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Ressortleiter

Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 27. November 2009

Der ehemalige Verteidigungsminister und jetzige Arbeitsminister, Franz Josef Jung, ist zurückgetreten.

Grund für den Rücktritt des CDU-Politikers seien Informationspannen nach dem Luftangriff im afghanischen Kundus gewesen. Der Leipziger Kreisvorsitzende der CDU, Hermann Winkler, könne die Entscheidung nachvollziehen. Das sei alles nicht ganz einfach. Jung habe nun die Verantwortung übernommen und dafür habe er Winklers Respekt. Jung habe sich zuerst hinter seine Soldaten gestellt und dann die Wahrheit vor dem Parlament gesagt habe. Das sei nicht so schlimm für die Partei. Vergangene Woche war Jung unter Druck geraten. Es war bekannt geworden, dass das Verteidigungsministerium bereits frühzeitig von zivilen Opfern des Luftangriffs wusste. Neue Arbeitsministerin wird die bisherige Familienministerin Ursula von der Leyen. Ihren Nachfolgerin wird die Hessin Kristina Köhler.

Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Johannes Lichdi, fordert eine Aufklärung im sächsischen Müllskandal.

Lichdi sagte im Interview mit mephisto 97.6, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden zu lange andauern. Er erwäge deswegen, einen Untersuchungsausschuss zu beantragen. Die Frage müsse schnell aufgeklärt werden. Es gebe in Sachsen ein flächendeckendes Problem und das müsse systematisch angegeben werden. Es handle sich um eine Vielzahl von Vorfällen, unter anderem auch Mügeln. Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft Firmen und Privaträume von Müllunternehmen in Halle und Leipzig durchsucht. Unter anderem wird der Westsächsischen Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft illegale Müllentsorgung vorgeworfen. Die Deponie liegt südlich von Leipzig und gehört mehrheitlich der Stadt.

Die Universität Leipzig hat den protestierenden Studenten Räume bereit gestellt.

Die Sprecherin des Studierendenrats, Ulrike Nack, sagte, die Räume würden die Studenten für außeruniversitäre Veranstaltungen nutzen wollen. Die Zimmer in der Ritterstraße seien aber nur eine Übergangslösung. Die Universität habe für die kommende Woche Räume zugesichert, in denen auch die inhaltliche Arbeit von statten gehen könne. Dort solle das weitere Vorgehen besprochen werden. Nack sagte weiter, die Uni habe den Studenten Verhandlungen für die kommende Woche zugesichert. Bis zum Nachmittag hatten rund 100 Studenten fünf Tage lang das Rektorat besetzt. Neben den neuen Räumen, forderten sie bessere Studienbedingungen für die neuen Studiengänge und Bestandsschutz für die alten.

Der russische Energiekonzern Gazprom übernimmt Anteile an dem Leipziger Gasimporteur VNG.

Das teilte Gazprom der russischen Nachrichtenagentur Interfax mit. Demnach erwirbt das Unternehmen fünf Prozent von dem französischen Energieversorger Gaz de France Suez. Damit halte der Gazprom mehr als zehn Prozent an der VNG. Die VNG ist deutschlandweit der drittgrößte Gasversorger.

Die Gewerkschaft ver.di fordert die Leipziger Bürger auf, an den Adventssonntagen nicht einzukaufen.

Wie die Gewerkschaft mitteilte, lohnt sich das Geschäft an diesen verkaufsoffenen Tagen nicht. Die Verkäufer hingegen hätten am Sonntag keine Zeit mehr für ihre Familien. Einige Mitarbeiter müssten sogar an alle verkaufsoffenen Sonntagen arbeiten. Dieses Jahr können die Leipziger wieder an allen Sonntagen im Dezmeber einkaufen. Im vergangenen Jahr waren es die drei Sonntage vor Weihnachten und einer danach.

Die Universität Leipzig verleiht am Abend einen deutsch-polnischen Preis

Wie die Universität mitteilte, geht er an die polnische Germanistin Izabela Surynt. Sie erhält die Auszeichnung für ihr Buch über Gustav Freytags nationalistische Theorien zu Polen, ein Preisgeld von 1.500 Euro und die Jablonowski- Medaille. Die Societas Jablonoviana verleiht den Preis alle zwei Jahre an junge deutsche und polnische Wissenschaftler. Die Gesellschaft Jablonoviana will so die Beziehung zwischen den Ländern aufrecht erhalten und ausbauen. Zu ihren Forschungsinteressen gehört unter anderem die deutsche und polnische Literatur und Kultur.

Der Elefantenbulle Naing Thein hat seinen Transport von Prag in den Leipziger Zoo gut überstanden.

Wie der Zoo mitteilte, ist das Tier sofort in sein neues Gehege gelaufen. Er soll im Leipziger Zoo für Nachwuchs sorgen und ist bereits 15 Mal Vater geworden. Der Leipziger Bulle Mekong ist dafür am Morgen nach Prag gebracht worden. Grund für den Tausch ist seine zurückhaltende Paarungsbereitschaft. In Prag soll er in eine neue Zuchtgruppe integriert werden.

Morgen spielt der 1. FC Lokomotive Leipzig in der Fußball-Oberliga gegen den Vfl Halle 96.

Anpfiff des Auswärtsspiels ist 13 Uhr im HWG-Stadion in Halle. Lok Leipzig steht derzeit auf dem zwölften Tabellenplatz. Außerdem tritt am vierzehnten Spieltag der FC Sachsen Leipzig gegen Borea Dresden an. Rasenballsport Leipzig spielt auswärts gegen Rot-Weiß Erfurt II.

Die Basketballerinnen des BBV Leipzig Eagles spielen morgen gegen den TSV Wasserburg.

Das Pokalachtelfinale findet in der Sporthalle in der Brüderstraße statt. Bisher konnte der BBVL den derzeitigen Tabellenvierten noch nie schlagen. Das Spiel soll live im Internet übertragen werden. Der BBVL belegt derzeit den zehnten Tabellenplatz in der Bundesliga.

 

Frühnachrichten

Das Rektorat der Universität Leipzig ist in einer Stellungnahme auf die protestierenden Studenten zugegangen.

Nach Angaben des Universitätssprechers Tobias Höhn wolle die Uni-Leitung mit der Erklärung die verhärteten Fronten entspannen. Das Rektorat nimmt in seiner Stellungnahme Bezug auf die Forderungen der Besetzer des Rektorats. So soll in Zukunft die Anwesenheitspflicht bei Lehrveranstaltungen weitgehend aufgehoben werden. Letztendlich bleibt die endgültige Regelung aber Sache der Fakultäten. Außerdem soll Studenten der auslaufenden Diplom- und Magisterstudiengänge der Zugang zu Master-Lehrveranstaltungen ermöglicht werden. Als Reaktion auf die Stellungnahme hatten die Rektoratsbesetzer die vollständige Blockade am gestrigen Abend aufgegeben.

Der Leipziger Gasversorger VNG steigt in die Stromproduktion ein.

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben zusammen mit den Stadtwerken Halle ein Heizkraftwerk in Halle-Trotha betreiben. Für insgesamt 12,5 Millionen Euro will die VNG 50 Prozent der Anteile an der Anlage übernehmen. Die Beteiligung muss aber noch vom Kartellamt und dem Hallenser Stadtrat genehmigt werden. Das Gasturbinen-Kraftwerk soll bis Ende 2012 für rund 23,5 Millionen Euro auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Bei voller Auslastung können mit dem Kraftwerk etwa 120.000 Haushalte versorgt werden. VNG-Vorstandsmitglied Uwe Barthel zufolge ist der Einstieg in Halle der Beginn eines umfassenderen Engagements der VNG in der Stromerzeugung. Es seien weitere Kooperationen mit anderen mitteldeutschen Kraftwerken geplant.

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die von Callcenter-Betreiber Teldas angedrohte Schließung des Leipziger Standorts.

Wie ver.di auf Anfrage mitteilte, begründe Teldas die Pläne mit wirtschaftlichen Verlusten. Erst im Dezember 2008 hatte der Betreiber den Standort von der Telekom übernommen. Jetzt laufe der gesetzlich festgelegte einjährige Veränderungsschutz aus. Mit der Schließungsdrohung werde versucht, die Zustimmung des Betriebsrats zu Kürzungen beim Lohn und eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit zu erpressen. Ver.di hat für nächste Woche Gespräche angekündigt. Am Leipziger Standort sind 130 Mitarbeiter betroffen.

Der Freistaat Sachsen will keine weiteren Stellen für das Programm „Kommunal-Kombi“ bewilligen.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Sven Morlok sind die Gelder für das Programm ausgeschöpft. Weitere Mittel sollen nach einem Beschluss der schwarz-gelben Landesregierung nicht bereitgestellt werden. Die bereits genehmigten Stellen würden aber noch regulär auslaufen. Die Oppositionsparteien und die Gewerkschaften kritisierten die Entscheidung. In dem Förderprogramm erhalten Langzeitarbeitslose begrenzt für drei Jahre wieder eine sozialversicherungspflichtige Arbeit. Das soll sie mittelfristig zurück in den Arbeitsmarkt bringen. In Leipzig gibt es aktuell knapp 1.300 solcher Stellen.

Die Polizei hat bei einer Razzia im Leipziger Stadtteil Schönefeld 3000 Cannabis-Pflanzen sichergestellt.

Der Leipziger Polizei zufolge erstreckte sich die Plantage über ein ganzes Wohnhaus. Vier Männer im Alter zwischen 22 und 45 Jahren sind festgenommen worden. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Zwickau ermittle schon seit Monaten gegen den professionell agierenden Rauschgift-Ring. Der Marktwert der Pflanzen soll rund eine halbe Million Euro betragen.