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Spätnachrichten vom Freitag, 9. Oktober 2009
- Lichtfest zum 20. Wendejubiläum
- Stiftung Friedliche Revolution gegründet
- Demonstration in der Innenstadt
- Markt der Demokratie in der Innenstadt
- Schienenersatzverkehr auf Linie 8 und 15
Die Stadt begeht das Jubiläum der Friedlichen Revolution mit einem Lichtfest.
Dazu wird der Innenstadtring entlang des historischen Demonstrationsweges beleuchtet. Bei den Feierlichkeiten seien mehr als 20 Künstler aus verschiedenen europäischen Ländern vertreten. Die Besucher bilden auf dem Augustusplatz den Schriftzug „Leipzig 89“. Nach einer Begrüßung von Oberbürgermeister Burkhard Jung beginnt dann der gemeinsame Zug um den Innenstadtring. Später am Abend findet in der Nikolaikirche ein Festkonzert statt. Dort spielt das Gewandhausorchester und der Thomanerchor singt. Auch Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben am Nachmittag an die Montagsdemonstration vor 20 Jahren erinnert. Insgesamt kostet das Lichtfest 900.000 Euro.
Am Nachmittag hat die Stiftung Friedliche Revolution ihre Gründung bekannt gegeben.
Laut Vorstandsvorsitzendem Rainer Vor wurde bereits ein Leitfaden mit den Positionen der Stiftung erstellt. Dazu gehöre unter anderem die Unterstützung von Friedensbewegungen und Initiativen gegen Rassismus. Die Stiftung wolle auch eigene Projekte realisieren. Geplant seien unter anderem die Arbeit mit Jugendlichen zum Thema Courage und ein Dokumentarfilm.
Wegen einer Demonstration in der Innenstadt kann es am Samstag zu Verkehrsbehinderungen kommen.
Den Veranstaltern zufolge steht die Kundgebung unter dem Motto „Still not loving Germany“. Geplant ist ein Demonstrationszug mit Zwischenhalten, unter anderem auf dem Augustusplatz, dem Markt und dem Dittrichring. An dem Demonstrationsweg seien Halteverbote angeordnet worden, um einen zügigen Ablauf zu gewährleisten. Zu der Demonstration werden 1.500 Teilnehmern aus der linken Szene erwartet. Im Vorfeld habe es im Internet bundesweite Aufrufe zur Teilnahme gegeben. Die befürchtet nach eigenen Angaben Auseinandersetzungen im Umfeld der Demonstration.
Am Nachmittag haben sich anlässlich der Friedlichen Revolution Vereine in der Innenstadt vorgestellt.
Nach Angaben des Veranstalters soll der Markt an die Ideale von damals erinnern und die Menschen auf aktuelle Probleme aufmerksam machen. Dazu gab es ein Bühnenprogramm, Lesungen und Podiumsdiskussionen. Der Markt fand zum ersten Mal statt. Insgesamt waren mehr als 30 Teilnehmer vertreten, unter anderem Vereine wie „Ökolöwe Leipzig“ und „Leipzig Courage zeigen“.
Am Wochenende fährt für die Linien 8 und 15 streckenweise Schienenersatzverkehr.
Den Leipziger Verkehrsbetrieben zufolge wird an der Abzweigung Lützner Straße und Schönauer Ring gebaut. Deswegen sei der Abschnitt zwischen Plaustraße und Endhaltestelle Miltitz gesperrt. Bei den Bauarbeiten wird unter anderem das Blindenleitsystem und die Beleuchtung erneuert.
Frühnachrichten
- Feiern zum 20. Jahrestag der "Friedlichen Revolution" beginnen
- VNG will mehr Gas selbst fördern
- Mehr Unterstützung für Aussteiger aus der rechtsextremen Szene
- Portal der Universitätsbibliothek wird vervollständigt
- Jagd- und Anglermesse auf der agra
- Einschränkungen im Straßen- und Schienenverkehr in der Innenstadt
Am Vormittag haben in der Stadt die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution begonnen.
Wie die Stadt mitteilte, werden zu den zahlreichen Veranstaltungen hochrangige Gäste erwartet. Zum Auftakt wurde auf dem Augustusplatz die Demokratieglocke eingeweiht. Anschließend werden bei einem Festakt im Gewandhaus unter anderem Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen. Nach dem traditionellen Friedensgebet in der Nikolaikirche soll mit einem Lichtfest am Abend der gesamte Innenstadtring beleuchtet werden. Dazu erwartet die Stadt rund 70.000 Besucher. Den Abschluss der Feiern bildet ein Festkonzert des Gewandhausorchesters in der Nikolaikirche. Heute vor 20 Jahren hatten in Leipzig rund 70.000 Menschen erstmals für mehr politische Freiheiten in der DDR demonstriert.
Die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) will stärker auf die Eigenproduktion von Gas setzen.
Das Unternehmen will nach eigenen Angaben in den kommenden acht Jahren zehn Prozent seines Absatzes aus eigenen Gasquellen erzielen. Im Jahr 2017 will die VNG rund 1,5 Milliarden Kubikmeter Gas selbst fördern. Um dies erreichen zu können, würde die Produktion in Norwegen ausgeweitet. Das Unternehmen hat dazu bereits zusätzliche Förderlizenzen erworben. Durch die höhere Eigenproduktion will die VNG unter anderem eine höhere Versorgungssicherheit gewährleisten.
Der Freistaat Sachsen will Aussteiger aus der rechtsextremen Szene besser unterstützen.
Wie Sachsens Innenminister Markus Ulbig mitteilte, stellt der Freistaat dafür künftig pro Jahr 260.000 Euro zur Verfügung. Ziel sei nicht nur der Schutz von Betroffenen, sondern in Zukunft auch die Betreuung durch Sozialarbeiter. Unter den straffällig werdenden Rechtsextremisten seien rund die Hälfte Ersttäter. Ulbig hofft mit dem Aussteigerprogramm vor allem jene Ersttäter zu erreichen.
Am Mittag wird das Hauptportal der Universitätsbibliothek Albertina wieder vervollständigt.
Der Universität zufolge wird eine Kopie der Originalfigurengruppe aus zwei Engelsgestalten mit dem Wappen der Universität über dem Eingang des Gebäudes befestigt. Das Original aus einem speziellen Kalkstein wurde aufgrund seiner schnellen Verwitterung nicht wieder angebracht. Die Figurengruppe stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde Ende des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt. Im Rahmen des Wiederaufbaus der Universitätsbibliothek in den 1990er Jahren wurden die Figuren restauriert.
Am Vormittag hat auf dem agra-Gelände die Messe „Jagd und Angeln“ begonnen.
Wie der Veranstalter mitteilte, werden bis Sonntag über 200 Aussteller unter anderem Ausrüstungen, Bekleidung und Werkzeuge präsentieren. Im Mittelpunkt der Messe soll der Wald als Natur- und Erlebnisraum und Wirtschaftsfaktor stehen. Die Messe findet zum neunzehnten Mal statt und ist nach eigenen Angaben die größte ihrer Art in Ostdeutschland.
Wegen des Lichtfestes gibt es am Abend umfangreiche Straßensperrungen in der Innenstadt.
Nach Angaben der Stadt sind die Straßen entlang des historischen Demonstrationsweges auf dem Innenstadtring nicht befahrbar. Die Sperrungen gelten voraussichtlich bis Mitternacht. Ebenso werden ab 17 Uhr bis auf die Linie 2 alle Straßenbahnverbindungen umgeleitet. Die Haltestellen Augustusplatz, Hauptbahnhof, Goerdelerring und Thomaskirche werden nicht angefahren. Besucher des Lichtfestes können die Innenstadt unter anderem über den Wilhelm-Leuschner- oder den Johannisplatz erreichen.



