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Spätnachrichten vom Montag, 2. Februar 2009
- Warnstreiks der Lehrer ab morgen
- 650 über 55-Jährige finden Arbeit über Bundesprogramm
- Wirtschaftsministerium sieht Zustand der Bundestraßen weniger kritisch
- Altscherbitzer Klinik eröffnet neurologische Tagesklinik
- Hauptstrand des Markkleeberger Sees wird gebaut
- Zahl der Handwerksbetriebe gesunken
- Hauptverfahren gegen ehemaligen MDR-Sportchef zugelassen
- Mendelssohn-Preis im Gewandhaus verliehen
Sachsen steht ab morgen der größte Warnstreik der Lehrer seit Jahren bevor.
In der Landesdirektion Leipzig werden sich daran nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Lehrkräfte von etwa 200 Schulen beteiligen. 80 Prozent der Mittelschulen, Gymnasien und Berufsschulen würden bestreikt werden. Für die Schüler bestehe trotzdem Schulpflicht. Von den Warnstreiks im öffentlichen Dienst wird in Leipzig auch ein Landesamt betroffen sein. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert deren Mitarbeiter auf, sich am Vormittag an einer Kundgebung zu beteiligen. Die Gewerkschaften fordern für die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes acht Prozent mehr Gehalt.
Über das Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ haben in und um Leipzig bisher knapp 650 ältere Menschen wieder eine Arbeit gefunden.
Sie wurden vor allem im Dienstleistungs- und Logistikbereich eingestellt. Der Pressesprecher der Arbeitsgemeinschaft Leipzig, Leipziger Land und Delitzsch, Ronny Schleicher, sagte, bis 2010 sollten über das Programm etwa 250 weitere ältere Arbeitslose einen Job finden. Die Wirtschaftskrise mache die Situation auf dem Arbeitsmarkt aber noch schwieriger. Wenn die negative Entwicklung anhalte, seien auch die Chancen für die älteren Arbeitslosen künftig geringer. Unabhängig davon werde die ARGE aber auch künftig versuchen, die über 55-Jährigen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Schleicher sagte weiter, für das Projekt habe die ARGE mit zwei Trägerpartnern zusammengearbeitet. In der Region um Leipzig sind derzeit 15.000 über 55-Jährige ohne Anstellung.
Das sächsische Wirtschaftsministerium hat die Kritik am schlechten Zustand der Bundes- und Staatsstraßen in Leipzig abgemildert.
Wie das Ministerium mitteilte, gibt es im Stadtgebiet Leipzig lediglich etwa sieben Kilometer Straße unter Zuständigkeit des Landes, die in einem schlechteren Zustand sind. Die FDP hatte am Freitag gesagt, in der Stadt müssten über 60 Prozent der Bundesstraßen saniert werden. Die Straßenschäden seien eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer und erschwerten den Transport von Gütern.
Die Altscherbitzer Klinik hat in Sachsen die erste Tagesklinik für Patienten mit Nervenerkrankungen eröffnet.
Nach Angaben der Einrichtung bei Schkeuditz stehen fünf Behandlungsplätze zur Verfügung. Sie sind für neurologisch erkrankte Patienten, die weder pflegebedürftig sind noch überwacht werden müssen. Sie sollen zwei bis drei Tage behandelt werden. Die Klinik rechnet mit etwa 400 Patienten jährlich.
Am Markkleeberger See wird seit heute der dritte und letzte Strand errichtet.
Nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft sollen die wichtigsten Bauarbeiten am Auenhainer Strand in etwa drei Monaten beendet sein. Der Strand am Kanupark Markkleeberg soll 300 Meter lang sein. Er wird der Hauptstrand des Sees. Dort soll es künftig unter anderem eine Beachvolleyballanlage, einen Grillplatz und einen Steg geben. Die Baukosten von knapp 400.000 Euro trägt zum überwiegenden Teil das Land.
Die Zahl der Handwerksbetriebe in Leipzig und Umgebung ist im vergangenen Jahr um über 800 gesunken.
Wie der Sächsische Handwerkstag mitteilte, gab es in der Landesdirektion damit knapp 11.800 eingetragene Betriebe. Grund für den Rückgang sei vor allem, dass der Kreis Döbeln seit August zur Landesdirektion Chemnitz gehört. In ganz Sachsen hielten sich die Zu- und Abgänge der Handwerksbetriebe in der Waage. Die Jahre zuvor war die Zahl gestiegen.
Der ehemalige Sportchef des MDR-Fernsehens, Wilfried Mohren, muss sich erneut vor Gericht verantworten.
Das Landgericht Leipzig hat das Hauptverfahren gegen ihn zugelassen. Mohren muss sich unter anderem wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit in 19 Fällen verantworten. Hinzukommen Fälle der Vorteilsnahme und der Steuerhinterziehung. Als MDR-Sportchef soll Mohren Gelder von Unternehmen angenommen haben. Als Gegenleistung habe er öffentliche Veranstaltungen, die die Geldgeber organisierten, werbewirksam im Fernsehprogramm gezeigt. Neben Mohren sind auch seine Ehefrau und zwei weitere Beteiligte angeklagt. Gerichtstermine stehen bisher noch nicht fest.
Im Gewandhaus wird zum dritten Mal der Mendelssohn-Preis verliehen.
Während einer festlichen Gala wird der Preis an den Altbundeskanzler Helmut Schmidt, den Schauspieler Armin Mueller-Stahl und den Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly verliehen. Der Preis der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung geht an Persönlichkeiten, die sich für die Erinnerung an den berühmten Musiker und Komponisten engagieren. Mendelssohn-Bartholdy wirkte vorwiegend in Leipzig. In diesem Jahr feiert die Stadt seinen 200. Geburtstag.
Frühnachrichten
- 25 Millionen Euro für Schulen und Kitas
- "PC Ware" von Investor übernommen
- Halloren steigert Jahresumsatz deutlich
- Blue Lions gewinnen Heimspiel
- Rom-Panorama im Gasometer zerstört
Oberbürgermeister Burkhard Jung will 25 Millionen Euro in Leipziger Schulen und Kitas investieren.
Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge, will Jung dazu das Geld des zweiten Konjunkturpakets der Bundesregierung verwenden. Darin ist auch ein kommunales Investitionsprogramm enthalten. Das müsse schnell umgesetzt werden. Schon vor Wochen erklärte der Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Fornahl, dass die Stadt 80 Millionen Euro Fördergelder erhalten werde. Das wäre Leipzigs Anteil an dem zweiten Konjunkturprogramm der Bundesregierung. Das Geld sollen die Gemeinden unter anderem in Bildung und Infrastruktur investieren. Die Regierung hofft, damit die erwartete Rezession abzuschwächen. Die genaue Höhe des Leipziger Anteils steht aber noch nicht fest. Darüber muss das sächsische Landesparlament entscheiden.
Das Leipziger Software Unternehmen „PC Ware“ ist von einem österreichischen Investor übernommen worden.
Wie das Unternehmen mitteilte, hält die Peruni Holding aus Wien jetzt über 70 Prozent der Anteile. Die Übernahme habe die Österreicher 100 Millionen Euro gekostet. Das Leipziger Unternehmen „PC Ware“ beschäftigt weltweit über 1.500 Mitarbeiter. Es hat im vergangenem Jahr einen Umsatz von rund 800 Millionen Euro erwirtschaftet. Nach der Übernahme durch die Peruni Holding wolle „PC Ware“ den Umsatz mehr als verdoppeln. Für die Leipziger Mitarbeiter werde sich dabei aber nichts ändern, so eine Sprecherin.
Die Halloren Schokoladenfabrik in Halle hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erwirtschaftet.
Wie ein Sprecher mitteilte, betrug der Umsatz 38 Millionen Euro. Das sind rund 25 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Halloren Schokoladenfabrik hatte im Oktober das Delitzscher Schokoladenwerk übernommen. Halloren profitiere vor allem von dessen Export-Potenzial, so der Sprecher. Das Delitzscher Werk hatte im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet. Nach der Übernahme durch Halloren arbeiten dort noch 130 Menschen.
Die Eishockey-Herren der Blue Lions Leipzig haben ihr Heimspiel gewonnen.
Der Oberligist setzte sich gegen die Roten Teufel Bad Nauheim mit 5 zu 2 durch. Die Leipziger stehen weiter auf Platz zwei der Oberliga Nord. Dennoch können sie durch ihre Insolvenz nicht an den Play-Off-Spielen teilnehmen. Auch die Volleyballer vom VC Leipzig haben gewonnen. Sie besiegten die Titans Wuppertal mit 3 zu 1. Sie bleiben damit weiter auf dem zehnten Tabellenplatz der Bundesliga.
Das Rom-Panorama im Gasometer ist zerstört worden.
Über 100 Besucher haben das 3.000 Quadratmeter große Bild am Sonntag mit Farbe bespritzt und zerschnitten. Das Rom-Panorama hing seit über zwei Jahren im ehemaligen Gasometer im Leipziger Süden. Es zeigte Rom im vierten Jahrhundert nach Christus. Ende März wird im Gasometer ein neues Bild des Künstlers Yadegar Asisi ausgestellt. Im Rahmen des Humboldts-Jahres wird der Amazonas-Regenwald zu sehen sein.



