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Spätnachrichten vom Mittwoch, 7. Oktober 2009
- Verstärkte Präsenz der Polizei zum Lichtfest
- Fan von BSG Chemie Leipzig angegriffen
- Deutsche Bahn kauft acht neue Züge
- Zeitgeschichtliches Forum verzeichnet zwei Millionen Besucher
- Modell eines Wendedenkmals vorgestellt
- Turnhalle in Engelsdorf geschlossen
Zu den Feierlichkeiten der friedlichen Revolution wird die Polizei verstärkt in der Stadt präsent sein.
Der Polizeipräsident Horst Wawrynski sagte, die Polizisten werden zum großen Teil in Zivil unterwegs sein. Die Besucher sollen feiern. Sie sollten auf ihre Handtaschen aufpassen, da sicher Diebe in der Stadt sind. Es soll ein schönes Fest werden. Aus der Sicht der Polizei, der Stadt und der Veranstalter. Dafür will die Polizei ihr Bestes geben. Horst Wawrynski, Leipziger Polizeipräsident. Zu den Feierlichkeiten am Freitag werden rund 70.000 Besucher erwartet. Auf dem Innenstadtring wird es unter anderem ein Lichtfest geben.
Der 1. FC Lokomotive Leipzig distanziert sich von den Fans des Vereins, die einen Anhänger von BSG Chemie Leipzig angriffen haben sollen.
Der Fan wurde nach dem Kreisklassenspiel gegen den SSV Kulkwitz am Sonntag von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Ein Augenzeuge sagte bei mephisto 97.6, dass Fans von Lok Leipzig den Angriff verübt hätten. Die Polizei wollte sich dazu wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Der Vorsitzende des 1. FC Lok Leipzig, Steffen Kubald, distanzierte sich klar von den Anschuldigungen. Im interview mit mephisto 97.6 sagte er, der Angriff sei ein politischer Akt von Neonazis gewesen. Sie hätten im Stadion des Vereins bereits Hausverbot und würden im Verein nicht mehr geduldet. Zudem werde der Verein auch gegen sie vorgehen.
Für die Verbindung Leipzig-Dresden hat die Deutsche Bahn acht neue Züge gekauft.
Sie sollen ab 2011 auf der Strecke eingesetzt werden und kosten 35 Millionen Euro. Durch die Hochleistungszüge wird sich die Fahrzeit dann um 15 Minuten verringern. Betroffen sind davon alle Nahverkehrszüge auf der Strecke. Die Verbindung zwischen Leipzig und Dresden heißt Saxonia-Linie. Benannt ist sie nach der Dampflok, die vor 170 Jahren den Eröffnungszug auf der ältesten Fernbahntrasse von Leipzig nach Dresden gezogen hat.
Das Zeitgeschichtliche Forum besuchten rund zwei Millionen Menschen.
Nach eigenen Angaben ist die Dauerausstellung ein überregionaler Anziehungspunkt. Mit rund 3200 Objekten zeigt die Ausstellung das Leben in der DDR. Das Museum wurde am 9. Oktober 1999 gegründet.
Im Museum der Runden Ecke ist das Modell für ein Wendedenkmal vorgestellt worden.
Wie das Museum mitteilte, zeigt das aus Bronze gegossene Modell fünf Demonstranten, die sich unterhaken. Zudem steht auf deren Kleidung die Aufschrift „Keine Gewalt“. Das Modell wurde von der amerikanischen Künstlerin Miley Tucker-Frost kreiert. Mit ihm sollen die Menschen gewürdigt werden, die mit ihren Demonstrationen den Grundstein für den demokratischen Wechsel legten. Ob aus dem Entwurf auch ein Denkmal wird, sollen die Leipziger Bürger im Internet entscheiden.
Die Turnhalle des Gymnasiums Engelsdorf kann auf unbestimmte Zeit nicht genutzt werden.
Wie die Stadt mitteilte, ist die Tragfähigkeit der Hallenkonstruktion nicht mehr gewährleistet. Nach weiteren Untersuchungen soll entschieden werden, ob die Halle saniert werden kann. Der Schul- und Vereinssport wird derweil in andere Hallen verlegt.
Frühnachrichten
- Stadt hält alte Schuldscheine für wertlos
- Kein Geld für Genscher-Stiftungsprofessur
- BMW präsentiert X1-Modell
- Europäischer Bürgerpreis geht nach Leipzig
- Fischer-Art stellt Schulbuch zur friedlichen Revolution vor
Im Streit um die Rückforderung von nicht zurückgezahlten Anleihen hält die Stadt die alten Schuldscheine für wertlos.
Der Stadt zufolge hätten die Schuldscheine nur noch Sammlerwert. Ein Anwalt fordert für eine Besitzerin von Wertpapieren aus dem Jahr 1926 von der Stadt rund 187.000 Euro zurück. Nach Angaben der Stadt versucht der Anwalt jedoch seit mehreren Jahren vergeblich, mit alten Schuldscheinen Geld zu machen. Bei einem ähnlichen Fall in Dresden hat der Bundesgerichtshof vor vier Jahren die Forderung des Anwalts abgelehnt. Auf dieses Urteil beruft sich nun auch Leipzig. Der Anwalt hat der Stadt inzwischen Unterlagen zur Begründung seiner Rückforderung vorgelegt. Die sollen in den kommenden vier Wochen geprüft werden.
Der Universität Leipzig fehlt vorerst das Geld für die Einrichtung einer Hans-Dietrich-Genscher-Stiftungsprofessur.
Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge wollte die Universität anlässlich des 20. Jahrestages der friedlichen Revolution am Freitag die Einrichtung verkünden. Jedoch seien für die Professur nicht ausreichend Sponsoren gefunden worden. Die Stiftungsprofessur soll sich mit friedlichen Revolutionen im internationalen Vergleich beschäftigen. Auf fünf Jahre befristet koste sie rund eine Million Euro.
Der Automobilhersteller BMW präsentiert am Vormittag sein neues X1-Modell.
Der Geländewagen wird seit gut einem Monat im Leipziger BMW-Werk produziert. Wie der Konzern mitteilte, kommt das Modell in knapp drei Wochen auf den Markt. Neben dem X1 werden in Leipzig zwei weitere Modelle der 1er-Reihe gefertigt. Das Leipziger Werk produziert damit täglich über 700 Autos.
Der Leipziger Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft mit dem bosnischen Travnik bekommt den ersten Europäischen Bürgerpreis.
Nach Angaben des Europäischen Parlaments wird der Verein als einer von 37 Preisträgern ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird unter anderem für besonderen Einsatz für grenzüberschreitende Kooperationen vergeben. Der Leipziger Verein betreut verschiedene Projekte im Austausch mit der bosnischen Partnerstadt, zum Beispiel die Zusammenarbeit von Sportvereinen. Der Preis ist undotiert und wird am Samstag in der Alten Nikolaischule übergeben.
Der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art stellt am Mittag ein Schulbuch zur friedlichen Revolution vor.
Nach Angaben des Künstlers erzählt das in seinem Stil gestaltete Buch mit dem Titel „Der 9. Oktober 1989 – 20 Jahre danach“ die Geschichte des Mauerfalls. Fischer-Art will mit dem Schulbuch durch die gesamte Bundesrepublik reisen. Ein Jahr lang wolle er Schulstunden über die Wende halten.



