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Spätnachrichten vom Freitag, 23. Oktober 2009
- Finanzministerium hofft weiter auf Einigung mit Paulinums-Architekten
- Quelle-Shops in Leipzig sollen bestehen bleiben
- Leipziger Messe beendet Vertrag mit Messechef
- Chef der kommunalen Wasserwerke wird nicht beurlaubt
- Leipziger Programmkino Cineding wird geschlossen
- HTWK nimmt neues Medienzentrum und neue Hochschulbibliothek in Betrieb
- Lok Leipzig nimmt an internationaler Aktionswoche gegen Rassismus teil
- Straßenbahnlinien 10, 11 und 16 werden umgeleitet
Im Streit um den Bau des Paulinums hofft das Finanzministerium als Bauherr weiter auf eine Einigung mit dem Architekten.
Der Sprecher des Finanzministeriums, Stefan Gößl, sagte, bisher habe es bei den Gesprächen mit dem Architekten Erik van Egeraat keine Einigung gegeben. Es gebe Unterschiede zwischen den Entwurfs- und Ausführungsplanungen. Der Freistaat sei zu Kompromissen bereit. Die Frage sei, wie weit er sich den Vorstellungen von van Egeraat annähere. Jetzt müsse abgewartet werden, wie sich der Architekt entscheide. Sollte sich Van Egeraat zu einer Klage entscheiden, könne sich der Bau verzögern und verteuern. Die Räume, die für den Universitätsbetrieb vorgesehen seien, würden jedoch rechtzeitig fertig gestellt. Das Oberlandesgericht Dresden hatte die Parteien aufgefordert, eine außergerichtliche Lösung zu finden. Van Egeraat wirft dem Finanzministerium vor, seine Pläne nicht entsprechend umsetzen zu wollen. Das Paulinum soll bis Ende kommenden Jahres fertig sein.
Die Quelle-Shops in Leipzig sollen bestehen bleiben.
Wie der Vorsitzende des Interessenverbands der Quelle-Shop-Inhaber, Detlef Stecher, mitteilte, sollen die Läden in Eigenregie betrieben werden. Die Quelle-Shops sind eigenständige Unternehmen. Bisher durften sie nur Waren von Quelle beziehen. Jetzt sollen die Läden unter einem anderen Namen und mit einem anderen Logo weiterarbeiten. Mit dem Interessenverband als Dachorganisation könnten die Shops bei Großhändlern einen besseren Preis aushandeln. Anders sei es nicht möglich, die Shops zu erhalten. Im Juni hatte der Quelle-Mutterkonzern Arcandor Insolvenz angemeldet. Am Dienstagabend war bekannt geworden, dass Quelle nicht mehr zu retten ist. In Leipzig gibt es etwa zehn Quelle-Shops.
Die Leipziger Messe hat den Vertrag mit ihrem Geschäftsführer Wolfgang Marzin beendet.
Nach Angaben des Aufsichtsrats ist Martin Buhl-Wagner der neue Geschäftsführer. Er war bereits Geschäftsführer an der Seite von Marzin. Ursprünglich sollte Marzin bis 2014 Geschäftführer bleiben. Vor wenigen Wochen erhielt er ein Angebot der Messe in Frankfurt am Main. Dort fängt er im März kommenden Jahr als Geschäftsführer an.
Der Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke Klaus Heininger wird nicht beurlaubt.
Nach der Anklage gegen ihn wollte der Aufsichtsrat des Unternehmens darüber entscheiden. Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung hat sich das Gremium dagegen entschieden. Gründe dafür wurden allerdings nicht bekannt. Heininger war in der vergangenen Woche zusammen mit dem Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe, Wilhelm Georg Hanss, angeklagt worden. Ihnen wird vorgeworfen, im Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Geschäften bestochen worden zu sein. Sie hatten Teile des Leipziger Leitungs- und Schienennetzes an US-amerikanische Firmen verkauft und langfristig zurückgemietet.
Das Leipziger Kino Cineding wird geschlossen.
Wie das Programmkino mitteilte, werden von November an keine Filme mehr gezeigt. Medienberichten zufolge hat das Cineding derzeit keinen Betreiber. Ursprünglich wollten zwei Angestellte die bisherige Kinoleitung ablösen. Einer der beiden sei aber kurzfristig aus persönlichen Gründen abgesprungen. Der andere der beiden könne das Kino aus Zeitgründen nicht allein übernehmen und suche nun nach neuen Partnern. Bis dahin bleibe das Kino geschlossen.
Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur hat ein neues Medienzentrum und eine neue Hochschulbibliothek eröffnet.
Nach Angaben der HTWK gibt es in dem Medienzentrum neue Fernseh- und Tonstudios sowie Druckmaschinen. Dadurch sollen vor allem die Studenten der Medienstudiengänge praxisbezogener arbeiten können als bisher. Die neue Hochschulbibliothek steht direkt neben der HTWK. Die bisherige Bibliothek am Gutenbergplatz im Leipziger Osten sei veraltet und vom Hauptgebäude der HTWK schlecht erreichbar gewesen. Die neuen Gebäude haben 16 Millionen Euro gekostet. Finanziert hat sie der Freistaat Sachsen. An der HTWK studieren 6.800 Studenten, davon 1.200 in Medienstudiengängen.
Der 1. FC Lok Leipzig nimmt an der internationalen Aktionswoche gegen Rassismus teil.
Nach Angaben des Vereins tritt der Fußballoberligist am Sonntag unter dem Motto „Viele Farben – ein blau-gelbes Herz“ gegen Germania Halberstadt an. Das Motto werde auch auf den Trikots der Mannschaft stehen. Diese sollen nach dem Spiel dann signiert und versteigert werden. Der Erlös wird in die Nachwuchsarbeit des Vereins fließen. Die internationale Fußball-Aktionswoche gegen Rassismus findet seit vergangener Woche statt. Lok Leipzig ist zum vierten Mal in Folge dabei.
Am Wochenende werden die Straßenbahnlinien 10, 11 und 16 umgeleitet.
Wie die Leipziger Verkehrbetriebe mitteilten, fahren die Linien 10 und 11 über die Haltestelle Goerdelerring zum Hauptbahnhof. Die Linie 16 fahre zwischen Chausseehaus und Hauptbahnhof über die Wittenberger Straße.
Grund für die Umleitung sind Umbauarbeiten an der Haltestelle Wilhelm Liebknecht-Platz.
Frühnachrichten
- Ergebnis der Stadtratswahl steht endgültig fest
- Weiter keine Einigung im Streit um Paulinum-Bau
- Reik Hesselbarth neuer FDP-Fraktionschef im Stadtrat
- Freie Radios in Sachsen befürchten Ende des Sendebetriebs
- Campusbibliothek der Uni wird offziell eröffnet
- Grassipreis für vier Künstler
- Start des Modefestivals "Designers´ Open"
Die Landesdirektion hat das Ergebnis der Leipziger Stadtratswahl für gültig erklärt.
Wie die Stadt mitteilte, gab es nach den Nachwahlen vor gut drei Wochen keine Beanstandungen mehr. Mit der Entscheidung der Landesdirektion steht die Zusammensetzung des neuen Stadtrats nun offiziell fest. Bei der Kommunalwahl im Juni waren in fünf Wahlbezirken Unregelmäßigkeiten aufgetreten. Daraufhin setzte die Landesdirektion für Ende September Neuwahlen in jenen Bezirken an. Die erneute Abstimmung ergab eine veränderte Sitzverteilung im neuen Stadtrat. Die Linke erhält einen Sitz mehr, nachdem im ersten Wahlgang noch die SPD den Sitz knapp gewonnen hatte. Damit entfallen nun auf CDU und die Linke jeweils 17 Sitze, die SPD bekommt 14 Mandate. Der neue Stadtrat konstituiert voraussichtlich im kommenden Monat.
Im Streit um den Paulinum-Bau haben sich die Parteien auch nach gerichtlicher Aufforderung nicht einigen können.
Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge streiten der Bauherr, das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB), und Architekt Erick van Egeraat weiter über eine Verletzung der Urheberrechte. Das Oberlandesgericht Dresden hatte die beiden Parteien aufgefordert, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Van Egeraat hatte Ende des vergangenen Jahres Insolvenz anmelden müssen, er wirft dem SIB vor, die Baumaßnahmen anschließend nicht nach seinen Plänen umgesetzt zu haben. Zudem sei die Höhe seines Honorars weiterhin ungeklärt. Der Architekt habe nun bis Jahresende Zeit, Klage einzureichen. Einen Baustopp am Paulinum aufgrund des Streits sei aus Sicht des Freistaats undenkbar.
Reik Hesselbarth ist zum neuen Fraktionsvorsitzenden der FDP im Stadtrat gewählt worden.
Wie die Partei mitteilte, fungieren René Hobusch und Isabel Siebert als seine Stellvertreter. Die FDP-Fraktion besteht im neuen Leipziger Stadtrat nur noch aus vier Abgeordneten. Einige FDP-Stadträte hatten nach der Kommunalwahl eine eigene Bürgerfraktion unter dem ehemaligen Fraktionschef Michael Burgkhardt gegründet. Alle vier Abgeordnete gehören dem Gremium zum ersten Mal an. Gestern hatte der FDP-Kreisvorsitzende und sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok angekündigt, sein Stadtratsmandat niederzulegen. Für ihn rückt Arnd Besser in die Fraktion nach.
Die freien Radios in Sachsen befürchten das Ende ihres Sendebetriebes.
Die drei freien Sender teilten mit, dass ihnen der Betreiber des Privatsenders Radio Apollo, mit denen sich der Bürgerfunk die Sendefrequenz teilt, zum Jahresende gekündigt hat. Zu den betroffenen Sendern gehört auch Radio Blau aus Leipzig. Nach Angaben der sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) sei der Vertrag jedoch nicht gekündigt worden, sondern laufe regulär aus. Um auch im kommenden Jahr senden zu können, fordern die Sender die Übernahme der jährlichen Leitungskosten von 40.000 Euro durch die SLM. Denn die freien Sender besitzen zwar eine Sendelizenz bis 2014, müssten aber nach dem geplanten Ausstieg von Radio Apollo die Kosten selbst tragen. Die SLM verweist jedoch darauf, dass sie zu einer Kostenübernahme landesrechtlich nicht befugt sei.
Am Abend wird die Campusbibliothek der Universität offiziell eröffnet.
Der Universität zufolge ist die Bibliothek auf dem neuen Campus am Augustusplatz die erste in Sachsen mit 24-Stunden-Betrieb. Dies sei durch ein Selbstbedienungs- und Kontrollsystem mit Rückgabeautomaten möglich. Seit der regulären Eröffnung vor rund einem Monat werde die Bibliothek von den Studenten gut angenommen. In der Zweigstelle sind insgesamt rund 300.000 Bücher untergebracht, unter anderem aus den Bereichen Mathematik, Informatik sowie Kommunikations- und Medienwissenschaft.
Zum Auftakt der Grassimesse sind am Abend vier Designer ausgezeichnet worden.
Nach Messeangaben wurden die Künstler Laurenz Stockner, Claudia Küster, Carmen Hauser und Mirjam Hiller mit dem Grassipreis geehrt. Die Jury würdige damit ihre besonderen Schmuck- und Kupferblecharbeiten. Der Preis ist mit bis zu 2.500 Euro dotiert. Auf der Messe stellen bis Sonntag rund 80 Künstler aus ganz Europa ihre Designerstücke aus.
Am Vormittag ist in der Stadt das Modefestival „Designers´ Open“ eröffnet worden
Wie der Veranstalter mitteilte, präsentieren sich bis Sonntag rund 150 nationale und internationale Aussteller im Merkurhaus. Sie zeigen Werke aus dem Interieur-, Mode- und Industriedesign. Im vergangenen Jahr waren rund 9.000 Besucher gekommen. Im diesem Jahr werden mehr als 10.000 Gäste erwartet.



