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Spätnachrichten vom Dienstag, 1. Dezember 2009
- Universität wird Boykott vorgeworfen
- Baustopp des City-Tunnels aufgehoben
- Morlok bezweifelt City-Tunnel-Eröffnung 2012
- "Leipziger Buchpreis" an György Dalos verliehen
- Theater der Jungen Welt gastiert in Krakau
- Mehr Schüler an Leipziger Schulen
- Zoll deckt Zigarettenschmuggel auf
Im Streit um die Nutzung des Paulinums wird die Universität Leipzig des Boykotts beschuldigt.
Dem Aktionsbündnis „Neue Universitätskirche St. Pauli“ zufolge würde die Universität der Universitätsgemeinde Steine in den Weg legen. Der Streit um die Nutzung des Paulinums geht in eine neue Runde. Die beiden ehemaligen Bundestagesabgeordneten Rainer Fornahl und Gunter Weißgerber haben sich nun in einem offenen Brief an Bundespräsident Horst Köhler gewandt. In dem Brief beschuldigen sie die Universität Leipzig, dass sie sich gegen eine kirchliche Nutzung stellen würde. Sie stelle unter anderem die Bestuhlung für den Festakt zum Uni-Jubiläum der Kirchgemeinde am Sonntag nicht zur Verfügung. Tobias Höhn von der Universität weißt die Vorwürfe zurück. Die Uni müsse das Paulinum bis Freitag wieder räumen. So sei es mit der Baufirma abgesprochen. Das Wisse auch die Gemeinde. Die Universität würde eine kirchliche Nutzung der Aula unterstützen.
Der Baustopp für den Stationsausbau des City-Tunnels ist aufgehoben worden.
Wie das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit mitteilte, hat das Oberlandesgericht Düsseldorf den Antrag auf eine weitere Verzögerung beim Bau der Tunnelhaltestellen abgelehnt. Der Grund für die Verzögerung war die Beschwerde einer Firma, die sich für den Ausbau der Stationen beworben hatte. Diese zog gegen das Ausschreibungsverfahren vor Gericht. Seitdem waren die Bauarbeiten mehrere Wochen eingestellt. Durch das Urteil kann es nun wieder weitergehen. Das Ministerium entscheidet eigenen Angaben zufolge in den kommenden Tagen, wer den Bauauftrag bekommt. Die Gesamtkosten für den City-Tunnel belaufen sich momentan auf rund 900 Millionen Euro. Ursprünglich sollte der Tunnel im Dezember dieses Jahres eröffnet werden. Ob er bis Ende 2012 fertig gestellt werden kann, ist weiterhin unklar.
Der sächsische Wirtschaftminister Sven Morlok ist skeptisch ob der City-Tunnel bis 2012 fertig wird.
Laut Morlok wurde die Baufirma DEGES beauftragt, den Zeitplan erneut zu überprüfen. Von den knapp 900 Millionen Euro, die für den City-Tunnel aufgebracht werden müssen, wurden bis jetzt schon rund 550 Millionen verbaut, teilte das Ministerium mit. Das der Tunnel bis zum Fahrplanwechsel 2012 fertig wird, ist also weiterhin unsicher.
Der „Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung“ wird 2010 an György Dalos verliehen.
Nach Angaben des Sächsischen Wissenschaftsministeriums erhält der ungarische Historiker und Schriftsteller den Preis für sein Lebenswerk. Die Jury überzeugte vor allem sein Werk „Der Vorhang geht auf. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa“. Der Preis wird zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse Mitte März verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Der „Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung“ wird seit 1994 vergeben.
Das Leipziger Theater der Jungen Welt gastiert mit dem Stück „Kinder des Holocaust“ in Krakau.
Dem Theater zufolge, ist ein Gastspiel in Polen schon länger geplant gewesen. Nun sei die Entscheidung auf Krakau und auf Januar gefallen. Die Stadt liegt rund 70 Kilometer vom ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz entfernt. In dem Stück „Kinder des Holocaust“ setzen sich Kinder und Jugendliche mit dem Thema Holocaust und der Erinnerung daran auseinander. Als Basis dafür dienen Interviewprotokolle polnischer, jüdischer Kinder aus den vierziger Jahren.
An den allgemein bildenden Schulen in Leipzig gibt es mehr Schüler.
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes besuchen in diesem Schuljahr über 35.200 Schüler eine allgemein bildende Schule. Im Vergleich zum Vorjahr sind das rund 200 Schüler mehr. Damit bildet Leipzig im Vergleich mit anderen sächsischen Städten die Ausnahme. Insgesamt ist die Schülerzahl an allgemein bildenden Schulen in Sachsen um leicht gesunken. Zu den allgemein bildenden Schulen zählen unter anderem Gymnasien, Grund- und Mittelschulen.
Zollfahnder haben über 100.000 geschmuggelte Zigaretten in Leipzig und Umgebung gefunden.
Wie das Zollfahndungsamt Dresden mitteilte, wurden die Zigaretten bereits am vergangenen Freitag sichergestellt. Die Beamten durchsuchten insgesamt fünf Wohnungen und das Gelände einer Gärtnerei. Außerdem wurden rund 15.000 Euro gefunden. Das Geld stammt vermutlich aus dem Handel mit den Zigaretten. Gegen einen der Tatverdächtigen wurde am Samstag Haftbefehl erlassen. Das Zollfahndungsamt Dresden habe bereits seit mehreren Monaten in Leipzig ermittelt. Nach bisherigen Erkenntnissen stammen die Zigaretten überwiegend aus Osteuropa.
Frühnachrichten
- Asylbewerberheim in der Wodanstraße wird nicht gebaut
- 1,3 Millionen Bestellungen bei Quelle
- Weniger Arbeitslose im November
- Grabmäler aus der Paulinerkirche größenteils restauriert
- Freier Eintritt im Grassi-Museum
- Lok Leipzig muss Geldstrafe zahlen
- Weihnachtspäckchen nach Rumänien geschickt
Das geplante Asylbewerberheim in der Wodanstraße in Thekla soll nun doch nicht gebaut werden.
Um einen Betreiber dafür zu finden, gab es in den vergangenen Monaten eine Ausschreibung. Laut Sozialbürgermeister Thomas Fabian ist ein passendes Angebot allerdings nicht dabei gewesen. Das Angebot, dass die Stadt erhalten habe, sei zu teuer gewesen. Deshalb würden jetzt neue Möglichkeiten geprüft. Die Stadt werde wahrscheinlich die Gemeinschaftsunterkunft in der Liliensteinstraße belassen, wie sie ist und für die Torgauer Straße eine andere Alternative suchen. Fabian zufolge sind knapp zwei Drittel der Asylbewerber in Leipzig bereits in Wohnungen untergebracht. Das von der Stadt geplante Asylbewerberheim für knapp 300 Menschen war im Juni in die Kritik geraten. Ein Aktionsbündnis zur Integration von Asylbewerbern bewertete den Neubau als zu groß. Eine menschenwürdige Unterbringung sei so nicht möglich.
Bei dem Internet-Ausverkauf des Versandhändlers Quelle wurden mehr als ein Drittel der vorrätigen Artikel bestellt.
Wie Thomas Schulz, der Sprecher des Insolvenzverwalters, mitteilte, sind mehr als 1,3 Millionen Bestellungen eingegangen. Durchschnittlich hätte jeder Kunde sechs Artikel gekauft. Mit dem Online-Ausverkauf sollten die restlichen 18 Millionen Artikel des Konzerns verkauft werden. Er endet am Dienstag um Mitternacht. Ursprünglich sollte der Ausverkauf über das Internet auch länger dauern. Der Insolvenzverwalter hatte das frühere Ende jedoch mit den hohen Kosten dafür begründet. Der Quelle-Mutterkonzern Arcandor hatte im Juni Insolvenz angemeldet. Seit Oktober wird das Unternehmen abgewickelt. Im Leipziger Quelleversandzentrum arbeiten noch rund 650 Mitarbeiter.
In der Region Leipzig sind im November weniger Menschen arbeitslos gewesen.
Nach Angaben der Agentur für Arbeit gab es im November knapp 52.000 Arbeitslose. Im Vergleich zum Vorjahr sind das rund 1.800 weniger. Auch im Vergleich zum Vormonat waren weniger Menschen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote für die Region Leipzig liegt derzeit bei 13,1 Prozent und ist damit die höchste in Sachsen.
Die Restaurierung von Grabmälern aus der alten Universitätskirche ist größtenteils beendet.
Nach Angaben der Universität Leipzig wurden bisher rund 25 Grabsteine wiederhergestellt. Für die übrigen würden noch zusätzliche Spenden benötigt. Ursprünglich sollten die Restaurierungen zum morgigen Jubiläum der Universität beendet sein. Die Erinnerungsstücke an bedeutende Persönlichkeiten sollen im Andachtsraum des neuen Universitätsgebäudes ausgestellt werden. Der wird jedoch noch gebaut. Die Grabsteine waren früher in der Paulinerkirche. Kurz vor deren Sprengung konnten sie aber noch gerettet werden. Unter ihnen ist auch das Grabmal eines schwedischen Offiziers, der zu Zeiten des 30-jährigen Kriegs in Sachsen war.
Kinder und Jugendliche haben im Grassi-Museum jetzt freien Eintritt.
Wie das Wissenschaftsministeriums mitteilte, können alle unter 16-Jahrigen die Museen des Freistaates kostenlos besuchen. Damit sollen mehr Kinder und Jugendliche in die Museen gelockt werden. Die Vereinbahrung gilt zunächst unbegrenzt und in mehreren Museen des Freistaats. In Leipzig beteiligt sich lediglich das Grassimuseum. Die Gesamtkosten von mehr als 70.000 Euro trägt das Land.
Der 1. FC Lokomotive Leipzig muss eine Geldstrafe zahlen.
Beim Spiel gegen die zweite Mannschaft von Dynamo Dresden hatten Leipziger Fans Leuchtraketen und Böllern gezündet. Deswegen hat der Nordostdeutsche Fußballverband dem Verein eine Strafe von 2.500 Euro auferlegt. Außerdem seien für das Spiel am Samstag nur 1.200 Zuschauern zugelassen. Lok Leipzig spielt am Wochenende im Bruno-Plache-Stadion gegen den VfB Pößneck.
Die Stadt Markkleeberg hat Weihnachtspäckchen in ihre rumänische Partnerstadt Zarnesti geschickt.
Nach Angaben der Stadt hat der Transport am Vormittag mit einem Mannschaftsbus der Feuerwehr begonnen. Die Fahrt nach Rumänien dauere knapp zwei Tage. Insgesamt wurden mehr als 450 Päckchen gesammelt. In der Partnerstadt sollen sie an bedürftige Kinder verteilt werden. Bereits im vergangenen Jahr sammelten die Bürgen aus Markkleeberg und Umgebung etwa die gleiche Zahl an Weihnachtspäckchen.



