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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Dienstag, 27. Oktober 2009

Nach einer erneuten Bombendrohung an der 125. Mittelschule ermittelt die Polizei.

Die Drohung ist am Morgen in der Notrufzentrale der Polizei eingegangen. Infolge dessen wurde die Schule evakuiert und alle Räume durchsucht. Es konnte aber kein Sprengstoff gefunden werden. Ein ähnlicher Fall ereignete sich bereits Anfang Oktober, ebenfalls an der 125. Mittelschule in Reudnitz. Auch damals wurde kein Sprengsatz gefunden. Wer hinter den Anrufen steckt, ist noch unklar.

Die Pragerstraße in Probstheida wird ab November ausgebaut.

Wie die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mitteilten, beginnen die Arbeiten dazu am kommenden Montag. Initiiert wird die Erneuerung der Pragerstraße von der Stadt Leipzig, den Kommunalen Wasserwerken und der LVB. Geplant ist unter anderem der Ausbau der Straßenbahnlinie 15. So soll in einem ersten Bauabschnitt die Prager Straße verbreitert werden. Damit ist dann eine Trennung von Bahn- und Autoverkehr möglich. Die Kosten dafür belaufen sich auf knapp 15 Millionen Euro. Rund zwei Drittel davon sind Fördergelder von Bund und Land. Parallel zum Ausbau der Straßenbahnlinie, sollen die Wasserleitungen entlang der Prager Straße modernisiert werden. Dafür sind von den Kommunalen Wasserwerken rund fünf Millionen Euro eingeplant. Beide Bauvorhaben sollen Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Der suspendierte Opernintendant Henri Maier soll eine Abfindung erhalten.

Nach Angaben der Stadt wird der Stadtrat morgen in einer nicht-öffentlichen Sitzung darüber entscheiden. Die Summe der Abfindung soll nach Berichten des MDR knapp 280.000 Euro betragen. Wenn der Stadtrat zustimmt, endet die Beschäftigung Maiers als Opernintendant Ende Dezember. Maier begann seine Tätigkeit im Jahr 2001. Vor zwei Jahren war er überraschend beurlaubt worden. Grund dafür sollen unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft der Oper gewesen sein.

Die Mendelssohn-Festtage erhalten eine zusätzliche Förderung.

Wie die Stadt mitteilte, solle sich die Veranstaltung zukünftig stärker als internationales Festival behaupten können. Dafür soll das Gewandhaus im kommenden Jahr zusätzliche 250.000 Euro erhalten. Endgültig werde aber erst der Stadtrat im Dezember darüber entscheiden. Anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten Robert Schumann finden die Festtage im kommenden Jahr unter dem Motto „Mendelssohn und Schumann“ statt. Er und Mendelssohn waren eng befreundet. Die Mendelssohn-Festtage finden jährlich zu Ehren des Leipziger Musikers statt.

Die Leipziger Computerschule wird ein Jahr alt.

Nach Angaben der Schule, wurde das Projekt gut angenommen. Eltern spielen dabei gemeinsam mit ihren Kindern am Computer. Dadurch sollen die Eltern lernen ihre Kinder besser zu verstehen. Gegründet wurde die Schule von dem Leipziger Medienpädagogen Hartmut Warkus. Sie soll ein bundesweites Modellprojekt werden. Lehrer und Erwachsene können sich hier fortbilden lassen. Anfragen dafür gibt es bereits aus der gesamten Republik. In naher Zukunft sollen erfahrene Kinder die neuen Kinder in der Schule betreuen, momentan erledigen das noch Hochschulmitarbeiter der Universität Leipzig.

 

Frühnachrichten

Für die Sanierung der insolventen Warenhauskette Karstadt sollen die Beschäftigten auf Geld verzichten.

Zu entsprechenden Verhandlungen sind am Morgen die Karstadt-Geschäftsführung sowie Vertreter der Gewerkschaft ver.di zusammengekommen. Nach Plänen der Insolvenzverwaltung sollen die Karstadt-Beschäftigten in den kommenden drei Jahren auf bis zu 150 Millionen Euro verzichten, um das Unternehmen zu retten. Laut ver.di-Fachbereichsleiter Handel Jörg Lauenroth-Mago sind weitere Einsparungen bei den Beschäftigten schwierig. Bei den Löhnen und Gehältern könne nicht mehr gekürzt werden, Verhandlungspunkte seien das Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Lauenroth-Mago sagte, es werde von Gewerkschaftsseite derzeit alles für ein Überleben von Karstadt geprüft. Als Sicherheit für die Mitarbeiter fordert ver.di eine Rückkehr von Karstadt in den Arbeitgeberverband, damit auch künftig die ausgehandelten Tarifverträge gelten. Aktuell hat Karstadt die Mitgliedschaft zum Ende des Jahres gekündigt. Die Verhandlungen sollen vorerst bis Donnerstag dauern. In der Leipziger Karstadt-Filiale arbeiten rund 300 Angestellte.

Nach den Ausschreitungen während eines Fußballspiels in Brandis hat die Polizei eine Ermittlungsgruppe gegründet.

Die Polizei rechnet die Angreifer, die am Wochenende Anhänger des Leipziger Vereins Roter Stern attackiert hatten, dem rechtsextremen Milieu zu. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft ermittelt die Polizei nun wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung. Am Wochenende hatten rund 50 teils vermummte Männer während eines Bezirksliga-Spiels in Brandis die Fans der Leipziger Vereins Roter Stern angegriffen. Dabei wurden zwei Fans schwer verletzt. Gestern hatte der Verein deswegen den mangelnden Schutz seiner Anhänger kritisiert. Trotz vorheriger Hinweise hätte die Polizei nicht oder nur unzureichend reagiert. Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz hat dem Mitteldeutschen Rundfunk zufolge angekündigt, die Vorwürfe zu untersuchen.

Am Vormittag hat am Landgericht der Berufungsprozess zum Überfall auf einen Nachtbus im vergangenen Jahr begonnen.

Nach Angaben des Landgerichts müssen sich die sechs rechtsextremen Täter sich unter anderem wegen Landfriedensbruch verantworten. Das Amtsgericht hatte die 20 bis 25 Jahre alten Männer bereits zu Haftstrafen bis zu vier Jahren verurteilt. Die Männer hatten im Mai vergangenen Jahres einen Nachtbus brutal überfallen. Dabei war eine Person verletzt worden. Ziel des Angriffs waren linksalternative Insassen.

Die Stadt sowie die Landkreise Leipzig und Nordsachsen wollen weiter in das Leipziger Neuseenland investieren.

Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge wurde dazu ein Fördermittelantrag an die Landesdirektion übergeben. Bei der Genehmigung des Antrags würden in den kommenden drei Jahren eine Million Euro in das Projekt Neuseenland fließen. Mit dem Geld soll unter anderem das Marketing einheitlich organisiert werden.

Am Nachmittag veranstaltet die Stadt ein Informationsforum zur Umweltzone.

Nach Angaben der Stadt soll über Förderoptionen für die Umrüstung und Möglichkeiten der Nachrüstung von Kraftfahrzeugen informiert werden. Neben Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal wird auch ein Vertreter des Bundesumweltministeriums anwesend sein. Die Stadt will zum Jahresbeginn 2011 eine Umweltzone einrichten, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. Gegen die Einführung spricht sich unter anderem ein Aktionsbündnis von Leipziger Wirtschaftsvertretern aus.