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Spätnachrichten vom Dienstag, 10. November 2009
- Leipziger Karstadt Warenhaus wird vorerst nicht geschlossen
- Förderstiftung "Leipziger Stadtbad" verlängert Vereinbarung mit Stadt
- Leipzigerin bekommt Gutenberg-Stifungsprofessur
- Entwässerungsrohre verschwinden
- Mehrere Büros von Call-Centern durchsucht
- Straßenbahnlinie 9 fährt wieder
- "Restaurant des Herzens" eröffnet wieder
Das Leipziger Karstadt Warenhaus bleibt vorerst von der Schließung verschont.
Wie der Beauftragte des Insolvenzverwalters Rolf Weidmann mitteilte, werden Anfang des kommenden Jahres bundesweit sechs Karstadt-Geschäfte geschlossen. Damit soll die insolvente Warenhauskette für einen möglichen Käufer interessanter werden. Die rund 300 Mitarbeiter des Leipziger Warenhauses können vorerst aufatmen. Ganz vom Tisch ist eine mögliche Schließung aber noch nicht. Zunächst sollen drei Warenhäuser in Hamburg, München und Dortmund sowie drei Fachmärkte in Berlin, Braunschweig und Stuttgart geschlossen werden. Elf weitere Standorte stehen laut Weidmann aber noch auf der Kippe. Welche Filialen dazu gehören, wollte er aber noch nicht sagen. Nach der Insolvenz des Karstadt-Mutterkonzerns Acandor hatte Medienberichten zufolge auch das Leipziger Warenhaus auf der Liste für mögliche Schließungen gestanden.
Die Förderstiftung Leipziger Stadtbad darf auch in den kommenden drei Jahren das ehemalige Stadtbad nutzen.
Wie die Stadt mitteilte, soll eine entsprechende Vereinbarung verlängert werden. Sie erlaubt der Stiftung die Immobilie zum Beispiel für Veranstaltungen zu nutzen, um mit den Einnahmen die Sanierung voranzutreiben. Einer endgültigen Verlängerung muss nur noch der Grundstücksverkehrsausschuss zustimmen. Das Stadtbad in der Eutritzscher Straße wurde 1916 eröffnet und musste vor fünf Jahren wegen des schlechten baulichen Zustandes geschlossen werden.
Eine Leipziger Wissenschaftlerin hat die Gutenberg-Stiftungsprofessur der Universität Mainz erhalten.
Die Preisträgerin, Angela Friederici, ist die geschäftsführende Direktorin des Max-Planck-Insituts für Kognitions- und Neurowissenschaften. Nach Angaben der Universität Mainz erhält sie die Stiftungsprofessur für ihre Forschung über den Zusammenhang von Gehirn und Sprache. Die Professur wird an international renommierte Wissenschaftler und Persönlichkeiten vergeben. In den vergangenen Jahren erhielten sie unter anderem Kardinal Karl Lehmann und Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher.
Die Entwässerungsrohre verschwinden aus der Leipziger Innennstadt.
Dem Bauträger des Leipziger City-Tunnels „Deges“ zufolge, werden die blauen und rosa Rohre am Markt noch in dieser Woche abgebaut. Bis Ende Januar sollen auch die restlichen Entwässerungsrohre komplett verschwinden. Die Rohre dienten beim Bau des City-Tunnels dem Abtransport des Wassers aus den Gruben.
In der Stadt wurden mehrere Büros von Call-Centern durchsucht.
Nach Angaben der Leipziger Staatsanwaltschaft stehen mehrere bundesweite Betreiber im Verdacht, Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuern hinterzogen zu haben. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf Büros in Leipzig und Halle. Dabei wurden Geschäftsunterlagen und Computer beschlagnahmt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Leipzig dauern an.
Die Straßenbahnlinie 9 fährt wieder ihren gewohnten Weg.
Wie die Leipziger Verkehrsbetriebe mitteilten, behindern die Bauarbeiten an der Haltestelle Neues Rathaus nicht weiter den Straßenbahnbetrieb. Die Linie 9 fährt jetzt wieder über den Martin-Luther-Ring und bedient die Haltestellen Neues Rathaus, Thomaskirche und Goerdelerring. Seit Anfang Oktober wurde die Haltestelle Neues Rathaus behinderten- gerecht ausgebaut. Ab Freitag kann auch der Straßenverkehr den Martin-Luther-Ring wieder in beide Richtungen befahren.
Auch in diesem Jahr wird das Leipziger „Restaurant des Herzens“ wieder seine Türen öffnen.
Wie der Trägerverein mitteilte, soll ab Anfang Dezember kostenloses Essen an Bedürftige ausgegeben werden. Dem Verein zufolge werden dafür noch Sachspenden benötigt. Im vergangen Jahr wurden an rund 30 Tagen 8.000 Menüs ausgegeben. Das Restaurant des Herzen öffnet zum 15. Mal in Leipzig.
Frühnachrichten
- Universitäten verlangen mehr Geld vom Land
- "Roter Stern Leipzig" mit Demokratiepreis ausgezeichnet
- Michael Weichert nimmt Stadtratsmandat nicht an
- Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz aufgestellt
- Schüler singen "Ode an die Freude"
- Uferwand wird saniert
Die Universität fordert für Studenten mehr Geld vom Land.
Nach Angaben des Kanzlers der Universtität Leipzig, Frank Nolden, haben die Rektoren der Hochschulen in Freiberg, Dresden, Chemnitz und Leipzig einen Brief an den Landtag verfasst. Anlass seien die kommenden Haushaltsverhandlungen. Grundlage für den Brief ist eine Berechnung der Leipziger Universität: demnach stehen für einen Studenten in der Messestadt lediglich knapp 6.700 Euro im Jahr zur Verfügung. Das sind 600 Euro weniger als der Bundesdurchschnitt. Als Universität, die national oder sogar international tätig sein wolle, würden sogar 12.000 bzw. 24.000 Euro gebraucht. Das Geld fließe vor allem in den Bereich des Lehrpersonals. Der nehme mehr als drei Viertel des Haushalts ein. Insgesamt studieren an der Universität etwa 28.000 Menschen.
Der Fußballverein „Roter Stern Leipzig“ hat den „Sächsischen Förderpreis für Demokratie“ erhalten.
Nach Angaben der „Stiftung Frauenkirche Dresden“ bekam der Verein den Preis am Abend für sein Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus. Der Verein „Roter Stern“ organisiert unter anderem Lesungen und Podiumsdiskussionen zum Thema Rechtsextremismus. Das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro will der Verein laut Sprecher Adam Bednarsky in die Jugendarbeit und weitere Projekte gegen Diskriminierung im Fußball verwenden. Seit drei Jahren werden mit der Auszeichnung Initiativen geehrt, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Für den Förderpreis setzte sich der Verein gegen mehr als 50 andere Bewerber durch.
Der bündnisgrüne Politiker Michael Weichert gibt seinen Sitz im Leipziger Stadtrat auf.
Der Leipziger Volkszeitung zufolge nimmt er das Mandat nicht an. Grund sei sein erneuter Einzug in den sächsischen Landtag vor zwei Monaten. Weichert sagte der Leipziger Volkszeitung, die Doppelbelastung sei zu groß. Für Weichert wird dem Bericht zufolge Oliver Fanenbruck als Stadtrat nachrücken. Morgen sollen die 70 Stadträte im Neuen Rathaus vereidigt werden.
Die Tanne für den diesjährigen Weihnachtsmarkt steht.
Wie die Stadt Leipzig mitteilte, wurde die 16 Meter hohe Blaufichte am Morgen auf dem Marktplatz aufgestellt. Sie wurde, wie bereits im vergangenen Jahr, kostenlos von einem Leipziger zur Verfügung gestellt. Gestern Mittag wurde die Fichte dann geschlagen und auf den Marktplatz gebracht. Jetzt werde der Baum mit Lichterketten und Kugeln geschmückt. Der Weihnachtsmarkt beginnt Ende November und geht bis zum 22. Dezember. Die Fichte soll bis Anfang des neuen Jahres stehen bleiben.
Am Mittag singen Schüler von Schiller-Gymnasien in ganz Deutschland die „Ode an die Freude“.
Wie die Leipziger Friedrich-Schiller-Schule mitteilte, soll damit dem 250. Geburtstag des Dichters gedacht werden. Laut dem Schulleiter Franz Walther kam die Idee von Eltern und Schülern des Gymnasiums und wurde dann weiteren Schiller-Schulen vorgeschlagen. Insgesamt haben 15 Schulen zugesagt. Friedrich Schiller wurde 1759 in Marbach geboren. Er war einer der bedeutendsten Vertreter der Weimarer Klassik und starb Anfang des 19. Jahrhunderts in Weimar.
Die Uferwand an der Parthenstraße in der Nähe des Zoos wird saniert.
Der Stadt zufolge sind Teile der Mauer, die den Fluss begrenzt, lose. Außerdem sichere das Geländer nur noch bedingt vor Stürzen. Die Bauarbeiten sollen von Mitte Dezember bis Mitte März kommendes Jahres dauern. Für diesen Zeitraum bleibt der Gehweg an der Parthenstraße einseitig gesperrt. Die Sanierung der Uferwand kostet rund 300.000 Euro. Die Stadt übernimmt etwa die Hälfte der Kosten, für den restlichen Betrag seien Fördermittel vom Land beantragt worden. Die Uferwand ist denkmalgeschützt und mehr als 130 Jahre alt.



