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Ressortleiter

Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Montag, 9. November 2009

Das Leipziger Quelle-Logistikzentrum soll noch bis Februar in Betrieb bleiben.

Der Stadt sei mitgeteilt worden, dass der Abverkauf der Quelle-Waren noch solange dauere. Ursprünglich sollte der Betrieb Ende des Jahres eingestellt werden. Den geplanten Verkauf der Namensrechte und des Russlandgeschäftes an den Konkurrenten Otto habe die Stadt zur Kenntnis genommen. Sie bedauere jedoch, dass Gespräche mit der kommunalen Wirtschaftsförderung nicht angenommen wurden. Somit sei dem Standort die Perspektive entzogen worden. Im Juni hatte der Quelle-Mutterkonzern Arcandor Insolvenz angemeldet. Mitte Oktober war bekannt geworden, dass Quelle nicht mehr zu retten ist.

Die geplante Einfamilienhaussiedlung auf dem agra-Gelände wird nicht gebaut.

Nach Angaben der Stadt wurde ein entsprechendes Planungsverfahren gestoppt. Grund hierfür sei unter anderem, dass Wohnen und Großveranstaltungen nebeneinander nicht zu vereinbaren seien. Gegen den Bau der Siedlung gab es Proteste in der Bevölkerung. Gert Pasemann von der „Initiative für den Erhalt des Agra-Geländes“ sagte, er freue sich, dass sein Widerstand erfolgreich gewesen sei. Sie hätten es doch immer gesagt, dass es ein Wirtschaftsfaktor sei, dass sich das Gelände in den letzten Jahren wieder entwickelt habe zu dem, was es einmal war: ein funktionierendes Veranstaltungsgelände. Und mit circa 50 Veranstaltungen pro Jahr, alles Veranstaltungen die unterhalb der Leipziger Messe stattfänden, könne man dieses Gelände nicht mehr wegdenken vom Leipziger Markt. Der sächsische Mittelstand habe sich dort angesiedelt. Deswegen hänge die Existenz zahlreicher sächsischer Unternehmen am Agra-Gelände. Die Stadt wollte auf einem Teil des ehemaligen agra-Geländes ein Wohngebiet mit Einfamilienhäusern bauen. Kritiker fürchteten, der Plan hätte unter anderem eine mögliche Umsiedlung des alljährlichen Wave-Gotik-Treffens zur Folge haben können.

Die Bundesregierung hat in einer Sondersitzung des Kabinetts eine Erhöhung des Kindergeldes beschlossen.

Damit wurde eine Vereinbarung des Koalitionsvertrages umgesetzt. Von Januar an soll das Kindergeld für das erste Kind monatlich um 20 Euro auf 184 Euro steigen. Auch der Kinderfreibetrag werde erhöht und liege künftig bei 8.001 Euro. Für die Auszahlung ist die Familienkasse der Arbeitsagentur zuständig. Laut deren Sprecher Herrmann Leistner profitieren davon rund 110.000 Kinder und Jugendliche in der Region. Die Mehrkosten von rund zwei Millionen Euro übernimmt der Bund.

Der Betriebsrat des Leipziger Telefonwerks hat den geplanten Stellenabbau von 80 Arbeitsplätzen verteidigt.

Der Betriebsratsvorsitzende Roland Motzigemba sagte, ursprünglich sollten mehr als 100 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zudem seien durch den Sozialplan betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Neben dem Sozialplan hätten der Betriebsrat und die Geschäftsleitung auch einen Interessenausgleich abgeschlossen. Darin seien einige Zusagen von der Mutter "Siemens Enterprise Communication" zum Thema Investitionen und Produkte enthalten. Zudem dürfe das Werk zukünftig ein neues Telefon bauen und seine Fertigungsleistung auch extern auf dem Mark anbieten. Damit könne ausgeglichen werden, dass derzeit nur wenige Aufträge in Aussicht stünden. Am Morgen war bekannt geworden, dass 80 Mitarbeiter im Leipziger Telefonwerk in eine Transfergesellschaft ausgegliedert werden sollen. Das betrifft fast jeden sechsten der 460 Mitarbeiter. Das Werk ist ein Tochterunternehmen des Siemens-Konzerns.

In der Stadt hat es seit dem Wochenende knapp 70 neue Schweinegrippe-Verdachtsfälle gegeben.

Wie das Gesundheitsamt mitteilte, steht eine endgültige Bestätigung der Fälle noch aus. Insgesamt sind bisher rund 260 Leipziger an der Schweinegrippe erkrankt. Seit dem Vormittag können sich die sächsischen Bürger gegen das Virus impfen lassen. Sachsens Sozialministerin Christine Clauß startete in einer Leipziger Arztpraxis die breit angelegte Massenimpfung. Für den Freistaat wurden 2,6 Millionen Impfdosen bestellt. Sie reichen für knapp 35 Prozent der Bevölkerung. Für Fragen rund um die Schweinegrippe hat das Sozialministerium eine Hotline geschaltet. Unter der Nummer 0351 564-5555 beantworten Experten montags bis freitags zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr die Fragen der Bürger.

Die Jahnallee ist wegen Straßenbauarbeiten für den Autoverkehr teilweise voll gesperrt.

Wie die Leipziger Verkehrsbetriebe mitteilten, müssen Autos zwischen Zschocherscher und Lützner Straße auf die Bundesstraße 87 ausweichen. Grund für die Vollsperrung seien Bauarbeiten an der Haltestelle Angerbrücke. Auch die Linienbusse würden umgeleitet. Die Strecke bleibt noch bis Samstag in zwei Wochen gesperrt.

Die Stadt gedenkt den Opfern der Reichsprogromnacht.

Am Denkmal der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße wird ein Kranz niedergelegt. Anschließend findet in der Thomaskirche ein Gedenkgottesdienst statt. Zudem tritt am Abend der Synagogenchor Dresden/Chemnitz im Ariowitschhaus auf. In der Nacht zum 10. November 1938 brannten Nationalsozialisten jüdische Gotteshäuser und Geschäfte nieder. Dabei kamen mehr als 1.000 Menschen ums Leben.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 15-Jährigen Haftbefehl erlassen.

Er soll am Sonntagabend einen Arzt mit einer täuschend echten Spielzeugwaffe bedroht haben. Damit forderte er von ihm ein bestimmtes Medikament. Die Polizei riegelte daraufhin die Station ab. Der Arzt konnte dem Jungen die Waffe abnehmen. Gegen den 15-Jährigen werde nun wegen schwerer räuberischer Erpressung und schweren Menschenraubes ermittelt. Er wurde festgenommen. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

 

Frühnachrichten

Im Leipziger Telefonwerk sollen 80 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung (LVZ) zufolge, ist die Wirtschaftskrise der Grund für die Entlassungen. Dieses Jahr habe es weniger Aufträge gegeben. So wurden laut LVZ im Vergleich zum Vorjahr rund ein Viertel weniger Telefone gebaut. Mit dem Stellenabbau sollen die laufenden Kosten gesenkt werden. Der Betriebsrat und das Management einigten sich auf einen Sozialplan. Die Mitarbeiter sollen eine Abfindung erhalten. Dazu laufen derzeit die Gespräche mit der Belegschaft. Ursprünglich sei ein noch größerer Stellenabbau geplant gewesen. Der Wegfall von 80 Stellen wäre der größtmögliche Kompromiss. In dem Leipziger Telefonwerk sind rund 460 Arbeiter beschäftigt. Das Werk ist eine Tochter des Unternehmens Siemens Enterprise Communications in München.

Das Tanz- und Theaterfestival "euro-scene" haben dieses Jahr etwa so viele Gäste besucht wie im Vorjahr.

Nach Angaben des Veranstalters kamen rund 7.800 Zuschauer. Fast alle Veranstaltungen seien ausverkauft gewesen. Unter dem Motto „Sonnenfinsternis“ waren in der vergangenen Woche 13 Gastspiele aus zehn Ländern zu sehen. Acht davon waren Deutschlandpremieren. Die "euro-scene" zeigt zeitgenössischen Tanz und Theater aus Europa und fand bereits zum 19. Mal statt.

In Sachsen haben die Impfungen gegen die Schweinegrippe begonnen.

Nach Angaben des Leipziger Gesundheitsamts können von heute an auch niedergelassene Ärzte Impfstoffe bestellen. Nicht jeder Bürger könne allerdings in der ersten Woche geimpft werden. Der Impfstoff werde aber wöchentlich nachgeliefert. Außerdem empfiehlt das Amt die Impfung gegen die saisonale Grippe. In Leipzig liegen bislang etwa 200 Schweinegrippefälle vor.

Zum Gedenken an die Reichspogromnacht finden am Nachmittag zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt.

Wie die Organisatoren mitteilten, bildet den Auftakt eine Gedenkveranstaltung am Denkmal der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße. Außerdem werden Mahnwachen an den Leipziger Stolpersteinen gehalten. Die Steine sind ein Kunstprojekt zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Veranstaltet wird die Gedenkaktion zur Pogromnacht unter anderem von der Gruppe „Gedenkmarsch für die Opfer der Todesmärsche 1945“. In der Reichpogromnacht wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 deutschlandweit jüdische Synagogen von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt. Über 1.000 Menschen kamen damals ums Leben.

Am Mittag wird die Tanne für den diesjährigen Weihnachtsmarkt gefällt.

Wie die Stadt mitteilte, ist der Baum eine 16 Meter hohe Blaufichte aus dem Stadtteil Miltitz. Sie soll morgen Vormittag auf dem Marktplatz aufgestellt werden. Von Ende November bis Mitte Dezember bildet die Tanne der Stadt zufolge den Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes. Am vierten Januar soll der Baum wieder abgebaut werden. Wie schon im Vorjahr wird der Baum von einem Leipziger Bürger kostenlos zur Verfügung gestellt.

Zwei der drei Leipziger Fußball-Oberligisten haben am Wochenende gewonnen.

Am zwölften Spieltag konnte sich Rasenballsport Leipzig mit null zu drei gegen den VfB 09 Pößneck erzielen. Damit bleibt der Verein an der Tabellenspitze. Auch der 1. FC Lokomotive Leipzig hat einen Sieg gegen den FC Gera 03 davongetragen. Sie gewannen null zu eins und stehen damit auf dem neunten Tabellenplatz. Der FC Sachsen Leipzig verlor gegen Carl Zeiss Jena mit null zu eins. Der Verein steigt damit auf dem sechsten Tabellenplatz ab.

Die Handballdamen des HC Leipzig haben das Champions-League-Gruppenspiel in Norwegen verloren.

Die Leipzigerinnen unterlagen Byasen Trondheim mit 22 zu 23 Punkten. Das Spiel im norwegischen Trondheim verfolgten rund 600 Zuschauer. Damit verloren die Leipzigerinnen das zweite von bisher drei Gruppenspielen der Champions-League. Die drei Rückspiele stehen noch aus. Zurzeit befinden sich die Handballdamen in ihrer Gruppe auf dem letzten Platz.

Die Basketballerinnen des BBV Leipzig haben gegen die Rhein-Main Baskets verloren.

Im Bundesliga-Spiel unterlagen die Leipzigerinnen dem Aufsteiger aus Hessen mit 56 zu 71 Punkten. Die beste Spielerin war Carmen Guzman mit 17 Körben. Die Bundesliga-Frauen bleiben damit auf dem neunten Platz der Tabelle. Am kommenden Samstag treten die Frauen gegen den Tabellen-Zweiten Eisvögel USC Freiburg an.