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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Donnerstag, 3. Dezember 2009

Die Bibliotheken in Deutschland müssen digitale Medien zukünftig besser schützen.

Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts in Frankfurt am Main hervor. Demnach dürfen eingescannte Bücher weder ausgedruckt, noch vervielfältigt werden. Außerdem müssten die Bibliotheken sicherstellen, dass die digitalen Bücher nicht auf fremde Computer übertragen würden. Der Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig, Ulrich Johannes Schneider, sagte, die Universitäten seien sehr unglücklich über das Urteil. Denn letztlich seien sie es, die dem Besucher den gewünschten Service bieten möchten. Es werde schwer, den Entscheid umzusetzen. Schneider wolle deswegen nach einer Ausnahmeregelung für die Universitätsbibliothek suchen. Der Sinn der Regelung sei die Verlage zu schützen, aber mit dem Entscheid würde das auf eine ungünstige Weise geschehen. Damit müssten die Universitäten zur alten Kopierform zurückgehen. Schneider zufolge müssen die Ängste der Verlage Ernst genommen werden. Aber das Urteil biete in der Richtung keine Lösung, eine Realisierung des Gesetzes sei schwer möglich. Geklagt hatte ein Stuttgarter Fachverlag gegen die Landesbibliothek Darmstadt. Das Urteil hat bundesweite Bedeutung auf das Urheberrecht.

Der sächsische Wirtschaftminister Sven Morlok will sich für eine völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten einsetzen.

Morlok sagte, Geschäfte sollten in Zukunft auch 24 Stunden öffnen dürfen.

Er habe nicht mit Mitarbeitern von kleinen Geschäften gesprochen, sondern er mache sich im Ministerium zusammen mit seinen Mitarbeitern Gedanken. Sie schauen ob eine Regelung gerechtfertigt sei oder nicht. Es würde ja auch niemand gezwungen sein Geschäft zu einem bestimmten Zeitpunkt zu öffnen, an dem er es nicht möchte. Laut Morlok ist es nicht Aufgabe des Staates per Gesetz festzulegen, was gut oder schlecht für ein Unternehmen sei. Morlok will bis zur Sommerpause im kommenden Jahr einen neuen Gesetzesentwurf in den Landtag einbringen. Nach dem jetzigen sächsischen Ladenschlussgesetz dürfen Geschäfte an Wochentagen von sechs bis 22 Uhr öffnen.

Das Frachtaufkommen des Flughafens Leipzig/Halle ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Wie der Flughafen mitteilte, wurden dieses Jahr mehr als 470.000 Tonnen Fracht transportiert. Das sind bereits rund sechs Prozent mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Ausschlaggebend sei unter anderem das Luftfrachtkreuz von DHL gewesen. Das Passagieraufkommen des Flughafens ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dagegen um rund zwei Prozent zurück.

Die Basketball-Damen des BBV Leipzig stehen kurz vor dem finanziellen Aus.

Wie der Verein mitteilte, fallen zwei Hauptsponsoren krisenbedingt aus. Dadurch fehle fast ein Drittel des Gesamtetats. Um der drohenden Insolvenz zu entgehen, hat sich der Verein von der US-amerikanischen Spielerin Carmen Guzman getrennt. Sie habe deutlich mehr verdient als die anderen Spielerinnen. Genaue Angaben zur Höhe des Gehalts wollte der Verein jedoch nicht machen. Bis zum Jahresende solle es aber keine weiteren personellen Änderungen mehr geben. Derzeit verhandelt der BBVL mit den verbliebenen Sponsoren über eine Erhöhung der Zuschüsse. Sollten die Verhandlungen erfolglos verlaufen, muss der Verein Insolvenz anmelden. Der BBVL wolle die aktuelle Saison jedoch regulär beenden.

Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Aufklärung eines Straßenbahnunfalls.

Laut Polizei wurde gestern Abend ein Fußgänger von der Straßenbahnlinie eins in Grünau erfasst und tödlich verletzt. Der Unfall ereignete sich auf der Ratzelstraße, in Höhe Mannheimer Straße. Der 64-jährige Mann wollte das Gleisbett überqueren und habe wahrscheinlich die Bahn nicht gesehen. Die Polizei sucht derzeit nach Zeugen zur Klärung des Unfallherganges.

Der Botschafter des Inselstaates Sri Lanka, Tikiri Bandara Maduwegedera, hat sich in das Goldene Buch der Stadt Leipzig eingetragen.

Der Stadt zufolge traf sich der Botschafter im Anschluss mit Leipzigs erstem Bürgermeister Andreas Müller. Dabei wurde über mögliche gemeinsame Projekte zwischen dem Inselstaat im Indischen Ozean und der Stadt beraten. Maduwegedera trat 1975 in den Auswärtigen Dienst und ist zur Zeit Sri Lankas Botschafter in Berlin.

Das Leipziger Herzzentrum veranstaltet eine Fachtagung zur Herzchirurgie.

Nach Angaben der Veranstalter stellen rund 70 Referenten aus dem In- und Ausland neue Techniken und Methoden der Herzchirurgie vor. Bis morgen werden weitere 800 Teilnehmer erwartet. Das zweitägige Symposium findet alle zwei Jahre statt. Dieses Jahr ist das amerikanische herzchirurgische Zentrum in Dallas Partner der Leipziger Fachtagung.

 

Frühnachrichten

Das Land Sachsen will die Ladenöffnung an allen Adventssonntagen absichern.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Sven Morlok verdienen die Händler Rechtssicherheit und die Chance auf gute Geschäfte. Im aktuellen Ladenschlussgesetz gebe es Unschärfen, die im kommenden Jahr klar geregelt werden sollen. Das Bundesverfassungsgericht hatte am Dienstag entschieden, dass die Ladenöffnung an allen vier Adventssonntagen in Berlin gegen das Grundgesetz verstößt. Morlok zufolge sei der Ladenschluss in Sachsen jedoch korrekt geregelt. Einem Bericht der Sächsischen Zeitung zufolge plant die Landesregierung außerdem, den Ladenschluss ab 2011 komplett freizugeben. Händler könnten ihre Geschäfte dann theoretisch rund um die Uhr öffnen.

Der Autobauer BMW wird im kommenden Jahr wieder an der Leipziger Automesse AMI teilnehmen.

Wie das Unternehmen mitteilte, erhofft es sich davon in der Wirtschaftskrise weitere Impulse für seinen Absatz. Nach Porsche ist BMW nun schon der zweite große Autobauer, der seine Teilnahme an der AMI zugesagt hat. Das Münchner Unternehmen will auf seinem 1300 Quadratmeter großen Stand unter anderem Hybridmodelle zeigen. Damit gibt es für die Messe im kommenden Jahr bisher weniger Absagen als vermutet. Die Ausstellerzahl soll über der von 2009 liegen. In diesem Jahr hatten neben BMW unter anderem Chrysler, Volvo und Fiat aus wirtschaftlichen Gründen nicht teilgenommen. Die AMI findet ab 2010 im jährlichen Wechsel mit der Automesse in Frankfurt statt.

Der Flughafen Altenburg soll verkauft werden.

Nach Angaben des Flughafens will sich der Landkreis Altenburger Land von seinen Anteilen trennen. Bisher gehören ihm rund 60 Prozent des Flughafens. Außerdem habe das Land Thüringen die bisherigen Zusagen für Finanzhilfen in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro zurückgezogen. Grund dafür sei, dass der Flughafen seit Jahren rote Zahlen schreibe. Nun werde weltweit nach einem Investor gesucht. Der Flughafen Altenburg wird derzeit hauptsächlich von der irischen Fluggesellschaft „Ryanair“ genutzt. Die hat angekündigt, ab Sommer kommenden Jahres mit dem spanischen Alicante ein viertes Ziel von Altenburg aus anzufliegen.

Der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist fordert eine Stiftung zum geplanten Einheitsdenkmal.

Die Gründung einer solchen Stiftung könne den Bau begleiten. Als Standort für eine solche begehbare Gedenkstätte stelle er sich den Augustusplatz vor. Feist wünscht sich eine Art Begegnungszentrum, wo Geschichte lebendig werde. In diesem Rahmen könne dann auch ein Preis an diejenigen vergeben werden, die sich um die Einheit verdient gemacht hätten. Die Stiftung könne außerdem Veranstaltungen zum Thema deutsche Einheit organisieren. Dafür reiche ein Denkmal allein nicht aus. Die Bundesregierung hat der Stadt für den Bau eines Einheitsdenkmals rund fünf Millionen Euro zugesichert. Bisher gibt es aber weder einen Standort noch einen Entwurf für die Gedenkstätte.

Am Vormittag hat die neue ICE-Wartungshalle am Leipziger Hauptbahnhof ihren Betrieb aufgenommen.

Nach Angaben der Deutschen Bahn sollen in dem Werk vor allem Züge mit Neigungstechnik gewartet werden. Mit dem Leipziger Werk werde eine Versorgungslücke geschlossen. Es ist neben Berlin nun der einzige Wartungsstandort in Ostdeutschland. Der Bau kostete die Bahn rund 27 Millionen Euro.

Das Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse im Jahr 2011 wird Serbien.

Wie die Messe mitteilte, soll so mehr Aufmerksamkeit auf die bislang unbekannte Schriftstellergeneration des Landes gelenkt werden. Damit setzt die Messe ihre Reihe der Balkan-Schwerpunktländer fort. In den vergangenen Jahren standen bereits Slowenien und Kroatien im Mittelpunkt. Im kommenden Jahr soll es auf der Buchmesse dagegen kein Schwerpunktland geben.