen morgen zusätzliche Straßenbahnen fahren.
Nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe sollen zusätzlich zum regulären Linienverkehr die Linien 52 und 53/54 eingesetzt werden. Diese würden im 15-Minuten-Takt zwischen den Park&Ride-Plätzen und dem Sportforum fahren. Morgen Abend spielt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Zentralstadion gegen Liechtenstein. Zum Spiel werden rund 40.000 Zuschauer erwartet.



